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Zum 80. Todestag von Eleanor Rigby Who the fuck is... Wie es Leute wie Du und ich in die Popgeschichte schaffen

Am 10. Oktober ist der 80. Todestag von Eleanor Rigby - bis zum gleichnamigen Beatles-Song eine völlig unbekannte Frau, Paul McCartney hatte ihren Namen auf einem Grabstein gelesen. Stellt sich die Frage: Wie schafft man es noch in einen Pophit? Eine Anleitung von Roderich Fabian.

Von: Roderich Fabian/Ferdinand Meyen

Stand: 10.10.2019

Grabstein von Eleanor Rigby in Liverpool | Bild: picture-alliance/empics

Auf dem Friedhof der Sankt-Peters-Kirche steht der Grabstein von Eleanor Rigby. Gestorben am 10. Oktober 1939, mit 44 Jahren. Paul McCartney diente ihr Name zu einem der größten Hits der Popgeschichte. Wer sie war? Eine vollkommen unbekannte Frau. Die folgenden Beispiele zeigen, wie Menschen wie Du und ich, es ebenfalls in die Popgeschichte schaffen können.

In Teenagertagen mit einem Rockstar anfreunden

Ray Davies von den Kinks ist ein Spezialist, ganz normalen Leuten Geschichten zu verpassen. 1967 erschien „David Watts“, eine ironische Hommage an Rays schönsten und reichsten Mitschüler in seinen Teenagertagen. „David Watts“ wurde später auch von Paul Weller und The Jam gecovert. Eigentlich eine gute Taktik, oder? Schon in Teenagertagen undwiderstehlich sein und so ein paar Mitschüler beeindrucken, die einem dann später einen Song widmen.

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The Kinks - David Watts (Official Audio) | Bild: The Kinks (via YouTube)

The Kinks - David Watts (Official Audio)

Ein seltsames Hobby besorgen

Ebenfalls 1967 erschien von Pink Floyd ein Song über einen Mann mit einem „seltsamen Hobby“. Der Mann hieß „Arnold Layne“ und klaute Damenunterbekleidung von Londoner Wäscheleinen. Laut Songwriter Syd Barrett soll es diesen Arnold Layne wirklich gegeben haben. Ok, wir raten zu einem weniger verfänglichem Hobby, aber seltsam sollte es schon sein. Lasst Euch was einfallen.

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Pink Floyd Arnold Layne (Rare) "Music Video" | Bild: KissTheSky321 (via YouTube)

Pink Floyd Arnold Layne (Rare) "Music Video"

Einen verdächtigen Namen haben

Irgendwie verdächtig ähnlich klingt der Name „Ernold Same“, den Blur ihrem Protagonisten 1995 gegeben haben. Ernold Same macht jeden Tag das Gleiche, der typische Spießer, der keine Überraschungen will und sein Leben vergeudet. Wahrscheinlich gibt es keinen realen „Ernold Same“, aber bestimmt viele, die so leben wie er.

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Blur - Ernold Same - The Great Escape | Bild: Blur (via YouTube)

Blur - Ernold Same - The Great Escape

Die Mutter eines Rockstars sein

Trotz Eleanor Rigby: Meist wurden eher volle Männernamen gedroppt in Popsongs. Eine Ausnahme ist da „Mary Skeffington“ von Gerry Rafferty - ihr wisst schon: "Baker Street", "Stuck in the Middle with you". Im traurigen Leben der Mary Skeffington, die von der Vergangenheit träumt,  kannte sich Rafferty aus: Es war der Mädchenname seiner Mutter. Also, willst Du in die Popgeschichte eingehen: Augen auf bei der Kinderwahl!

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Mary Skeffington | Bild: Gerry Rafferty - Topic (via YouTube)

Mary Skeffington

Sei ein Phantom

Kennt jemand Frank Mills? Gemeint ist nicht der gleichnamige Konzertpianist, sondern ein netter Typ, der in Brooklyn lebte und ein bisschen wie George Harrison ausgesehen haben soll. Er taucht als Song im Musical „Hair“ auf, und Evan Dando von den Lemonheads hat den Song über den verschwundenen Typen gecovert. Mach dich also rar. Dann wird Dir vielleicht auch ein Song gewidmet.

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Hair (1979) -  Frank Mills | Bild: GUILHERME FERREIRA (via YouTube)

Hair (1979) - Frank Mills

Einfach sexy und unwiderstehlich wirken

Frank Mills wird übrigens immer noch gesucht, falls ihn jemand kennt... Wir halten uns so lange an den unbekannten Supertypen „Nathan Jones“, der ebenfalls vermisst wird, und zwar von den Supremes. Nach dem Abgang von Diana Ross hatte die Girl Group damit noch mal einen funky Hit.

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The Supremes  "Nathan Jones" 1971 My Extended Version No. 2 | Bild: mosogotam (via YouTube)

The Supremes "Nathan Jones" 1971 My Extended Version No. 2

Von der Ex ermordet werden

Kommen wir zum unglückseligen „Henry Lee“, der von seiner verlassenen Geliebten gemeuchelt wird. Eine Mörderballade - geschrieben natürlich von Nick Cave und gesungen mit PJ Harvey. Natürlich eher die unschöne Variante, in einem Popsong aufzutauchen. Aber eine Methode für all diejenigen, die es mit dem Unwiderstehlichsein übertrieben haben.

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Nick Cave & The Bad Seeds - Henry Lee (Official Video) | Bild: Parlophone Records (via YouTube)

Nick Cave & The Bad Seeds - Henry Lee (Official Video)

Im Drogensumpf absacken

Und damit wir wenigstens einmal in die deutsche Popgeschichte schauen, gibt‘s dann noch den „Tag, als Conny Kramer starb“. Der arme Conny war ein Drogenopfer, der Song sozusagen ein Protestlied aus der ZDF-Hitparade, die Melodie aber immerhin von Robbie Robertson. 1972 auf Deutsch besungen von der damals 15-jährige Juliane Werding. Es war ihr größter Hit, dann ging’s allmählich abwärts. Aber Conny Kramer wirkt fort.

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Juliane Werding - Am Tag als Conny Kramer starb | Bild: Schlagermusikgirl40 (via YouTube)

Juliane Werding - Am Tag als Conny Kramer starb


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