Bayern 2 - Zündfunk


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Zündfunk präsentiert Politik der Algorithmen - Kunst, Leben, Künstliche Intelligenz - außerdem Holly Herndon und Amnesia Scanner!

Konzerte, Performances, Vorträge, Installationen. Sechs Tage lang stellen die Münchner Kammerspiele eine Reihe von künstlerischen Ansätzen vor, die sich auf die Herausforderungen ihrer Zeit einlassen. Vorträge und Panels beleuchten den Stand der Diskussion nicht nur im Hinblick auf gesellschaftspolitische Fragestellungen. Genauso zentral wird die Rolle der Welt der Algorithmen und der Robotik für die Entwicklung der Künste sein. Es gibt außerdem zwei großartige Konzerte...

Von: Kammerspiele, Zündfunk

Stand: 01.05.2019

Politik der Algorithmen | Bild: Visual: Markus Selg, Algorithmic Rituals (Prototyp), 2019

11 Juni

Dienstag, 11. Juni 2019, 20:00 Uhr

bis Donnerstag, 16.06.2019 - Kammerspiele, Maximilianstr. 26, 80539 München :

15,- €/erm. 8,- €, wenn nicht anders angegeben. Festivalpass: 80,- €/erm: 40,- €

12 Juni

Mittwoch, 12. Juni 2019, 22:00 Uhr

HOLLY HERNDON, Kammer 2, Kammerspiele, Maximilianstr. 26, 80539 München:

15,- €/erm. 8,- €, wenn nicht anders angegeben. Festivalpass: 80,- €/erm: 40,- €

15 Juni

Samstag, 15. Juni 2019, 22:00 Uhr

AMNESIA SCANNER, Kammer 2, Kammerspiele, Maximilianstr. 26, 80539 München:

15.- €, erm. 8,- € (Festivalpreis) - anschl. Party - Eintritt frei

Mit der Digitalisierung und der Algorithmisierung sämtlicher Bereiche der Zivilisation erlebt die Menschheit einen Umbruch von mindestens gleicher Tragweite „wie die Einführung des Buchdrucks, davor die Einführung der Schrift und davor die Einführung der Sprache“. So formuliert es Dirk Baecker in seinem aktuellen Buch „4.0 – Die Lücke die der Rechner lässt“. Der prominente Soziologe, einer der bedeutendsten Nachfolger des Systemtheoretikers Niklas Luhmann, wird das Festival „Politik der Algorithmen – Kunst, Leben, Künstliche Intelligenz“ mit einer Keynote eröffnen.

Der Themenschwerpunkt setzt sich nicht so sehr mit der vieldiskutierten, aber wenig realistischen Spekulation auseinander, ob es der Menschheit eines fernen Tages gelingen wird, die Gesamtheit ihrer kognitiven Fähigkeiten – erinnern, denken, fühlen, entscheiden, dichten, komponieren – auf Maschinen und Roboter zu übertragen, auf eine Superintelligenz, die den Homo Sapiens abhängt und unterwirft. Denn schon die Gegenwart, in der wir leben, das Zeitalter des „Deep Learning“, birgt genügend Stoff zum Nachdenken: Vollenden Computer, Netzwerke und Algorithmen, als Werkzeuge einer selbstbestimmten Menschheit, die Moderne? Versprechen sie noch immer Freiheit, Transparenz und Teilhabe? Oder sind wir gefangen in den Netzen eines digitalen Kapitalismus, in dem Menschen nicht mehr als besondere Spezies vorkommen, sondern als datenbasierte Elemente von Netzwerken? Insbesondere die Vorurteilsstrukturen der elektronischen Informationsverarbeitung, etwa bei der Vorhersage von zukünftigem Verhalten, stehen unter dem Verdacht, Ungleichheit und Diskriminierung zu automatisieren und zu verstärken.

Welche politischen und künstlerischen Strategien gibt es im Umgang mit dieser sogenannten „Algorithmic Bias“? Während Digitalität und Künstliche Intelligenz die Massenkultur, vor allem die Welt des Pop, grundlegend transformiert haben, hält sich das Theater irrtümlicherweise für eines der letzten Residuen einer genuin analogen Kultur. Ist das der Grund, warum damit zusammenhängende Themen und Stoffe, jenseits wohlfeiler Gamingformate, in der Darstellenden Kunst bislang kaum angekommen sind?

Konzerte:

12. Juni - 22.00 Uhr:

Kammer 2: Konzertperformance HOLLY HERNDON - PROTO

Ein gutes Zeichen für den Zeitgeist ist es, wenn so etwas wie Holly Herndon passiert. Die Studentin für Komposition hat mit Experimentalmusik angefangen, ist dann ein wenig zugänglicher geworden, um nun - noch immer kompromisslos - in der Welt des Pop ernst genommen zu werden. Mit ihrem neuen Album "Proto" perfektioniert sie diese Metamorphose.

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Holly Herndon - Frontier (Official Audio) | Bild: Holly Herndon (via YouTube)

Holly Herndon - Frontier (Official Audio)

15. Juni - 22.00 Uhr:

Kammer 2: Konzert AMNESIA SCANNER, anschl. Party

Amnesia Scanner aka Ville Haimala und Martti Kalliala ist ein finnisches Duo ansässig in Berlin und macht dekonstruierten Clubsound. Dekonstruiert deshalb, denn sie lassen Maschinen für sich singen, die Sounds zerlegen. Unter anderem haben sie auch mit Holly Herndon und Mykki Blanco zusammengearbeitet. Beide legen ja großen Wert darauf nicht gesehen zu werden, auch bei ihren Konzerten! Vielleicht ja aber doch...

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Amnesia Scanner - AS Too Wrong | Bild: Amnesia Scanner (via YouTube)

Amnesia Scanner - AS Too Wrong

Das vollständige Programm zum gesamten Festival findet ihr hier: www.kammerspiele.de


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