Bayern 2 - Zündfunk

Generator Podcast Warum nur wenige mit Kultur im Netz Geld verdienen – und wie sich das ändern lässt

Twitch-Streamer MontanaBlack, TikTok-Tänzerin Charli D'Amelio und andere Influencer und Kreative verdienen im Netz Millionen. Sie sind die Profiteure der Creator Economy, in der Kultur von allen gemacht wird. Eine gelebte Utopie?

Von: Gregor Schmalzried

Stand: 12.11.2021

MontanaBlack, der deutsche Twitch-Streamer, der mit dem Zocken von Videospielen Millionen verdient. „True Crime Obsessed“, ein Podcast, der über den Community-Service Patreon über 200.000 Dollar im Monat einnimmt. Oder Charli D'Amelio, eine Teenagerin, die in ihrem Schlafzimmer TikTok-Videos dreht und innerhalb von einem Jahr zum Weltstar wird. Nur, indem sie tanzt, und sich dabei filmt.

Für sie alle hat sich das Versprechen der Creator Economy eingelöst. „Creator Economy“ – so wird sie gerne genannt, die Klasse von Kreativen und Influencern, die im Internet ihr finanzielles Glück suchen. Ihre Vorbilder sind moderne Popstars, deren Namen kein Mensch über 30 je gehört hat.

Wie repräsentativ sind MontanaBlack oder Charli D'Amelio?

Digitale Werkzeuge und Plattformen versprechen heute: Es war nie einfacher, mit der Lieblingsleidenschaft Geld zu verdienen. Geschichten, Basteleien, Musik oder digitale Kunst – für alles gibt es heute einen Markt im Internet. Das ist die Vision der sogenannten Creator Economy.

Aber: Sind Leute wie MontanaBlack oder Charli D'Amelio wirklich repräsentativ? Sorgt die Creator Economy wirklich für bessere Bezahlung und mehr Möglichkeiten für Künstlerinnen und Künstler? Was muss passieren, damit alle davon profitieren können – und nicht nur einige wenige? Und führt dieses Modell wirklich zu besserer Kunst als die Gatekeeper-Modelle des 20. Jahrhunderts?

Dazu sprechen wir mit Jeanne Lam und Aron Levitz, beide aus der Chefetage von Wattpad, einer kanadischen Story-Plattform, auf der Geschichten und Romane hochgeladen und monetarisiert werden können. Chiara Greußing, Studentin, schreibt zum Beispiel gerade ihren zweiten Roman auf Wattpad, ist aber noch weit davon entfernt, damit Geld zu verdienen.

Nicht abhängig machen von Plattformen wie OnlyFans

Ähnlich geht es vielen Podcasterinnen und Podcastern und Indie-Musikerinnen wie Sandra Gern, die alternative Bezahlmodelle für Musik erforscht, aber auch Producerinnen und Producern von erotischem Content wie „Girl on the Net“, die bewusst nur über ihre eigene Website veröffentlicht, weil sie sich nicht von OnlyFans & Co abhängig machen möchte.

Und dann gibt es da noch die Idee des „Metaverse“, angetrieben u. a. vom US-amerikanischen Venture Capitalist, also Risikokapitalgeber Matthew Ball, dem zufolge wir auf eine umfassende virtuelle Welt zusteuern, in der wir digitale Güter so selbstverständlich tauschen und verkaufen werden, wie wir es heute mit analogen tun.

Dieser Zündfunk-Generator beschäftigt sich mit der digitalen Kultur der Zukunft. Einer Kultur, die von allen gemacht wird. Aber auch für alle?

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