Bayern 2 - Zündfunk


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Das Ende der Gedankenfreiheit? Über die kommerzielle Erschließung unseres Gehirns

Stell dir vor, du könntest direkt mit deinem Gehirn tippen. Die großen Tech-Unternehmen investieren gerade Millionen in die Erforschung so genannter Computer-Hirn-Schnittstellen. Christiane Miethge über einen Science-Fiction Traum mit unheimlichen Nebenwirkungen.

Von: Christiane Miethge

Stand: 29.04.2018

Vor einem Jahr hat Facebook eine Gedankenlesemaschine angekündigt. Hört sich seltsam an? Tatsache ist: Alle großen Tech-Unternehmen investieren gerade Millionen in die Erforschung sogenannter Computer-Hirn-Schnittstellen. Mit EEG-Sensoren, Optical Imaging oder Chips unter der Schädeldecke sollen bewusste und unbewusste Gehirnstrahlen erfasst und dann von einer Künstlichen Intelligenz „gelesen“ werden. Das Versprechen: Die Kontrolle über unsere Handys, Computer oder auch Fernseher alleine mit Hilfe unseres Gehirns.

Ein Science-Fiction Traum mit unheimlichen Nebenwirkungen. Wenn Facebook oder anderen Tech-Firmen das gelingt, wären alle bisherigen Skandale um persönliche Daten in der Hand der großen Konzerne ein Witz. Das Gehirn ist schließlich nicht irgendein Organ. In Milliarden von Nervenzellen entstehen unsere Wahrnehmung, unsere Gedanken und Gefühle. Wer es schafft, das Gehirn zu lesen oder sogar zu manipulieren besitzt ein gefährliches Tool, die Gesellschaft zu kontrollieren.

Beginnt morgen also 1984? Wie groß ist die Gefahr, dass dabei intimste Gedanken, Gefühle, Träume ausgelesen und kommerziell verwendet werden? Christiane Miethge macht sich auf eine Reise durch verschiedene Forschungsansätze und kommerziellen Visionen von Deutschland über Montreal bis Sillicon Valley. Dabei kommt sie zu dem Schluss: Gedankenlesen mag Science-Fiction bleiben, doch unsere Gedankenfreiheit ist trotzdem in Gefahr. Nur ganz anders als gedacht.

Mehr zu diesem Thema gibt es zu hören im Zündfunk Generator: "Das Ende der Gedankenfreiheit? Über die kommerzielle Erschließung unseres Gehirns". Am 3. Juni ab 22.05 Uhr auf Bayern 2. Die Sendung gibt's auch als Podcast beim Klick oben auf das Bild.


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