Bayern 2 - Zündfunk


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Zündfunk präsentiert Kelly Lee Owens

Produzentin? Sängerin? Songwriterin? Techno-Musikerin? Die in London lebende Waliserin Kelly Lee Owens ist all das zusammen und schert sich wenig um Genre-Zuschreibungen...

Von: Zündfunk, Katja Engelhardt

Stand: 04.12.2020

Cover Inner Song | Bild: Smalltown Supersound/Picadilly Records

09 November

Dienstag, 09. November 2021, 19:00 Uhr

Ampere, Muffatwerk, Zellstrasse 4, München:

Ticketpreis: 20,00 Euro zzgl. Gebühren

Früher war Kelly Lee Owens Krankenschwester und behandelte Krebspatient*innen, jetzt macht sie Musik.
Auf ihrem zweiten Album „Inner Song“ hören wir Kelly Lee Owens klarer als zurvor: Mehr Gesang, der weniger ist.

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Kelly Lee Owens - Melt! (Official Video) | Bild: KellyLeeOwensVEVO (via YouTube)

Kelly Lee Owens - Melt! (Official Video)

Natürlichkeit im Sinne des Ursprünglichen proklamiert Kelly Lee Owens in vielen Interviews. Auch auf dem Album, auf eine moderne Art: Der Song „Melt!“ ist ein Statement zur Klimaerwärmung. Man hört sozusagen die Geräusche eines schmelzenden Gletschers. In diesem Song, „Melt!“ sind die Lyrics eher abstraktes Gedicht, genauso auf „Corner of my sky“, das John Cale featured, also den Velvet-Underground-Veteranen, der wie Owens aus Wales stammt. Andere Stücke sind reine Instrumentals. Und dann gibt es zwei Songs, die eindeutig sind. Der eine: „Wake Up“, Entschleunigung herbeisehnend.

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L.I.N.E. | Bild: Kelly Lee Owens - Topic (via YouTube)

L.I.N.E.

Das andere Lied ist: „L.I.N.E.“ Das besagte, verflossene Liebe aufarbeitet und dabei klar macht, wofür die Großbuchstaben L, I, N, E im Titel stehen: Für „Love Is Never Enough“. Wenn Liebe das einzige ist, was zwei Menschen verbindet, ist es eben nicht genug, muss man nicht bleiben und sich gegenseitig aushöhlen, wenn es nie einen gemeinsamen Flow geben wird. Eine ähnliche Botschaft scheint in Radioheads „Weird Fishes/Arpeggi“ durchzuschimmern, das Kelly Lee Owens als Instrumental-Cover zum Albumopener gemacht hat. Mit dem Feeling der 80er-verliebten Serie „Stranger Things“.

Am meisten sticht ein Instrumental heraus: „Jeanette“, benannt nach Kelly Lee Owens Großmutter, die für Owens wie eine Mutter gewesen sein soll. „Jeanette“ ist leicht, verspielt, lebendig und kraftvoll.

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Kelly Lee Owens - Jeanette | Bild: Sound Station Strategy (via YouTube)

Kelly Lee Owens - Jeanette

Ihre Großmutter Jeanette lebe auf viele Arten in ihr weiter, sagt Owens. Und dieses Gefühl, das viele ausdrücken, die ihnen liebe Menschen gehen lassen mussten, ist nicht nur auf eine prägende oder spirituelle Art zu verstehen. Dieser Satz beschreibt das ganze Album. Owens ahmt den meditativen Flow nach, den wir uns viel zu oft und geradezu ironisch hart erarbeiten müssen: Mit sich selbst im Rhythmus sein und instinktive Wahrheiten erkennen. Im Leben und auf „Inner Song“.

Sie selbst sagte kürzlich dem britischen Guardian, sie sei ursprünglich „Team Indie“ gewesen, habe sich aber vor allem durch ihre Zusammenarbeit mit Daniel Avery auf dessen „Drone Logic“ Album mit Techno anfixen lassen. Im selben Artikel wurde sie dann sehr treffend als „a one-woman Berghain with synths and guitar“ beschrieben. Schon Kelly Lee Owens selbst betiteltes Debüt aus dem Jahr 2017 war ein großer Wurf, der im Poplager ebenso Freundinnen und Freunde fand, wie in der Clubkultur.

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Kelly Lee Owens - Night | Bild: Kelly Lee Owens (via YouTube)

Kelly Lee Owens - Night

Die Songs und natürlich auch Teile ihres übrigen Oeuvre wird Kelly Lee Owens im Herbst bei zwei Terminen in Berlin und München vorstellen.

Drücken wir gemeinsam die Daumen, dass bis dahin nichts - aber auch gar nichts dazwischenkommt.

präsentiert von Bayern 2/ZÜNDFUNK


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