Bayern 2 - Zündfunk


5

Zum 50. Geburtstag Fünf Gründe, warum Jay-Z immer noch der King des Rap-Games ist

Shawn Carter alias Jay-Z wird am 4. Dezember 50. Und er ist immer noch ganz oben, im Rap-Business. Roderich Fabian hat sich gefragt: Warum gerade er? Die Antworten hat Jay-Z selbst gegeben - bei einem Zündfunk-Interview im Jahr 2003.

Von: Roderich Fabian

Stand: 04.12.2019

Jay-Z | Bild: picture-alliance/dpa

1998 erreichte erstmals ein Jay-Z-Album Platz eins der amerikanischen Charts. Das schafften um die Jahrtausendwende auch Leute wie DMX, Ja Rule, Master P oder Silkk the Shocker - aber die sind alle längst weg vom Fenster. Warum ist Jay-Z immer noch „on top of the game“? In meinem Interview von 2003 hat er eigentlich selber aufgedröselt, worauf es ankommt bei einer nachhaltigen Karriere. Da wäre zunächst mal:

1. Konkurrenz ja, Hass nein!

2003 galt der Rapper Nas als Jay-Zs größter Herausforderer. Sofort wurde in den Medien ein „Krieg“ zwischen den Rappern ausgerufen. Aber Jay-Z meinte dazu nur: „Rap baut auf Tapferkeit und Konkurrenz, genau wie beim Basketball. Ich habe nichts gegen Nas und finde es super, wenn Leute seine Musik kaufen. Es geht hier nur um den Wettbewerb.“
Jay-Z hatte dann auch kein Problem damit, mit einer Mainstream-Band wie Limp Bizkit zu kollaborieren. Denn er hat das alte David Bowie-Prinzip beherzigt:

2. Immer wieder Neues!

YouTube-Vorschau - es werden keine Daten von YouTube geladen.

Jay Z Hard knock life | Bild: LeStEr0702 (via YouTube)

Jay Z Hard knock life

„Ich gehe musikalisch immer wieder neue Wege, lege mich niemals fest. Man muss das Spiel öffnen, immer etwas ausprobieren. Zum Beispiel ein Broadway-Stück sampeln -  wer macht das schon?“ Der Kinderchor aus „Hard Knock Life“ stammt tatsächlich aus einem Broadway Musical. Aber gleichzeitig hat Jay-Z immer aufgepasst, den Kontakt zur Basis nicht zu verlieren:

3. Bleib authentisch bei den Texten!

„Die Leute müssen deine Texte respektieren, ganz egal wie erfolgreich du bist oder wie oft du schon im Mainstream gelandet bist. Dieser ist Respekt wichtig, also gebe ich mir mit den Texten größte Mühe.“
Texte allein reichen auf dem Level von Jay-Z aber nicht. Er muss sich auch in öffentliche Diskurse einmischen, um relevant zu bleiben:

4. Nutz deine Prominenz für die Community!

„Mir ist klar, wir können etwas bewegen! Als sie in New York die Mittel für Schulprogramme kürzen wollte, bin ich zum Radio gegangen und habe die Kids aufgefordert auf die Straße zu gehen. So 100.000 Kids haben an dem Tag protestiert - eine aufregende Sache. Wenn ich der Community helfen kann, tue ich das.“
Und zu guter Letzt: Jay-Z hat schon 2003 nicht nur Musik gemacht, sondern sich unternehmerisch auf diversen Feldern versucht und schön kapitalistisch investiert. Sein Motto:

5. Lass das Geld arbeiten!

"Jay-Z, das ist doch der Ehemann von Beyoncé"

„Mein Leben ist ständig in Bewegung, ich arbeite für mein Label Roc-a-Fella, meine Modefirma Rocawear, für die Escada Foundation, drehe Werbespots. Jeder Tag ist anders. Es ist aufregend“
Seitdem gründete er eine Kette von Sport-Bars, vertiefte er seine Zusammenarbeit mit Kanye West, heiratete 2008 Beyoncé, mit der er inzwischen drei Kinder hat. Er rief die Agentur Roc Nation ins Leben, kaufte sich bei dem Basketballteam Brooklyn Nets ein, startete 2014 den Streamingdienst Tidal und stieg bei einer App ein, die private Businessreisen vermittelt. Jay-Z lebt den amerikanischen Traum. Nächstes Jahr wird sein neues Album erscheinen. Es wird auf Nummer eins gehen. Ein Ende ist nicht in Sicht. Happy birthday, Jay-Z!


5