Bayern 2 - Zündfunk


14

Der Hippie und der Anarchist Eine Reflexion linker Utopien in 30 Jahren Techno

Vor 30 Jahren eröffnete das UFO, ein winziger Kellerclub für Acid House direkt am Schlesischen Tor nahe der Mauer in Berlin. Ein Jahr später fand auf dem Ku'damm die erste Love Parade statt, heute ist Techno eine weltweite Massenkultur.

Von: Florian Fricke

Stand: 04.10.2018

Wie alt ist Techno, wie alt die Techno-Bewegung? Folgt man dem Narrativ aus Detroit, hat Juan Atkins 1981 mit zarten 19 Jahren unter seinem Alias Cybotron mit „Alleys Of Your Mind“ bereits den ersten Techno Track gebastelt. Der klingt allerdings noch stark nach Kraftwerk und New Wave und lädt nicht unbedingt zum enthemmten Tanzen ein. Tanzen stand allerdings bei Acid House im Vordergrund, ein Stil, der ebenfalls in Detroit entstand und der durch die seltsam zwitschernden Klänge des Roland TB-303 Basssynthesizers geprägt ist.

So auch im UFO, einem kleinen illegalen Kellerclub in Berlin Kreuzberg, der 1988 öffnete. Das UFO gilt zusammen mit dem Fischlabor als die Keimzelle der folgenden Techno-Revolution. 30 Jahre Party, 30 Jahre Erleuchtung, 30 Jahre Kater. Aber wie sieht es aus mit der politischen Kraft von Techno? Inwieweit wurde das Ideal einer klassenfreien Tanzgesellschaft erfüllt und was kann der Dancefloor heute noch bewegen?

Um diese Fragen zu beantworten, lohnt ein Blick in die Geschichte und an die Ränder der Bewegung. Das zeigen zwei völlig unterschiedliche Biographien aus 30 Jahren Techno. Rob hatte im Alter von 67 Jahren seinen ersten öffentlichen Auftritt als DJ und ist nun mit fast 70 ganz gut im Geschäft. Der andere, Speiche, war Mitbegründer vom Eimer, dem legendären Club in einem besetzten Haus in Berlin Mitte und eine der Keimzellen für Gabber, einer unkommerziellen und kompromisslos harten Spielform von Techno.

Auch arte feiert 30 Jahre Techno mit einem Konzertmitschnitt aus dem Funkhaus Berlin.


14