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Generator Podcast Zwischen Hollywood und Alltag – was "Black Panther" mit Black Lives Matter zu tun hat

Während die Black Lives Matter-Bewegung gegen Rassismus und Polizeigewalt auf die Straßen geht, läuft 2018 der erste schwarze Superhelden-Blockbuster in den Kinos. Wie hängen die fiktiven Helden der Popkultur mit der gesellschaftlichen Wirklichkeit heute zusammen?

Von: Markus Metz

Stand: 30.10.2020

Ein großer Widerspruch hat sich in den letzten Jahren verschärft, der Widerspruch zwischen der afroamerikanischen Alltagswirklichkeit und deren Repräsentation speziell im Kino. Hollywood öffnet sich immer weiter für people of color, es gibt nicht nur mehr und mehr erfolgreiche schwarze Schauspieler, sondern auch die Rollen wandeln sich deutlich. In Fernsehserien, Sitcoms, Talk Shows, im Nachrichtenwesen fehlt es gewiss nicht an nicht-weißen Protagonisten.

Die schwarzen Helden in Comics und Blockbuster-Filmen treten aus dem Hintergrund hervor, sie müssen nicht länger als Sidekicks und Team-Mitglieder Dienst tun. Und mit der Figur des Black Panther tritt der erste schwarze Blockbuster-Superheld einen phänomenalen Siegeszug um die ganze Welt an. Zu schweigen von den afro-amerikanischen Superstars in der Musik und im Sport. Das ist die eine Seite.

Der Widerspruch zwischen Popkultur und Wirklichkeit

Die andere Seite ist die andauernde Polizeigewalt gegen Schwarze, ihre Benachteiligung in allen Lebensbereichen, vom Job bis zur Wohnung, die Benachteiligung vor Gericht, der überproportionale Anteil an people of color in den Gefängnissen und nicht zuletzt die öffentliche Präsenz von rassistischen weißen Organisationen, vom Ku Klux Klan über die verschiedensten Vertreter von "White Supremacy" bis zu erklärten Faschisten. Die amerikanische Regierung ließ unter Präsident Donald Trump eine verhängnisvolle Nähe zu rassistischen weißen Organisationen zu und stellte sich nicht auf die Seite der demokratischen Gegenbewegung unter dem Motto "Black Lives Matter".

Echte Vorbilder oder Trostpflaster?

Sind die neuen und manche nicht mehr so neuen Black Heroes in der Pop-Kultur Vorbilder und Vorwegnahmen einer kommenden Gleichberechtigung? Oder sind sie Trost-Angebote und Beruhigungsmittel in einer Gesellschaft, in der es tatsächlich nicht selbstverständlich ist, dass ein schwarzes Leben genau so wertvoll ist wie ein weißes? Zum Zusammenhang zwischen medialem Traum und Alltagswirklichkeit äußern sich im Generator Tiffany Florvil, Dozentin am Fachbereich Geschichte der University of New Mexico, Stephanie Rance, Mitgründerin des Martha's Vineyard African-American Film Festival und Frank B. Wilderson, Aktivist, Autor und Professor für African American Studies an der University of California.

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