Bayern 2 - Zündfunk


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Zündfunk Generator Steak und Kartoffeln aus dem Biotank? Was wir in Zukunft essen werden

Viehzucht und Landwirtschaft verschärfen Klimaerwärmung und Artensterben. Die Zukunft: Fleisch und Gemüse, ohne Weiden und Äcker in Nährlösung gewachsen. Nahrung aus dem Labor könnte maßgeblich dazu beitragen, umweltschonend die zunehmende Erdbevölkerung zu ernähren. Eine Betrachtung.

Von: Markus Metz

Stand: 30.04.2021

Klimawandel und Artensterben sind die gravierendsten Weltprobleme unseres Zeitalters. Und die hochindustrialisierte Vieh- und Landwirtschaft trägt entscheidend dazu bei. Jährlich werden weltweit 60 Milliarden Zuchttiere geschlachtet. Die Fleischproduktion ist also allein für 14,5 Prozent der globalen Treibhausgas-Emissionen verantwortlich. Die Landwirtschaft vergiftet Grundwasser und Böden mit Dünger und Pestiziden und riesige Monokulturen tragen zum Verlust der Artenvielfalt bei.

Klar ist: Es muss etwas passierten. Aber was? Weniger Fleisch essen, mehr Bio-Anbau und Permakultur, regionale Kreisläufe? Das beansprucht noch mehr Weide- und Ackerflächen und wird nicht reichen, um alle Menschen satt zu bekommen. Mist. Aber - wirklich helfen könnte die neue zelluläre Herstellung von Nahrungsmitteln: Fleisch ohne Tiere und Weiden, Getreide und Reis und ohne Pflanzen und Äcker. Stammzellen von echten Tieren und Pflanzen wachsen dabei in Tanks mit Nährlösung – ohne Stress durch Wetter und Schädlinge unter idealen Bedingungen. Statt dem Ersatz-Würstchen aus Soja echtes Fleisch ohne Tier.

Zellulär gewachsenes Hähnchen aus Tanks mit Nährlösung

In einem Restaurant in Singapur kann man zellulär gewachsenes Hähnchen bereits bestellen. Aber Start Ups und Konzerne arbeiten bei steigenden Aktienkursen dran, dass zellulär erzeugte Nahrungsmittel vermehrt zu haben sein werden. Wenn die 'naturidentischen' Produkte aus dem Biotank – wie es versprochen wird – gleich gut schmecken, gesünder sind und Klima und Umwelt entlasten, könnten sich bestehende Skrupel vor 'künstlicher' Nahrung schnell verflüchtigen.

Zu Wort kommen im Generator Oliver Stengel, Professor für Nachhaltige Entwicklung an der Hochschule Bochum, dessen Buch "Vom Ende der Landwirtschaft". Wie wir die Menschheit ernähren und die Wildnis zurückkehren lassen" gerade erschienen ist, und Ralf Seppelt, Professor für Landschaftsökologie an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg.

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