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#failoftheweek 50 Jahre Mondlandung - oder eine der härtesten Verschwörungstheorien der Geschichte

Viele Menschen glauben, dass die Amerikaner nicht auf dem Mond waren - dabei haben es sogar die Sowjets bestätigt. Christian Schiffer entzaubert in seiner Kolumne die Verschwörungstheorien rund um 50 Jahre Mondlandung.

Von: Christian Schiffer

Stand: 19.07.2019

Beutel Mondlandung "Fake News" aus der Ausstellung "Verschwörungstheorien früher und heute" | Bild: picture-alliance/dpa

Beverly Hills am 9. September 2002. Buzz Aldrin will ein Hotel verlassen, doch leider ist da dieser unangenehme Typ. Der ihm die ganze Zeit hinterherläuft und ihn bedrängt, auf die Bibel zu schwören. Buzz Aldrin soll schwören, dass er wirklich und tatsächlich auf dem Mond war. Bei der übergriffigen Nervensäge handelt es sich um Bart Sibrel, einem höchst umstrittenen Filmemacher und Autor. Er glaubt, dass die Amerikaner nie auf dem Mond waren. Und schon gar nicht Buzz Aldrin.

Ewiger Zweiter: Buzz Aldrin

Buzz Aldrin ist eigentlich eine coole Wurst: Buzz Aldrin bleibt cool, als er im Korea-Krieg 66 Einsätze fliegt. Buzz Aldrin bleibt cool, als er 1966 zu seinem ersten Raumflug startet. Und Buzz Aldrin bleibt cool, als er am 21. Juli 1969, um 03:15 mitteleuropäischer Zeit als zweiter Mensch den Mond betritt. Doch jetzt an diesem schönen Septembertag 2002, an dem er, die Weltraum-Legende, von Bart Sibrel beschimpft wird, als Feigling, als Lügner und als Dieb, da bleibt Buzz Aldrin nicht mehr cool.

Es ist nur ein kleiner Faustschlag von Buzz Aldrin, aber ein großer für die Menschheit. Zumindest für den Teil der Menschheit, der es satt hat, dass Leute wie Bart Sibrel ihren Quatsch absondern.

Seit 50 Jahren diskutieren wir

Vor 50 Jahren ist die Menschheit auf dem Mond gelandet. Und seit 50 Jahren gibt es bekloppte Mondlandungsverschwörungstheorien. Seit 50 Jahren diskutieren wir Indizien wie:

  • Die Flagge weht! Dabei gibt es auf dem Mond doch gar keine Luft. Und wo es keine Luft gibt, gibt es auch keinen Wind! Und wo es keinen Wind gibt, da kann auch keine Fahne wehen!

Doch. Sie weht zwar nicht, aber sie bewegt sich. Denn die Fahne wurde an einer dünnen Aluminium-Stange angebracht. Und wenn man die in den Boden rammt, dann bewegt sich auch die Fahne.

  • Keine Sterne! Aber, aber Warum sind da keine Sterne am Mondhimmel zu sehen!

Das liegt an der Belichtungszeit. Die Fotos wurden mit kurzer Belichtungszeit und kleiner Blende aufgenommen. Hätte man gewusst, dass Verschwörungstheoretiker deswegen irgendwann ein gewaltiges Alu-Fass aufmachen, hätte man damals vermutlich anderes Equipment benutzt.

  • Die Schattenwürfe! Auf den Bildern sind DEUTLICH mehrere Schatten zu sehen. Obwohl es nur EINE Sonne gibt!

…aber ZWEI Lichtquellen. Nämlich die Sonne und Mond, der das Sonnenlicht nochmal zurückstrahlt. Für alle, die es genau wissen möchten. Google mal „Albeldo“.

Ist der Mond nur ein Hologramm?

Sogar die Sowjets haben bestätigt, dass die Amerikaner auf dem Mond waren. Und trotzdem gibt es genügend Leute da draußen, die es angeblich besser wissen. Wobei es verschiedene Varianten dieser Verschwörungstheorie gibt. Es gibt auch Menschen, die glauben, dass die Amerikaner zwar auf dem Mond waren, dort aber auf Außerirdische gestoßen sind. Weil sie diese "Stranger Things" aber der Menschheit vorenthalten wollten, haben sie die Mondlandung auf dem Boden nachgedreht – ganz schön kompliziert. Aber möglichst „kompliziert“ und möglichst verworren: das gehört zur DNA zur inneren Logik von Verschwörungstheorien. Und ja, wahrscheinlich existiert der Mond gar nicht, sondern ist nur ein verteufeltes Hologramm.

Glaubt man eine Verschwörungstheorie, dann glaubt man viele. Der Fantasie sind dabei oft kaum Grenzen gesetzt. Gerade hat sich ein spanischer Fußballverein in "Flath Earth FC" umbenannt, Der Klub-Chef hängt der Verschwörungstheorie an, dass die Erde eine Scheibe ist. Seitdem hat der Klub viele neue Anhänger. Verschwörungstheorien wird es also auch noch die nächsten 50 Jahre geben. Und nein, wir verraten Euch nicht, wer diesen Fail Of The Week geschrieben hat. Und in wessen Auftrag!


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