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Generator Podcast Jahr der Rückkehr - Warum Ghana für Schwarze Deutsche so anziehend ist

2019 feierte Ghana das "Jahr der Rückkehr": Das Land will Nachfahren der Sklaven und schwarzen Menschen einen Heimathafen anbieten. Tausende Menschen aus der ganzen Welt haben das Programm genutzt und sind nach Ghana gekommen, darunter auch die Afrodeutschen Kevin, Semret und Darryl. Was hat ihnen das Jahr gebracht? Sendung von Malcolm Ohanwe.

Von: Malcolm Ohanwe

Stand: 18.09.2020

2019 war in Ghana das „Jahr der Rückkehr". Denn der Sklavenhandel begann dort im Jahr 1619. Vor 400 Jahren also haben Weiße Einwanderer Schwarze Menschen wie Ware abgefertigt und nach Amerika verschifft. Das westafrikanische Land will jetzt Nachfahren der Sklaven und Schwarzen westlichen Menschen allgemein auf dem Mutterkontinent Afrika einen Heimathafen anbieten. Über eine Millionen Menschen aus unter Europa, Nord- und Südamerika haben das Programm für sich genutzt und sind nach Ghana gereist, um dort Urlaub zu machen, zu arbeiten oder direkt hinzuziehen und die ghanaische Staatsbürgerschaft anzunehmen.

Unter den „Rückkehrer*innen“ sind auch einige Afrodeutsche. Für die Sendung treffe ich Schwarze Deutsche, die in Ghana eine neue Heimat gefunden haben. Aber auch Menschen, die dort einfach nur für eine Zeit lang arbeiten und leben wollten. Ich finde heraus, was es mit ihrer Identität und ihren Emotionen macht, und verliere mich auch selbst als Schwarze Deutsche Person im euphorischen Afrika-Rückkehr-Hype. 

Die Uni-Absolvent*innen Kevin Owusu, Semret Haile und Darryl Mbolo sind mit dem Afrodeutschen Akademiker Netzwerk (ADAN e.V.) in die ghanaische Hauptstadt Accra gereist, um sich beruflich fortzubilden. Sie haben zwei Monate in Accra gelebt und die Gründer*innen-Szene kennengerlernt und mit ghanaischen Startups zusammengearbeitet. Wir erfahren, wie es sich anfühlt einen beruflichen Arbeitsalltag als Afrikas-stämmige deutsche Person in einem afrikanischen Staat zu haben.  

Die Festung Elmina

Die Mitglieder des ADAN e.V. haben nicht nur in Ghana gearbeitet, sondern unter anderem auch einen emotionalen Trip ins Elmina Castle gemacht. Es zählt zu den größten Sklaven-Forts der Welt und ist heute ein Mahnmal für die Grauen des Sklavenhandels.

Auf dem Trip wird aber auch viel gelacht, gestaunt und gefeiert. Wir erkunden die wilde feucht-fröhliche und weltberüchtigte Party-Szene Accras, staunen über die majestätische Natur und treffen die Schwarzen Münchnerinnen Doreen und Dominique, die schon vor mehreren Jahren Deutschland Goodbye gesagt haben und in Ghana leben. Die beiden, die je einen weißen Elternteil haben, erzählen, wie viele Vorteile man als hellerhäutige Person in Ghana hat, und wie schnell man als afrodeutsches Mädchen in der ghanaischen High Society landet - und wieder ausgespuckt werden kann.

Mit einem Klick auf das Bild startet ihr die Sendung. Und hier könnt ihr den Generator-Podcast abonnieren!


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