Bayern 2 - Zündfunk


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Generator Podcast Raumschiff Bundesliga: Wie die Corona-Pandemie die Liebe zum Fußball zerstört hat

Geisterspiele, die WM in Katar, neun Bayern-Meisterschaften in Folge, die Debatte um Sonderrechte. Die Liebe vieler Fans zum Fußball schwindet. Woher kommt das Unbehagen und warum wird es gerade in der Corona-Pandemie so greifbar? Eine Spurensuche.

Von: Ferdinand Meyen

Stand: 14.05.2021

Steckt der Profifußball in der Krise? Die negativen Schlagzeilen in den letzten Wochen haben sich jedenfalls gehäuft. Mutmaßliche Korruption bei der FIFA und der UEFA, der Skandal um das gekaufte Sommermärchen 2006, Ablösesummen, die eher nach Großaktionärsausschüttung als nach Volkssport klingen. Dazu Geisterspiele ohne Zuschauer, Sonderrechte für Fußballer in Coronazeiten und eine bevorstehende Weltmeisterschaft in Katar – einem Land, das Menschenrechte ungefähr so ernst nimmt wie Uli Hoeneß einstmals seine Steuererklärung. Haste Scheiße am Fuß, haste Scheiße am Fuß, hat ein bekannter Fußballer mal gesagt.

Privilegien für den Fußball im Lockdown

Dazu kommt bei vielen Fans ein Unbehagen. Ein Unbehagen mit dem System Profifußball in Zeiten der Pandemie. Denn trotz Kontaktbeschränkungen, Ausgangssperren, HomeSchooling und Homeoffice rollt der Ball in der Bundesliga unermüdlich weiter. Obwohl die Zuschauer in den Stadien fehlen und obwohl die Vereine immer wieder von Corona-Infektionen betroffen sind. Der Unmut in der Bevölkerung darüber wächst – nicht erst seit der absurden Ankündigung einiger europäischer Topvereine, eine eigene Super-League gründen zu wollen. Auch das Verhalten der Vereine in der Pandemie sorgte immer wieder für Kopfschütteln. Beispielsweise der FC Bayern, der sich in Zeiten beschränkter Reisefreiheit darüber beschwerte, aufgrund des Nachtflugverbots verspätet von Berlin nach Katar zur Club-WM reisen zu müssen. Viele haben kein Verständnis mehr für die Privilegien, die der Fußball in diesen Zeiten genießt. Und viele Fans spüren, dass es eigentlich nicht um den Fußball, sondern hauptsächlich um das Geld geht. Der Zündfunk-Generator geht diesem Unmut auf die Spur – und zeigt auch, dass die Abkapselung des Profifußballs vom Rest der Gesellschaft keine neue Entwicklung ist. Bereits in den Nuller-Jahren haben Bundesliga und Champions League damit begonnen, sich langsam zum Raumschiff zu entwickeln.

In dieser Sendung sprechen: Fußball Sachbuch-Autor und Initiator der Boykott-Katar-Kampagne Dietrich Schulze Marmeling, der Wirt und Besitzer der Sport-Kneipe "Stadion an der Schleißheimer Straße" Holger Britzius, der Medienwissenschaftler und Bürgermeister der Stadt Crailsheim, Christoph Grimmer sowie Investigativ-Reporter der Süddeutschen Zeitung, Thomas Kistner.

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