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Neue Rap-Generation Diese 14 deutschsprachigen Female MCs müsst ihr kennen

Egal, ob Underground oder vor dem Sprung auf die ganz große Bühne. Von Modus Mio-Playlist, über Electro-Beat bis zu BoomBap. Weibliches Empowerment ist am Start im Deutschrap. Wo? Unter anderem in diesem Listicle. Wir stellen euch deutschsprachige Female MCs mit großem Potenzial für die Zukunft vor.

Von: Alba Wilczek

Stand: 10.09.2020

Fünf deutschsprachige Female MCs | Bild: Eunique, badmómzjay, Layla, Genuva, Haszcara

Es ist nichts Neues mehr, dass sich im Deutschrap-Kosmos immer mehr in Sachen female Empowerment tut. Nach jahrelangem Kampf gegen Stigmata und Sexismus, ist der Struggle zwar immer noch real, die Tür für Frauen ist aber einen großen Spalt weiter aufgegegangen als früher. Endlich. Endlich ballern auch weibliche MCs ihre Tracks einfach raus in den meist digitalen Äther, trauen sich etwas und - das ist fast das wichtigste - dürfen, wie sonst eher nur Männer, auch mal noch „ungeschliffen" sein, ja, sogar mal scheitern. Unter den vielen neuen Teilnehmerinnen im Rap-Roulette, haben wir hier 14 durch die Bank vielversprechende MCs der New Generation aufgelistet. Für die meisten gilt als Währung noch: Social-Media-Reichweite.

1. Die P

Wir starten gleich mit krasser Ansage. „Die P übernimmt, brauch keine Eier“ rappt die erste Künstlerin in dieser Liste. Dope. Und einen ersten größeren Step in diese richtige Richtung hat die Frau aus Bonn dann endlich letzten Mai gewagt - raus aus dem Underground. Der Grund: ihre zweite EP „Das Tape“. Es ist die bisher erfolgreichste Veröffentlichung von Die P (gesprochen: Pi). Und „Das Tape“ ballert. Auf fünf Songs räumt die Bonnerin mit der kommerziellen Rapszene auf. Ihre Themen: Realness, Kredibilität, Respekt und auch der Kampf mit sich selbst wird immer wieder thematisiert. Das Besondere? Der beachtlich beständige Flow der Bonnerin. Und ihre Coolness. Es wirkt so, als wäre es gar nicht ihre Intention, die Rapszene gerade „Hops“ zu nehmen. Sie tut es eben einfach. Es kommt so aus ihr heraus.

Prädikat: Irre gut. Hat was von: Lauryn Hill, Queen Latifah, Biggie.

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Die P - Angesagt (prod. by Big Roo) | Bild: Die P (via YouTube)

Die P - Angesagt (prod. by Big Roo)

2. badmómzjay

Purpurrote Haare. Freches Mundwerk. Ballernde 808s. Das ist badmómzjay aka Jordan. Das Girl aus dem Berliner Umland ist gerade einmal 17 Jahre alt. Meint man gar nicht, gell? Tja. Jordan zeigt uns, was mit Social Media alles möglich ist für junge Künstlerinnen, Parade-Beispiel sozusagen. Ganz ohne Release hat sie auf Instagram früh mit Freestyle- und Cover-Videos auf sich aufmerksam gemacht. Der Plattenvertrag bei Universal folgte, die erste große Single „Zirkus“ dann im Februar 2020. Mittlerweile haben ihre Videos auf Youtube Millionen Aufrufe und Jordan fast eine halbe Millionen Follower*innen. Markenzeichen: Badmómzjay vermischt in ihren Tracks Englisch und Deutsch und wirft in den Lyrics mit Ausdrücken beider Sprachen um sich. Okay, ja, sie macht eher kommerziellen Rap, bleibt aber trotzdem relevant. Auch wertvoll: Immer wieder schreibt sie auf Social Media auch über ihren eigenen Struggle als bisexuelle Person und teilt Pride-Content. Schön. Die eine rassistisch-anmutende Line auf ihrem jüngst erschienenen Song „Snowbunny“ hätte sie sich trotzdem sparen können. Viel Kritik gab’s dafür von der Instagram-Community. Jordan hat sich entschuldigt. Wir müssen eben alle noch lernen.

Prädikat dennoch: viel Potential und gerade on the Rise. Hat was von: Iggy Azalea, Bhad Babie.

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badmomzjay 04.10.2019 | 19:32 Uhr Back at it again 🎙 real Rap bitch this ain’t no pop shit 😘 Beat: @thisismaxe

Back at it again 🎙 real Rap bitch this ain’t no pop shit 😘  Beat: @thisismaxe | Bild: badmomzjay (via Instagram)

3. Yael

Diese Frau ist schon lange ein Geheimtipp im Deutschrap - zu lange. Ihr Debütalbum „A Story of a Strange“, das letzten Sommer beim Berliner Label Urban Tree Music erschien, fand in der Rap-Szene erstmals breiten Anklang. Was Yael so gut macht? In ihrer Musik vereint sie liebevoll guten Pop mit swaggy HipHop-Shit. Auf dem Programm: Emotionen, die man ihr abnimmt, ein Auge für alles Schöne und hochqualitative Beats. Letztere kommen auch mal von angesagten Producern wie dem Berliner AsadJohn. Das klappt gut. Bemerkenswert sind aber nicht nur die feinfühligen Lyrics und Klangwelten des Albums. Auch das Artwork, inspiriert von Gauguin oder Picasso, zeigt, in welche Richtung Yael mit ihrer Kunst geht. Sie verbindet Neues mit Altem, Kommerz mit Nische und Roughness mit Sanftmut.

Prädikat: zum darin Verlieren. Hat was von: Sade, Rihanna, Cassandra Steen

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YAEL - Change feat. Loop (Splitvideo) | Bild: UrbanTreeMusic (via YouTube)

YAEL - Change feat. Loop (Splitvideo)

4. Alyssa

Auf das Talent Alyssa hat mich ein neues Youtube-Format von Berliner Producer-Gott Figub Brazlevic aufmerksam gemacht - Shoutout an dieser Stelle -, es heißt „Booth Brothers/Sisters“. Wöchentlich holt er seine Lieblings-MCs zu sich, lässt sich ein Tempo von ihnen geben und baut dann einen Beat, zu dem die MCs freestylen oder vorbereitet ein paar Bars rappen. Alyssa war eine der ersten Frauen, die Figub ins Format geholt hat. Ich war direkt in ihrem Bann. Coole Delivery, mörder Lines und eine lässige Homegirl-Attitude. Dazu eine Prise spielerische Arroganz. Hammer. Ihre erste Single „Neu“ kam jüngst auch endlich auf den Markt. Hier beweist Alyssa auch, dass da nicht nur Rap-, sondern ebenfalls Gesangs-Talent am Start ist.

Prädikat: Spannend. Hat was von: Alicia Keys, Lil Kim.

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Booth Sisters # 027 - Alyssa - Hermana (prod. #FigubBrazlevic) | Bild: Krekpek Records (via YouTube)

Booth Sisters # 027 - Alyssa - Hermana (prod. #FigubBrazlevic)

5. Layla

Für mich die Überraschung des Jahres bisher. Der Grund: Ihr Auftritt bei den Berliner ABOVEGROUND-Sessions auf Youtube. Ich kannte sie vorher nicht, aber nach der Performance war ich ein Ultra. Warum? Attitude, Delivery, Lyrics. Aber seht selbst:

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ABOVEGROUND SESSION 07 - LAYLA | Bild: ABOVEGROUND (via YouTube)

ABOVEGROUND SESSION 07 - LAYLA

Dieser Text. Dieses Face. Diese Gestik. Alles stimmt bei diesem Video. Das hat auch Deutschrap ziemlich schnell gemerkt. Wenige Wochen später dann: „Choppa“ als erste Single auf Spotify, tausende neue Follower*innen und mehrere Shoutouts von bekannten HipHop-Journalist*innen wie zum Beispiel Salwa Houmsi. Mittlerweile hat Layla schon vier Songs draußen. Ein weiterer Ansage-Track („Hustla“), die R&B anmutenden Single „24/7“ (mit Producer-Hoffnung Agajon) und zuletzt ein Ausflug in den Electro („Blicke“). Die Berlinerin ist wahnsinnig wandelbar. Ganz klar, so hat sie selbst doch einiges zu bieten: Stabiler Flow, freche Attitüde, nen Ticken Arroganz, Gesangstalent und ein Haufen Selbstbewusstsein. Pro-Tipp: Ihr Instagram @laylaboe auschecken. Viel Selflove-Content, eine Prise Esoterik, immer wieder Sex-Talk und selbstironisch-quirlige Tiktoks.

Prädikat: Gute Basis für mehr. Hat was von: Princess Nokia, Erykah Badu.

6. Eunique

Auch sie darf nicht fehlen. Die gefährliche Kobra aus Hamburg. Eunique war einer der aufstrebendsten deutschen MCs der letzten Zeit. Seit über einem Jahr ist es still um sie geworden. Was genau los ist, weiß man immer noch nicht so genau. Immer wieder droppt Eunique aber Hinweise auf ihrem Social Media. Unstimmigkeiten mit ihrem Management gäbe es. Sie sei zur Verschwiegenheit gezwungen, hätte keine Möglichkeit bzw. Rechte, ihre fertige Musik zu veröffentlichen. Sogar einen Hashtag gibt’s dafür: #freeeunique. Hm. Schade. So wird das Potential der Kobra unterdrückt. Wir können nur hoffen, dass sie sich bald aus ihrer Situation befreien und endlich wieder abreißen kann. Tipp: einfach mal auf ihr Insta spitzen, dort gibt sie immer wieder Freestyle oder kurze Track-Bits zum Besten. Zur Überbrückung sozusagen.

Prädikat: #freeunique, wir wollen mehr. Hat was von: Little Simz.

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Eunique ► 040 ◄ prod. Michael Jackson & Lucry [Official Video] | Bild: Eunique (via YouTube)

Eunique ► 040 ◄ prod. Michael Jackson & Lucry [Official Video]

7. Genuva

Es ist ein gutes Jahr für Newcomerinnen im Rap. Und mit Genuva trat anfangs des Jahres ein weiteres Talent auf den Plan. Unterstützt wird sie dabei auch von HipHop.de-Ikone und Moderator Rooz, der alle vier Genuva-Singles, die bisher veröffentlicht wurden, produziert hat. Kein Wunder, die Rapperin hat Stil und Talent. Sie rappt sauber, wechselt immer wieder souverän in Doubletime (doppelte Geschwindigkeit) und auch das Vermischen von englisch und deutschen Lyrics verläuft geschmeidig. Immer schwingt dabei auch Soul mit. Singen kann Genuva auch. Das hört man vor allem auch auf ihrem Instagram-Kanal, der jetzt schon 50.000 Follower*innen zählt. Ihr neuester Track „No Mercy“ ist ein Brett. Video, Lyrics und ihr Auftreten zeigen: Genuva hat Hunger.

Prädikat: nimmt erst Anlauf. Hat was von: Missy Eliott, eine Bratz Doll.

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GENUVA - No Mercy [Official Video] | Bild: GENUVA (via YouTube)

GENUVA - No Mercy [Official Video]

8. Ace Tee

„Oh, Baby bist du down, down?“ Na, wer erinnert sich noch an den Sommerhit 2016? Der Track von der Berlinerin Ace Tee hat es damals über die Vogue sogar in die amerikanischen Blogs und Radios geschafft. Krass, aber es sollte bis heute tatsächlich ihr einziger großer Hit bleiben. Seit drei Jahren war es auch ganz schön ruhig um Tarin Wilda, wie Ace Tee mit bürgerlichem Namen heißt. Bis jetzt eben. Nach gefühlt ewigem An-Teasen durch Posts auf Social Media, hat die Designerin einer eigenen H&M-Kollektion letzten Monat endlich ein Lebenszeichen von sich gegeben: mit dem Song „Hunnies“. Und sie gibt uns freshe Looks, krasse Attitüde und Hotness. Ace Tee hat sich weiterentwickelt. Schön zu sehen. Meiner Meinung nach wird sie hierzulande meilenweit unterschätzt. Ace Tee hat internationales Potential, was sie schon bewiesen hat. Aber gut, warten wir’s ab. Die nächsten Wochen soll mehr von ihr kommen.

Prädikat: hohe Erwartungen. Hat was von: Ciara, TLC, den 90ies generell.

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Ace Tee - HUNNIES | Bild: AceTeeVEVO (via YouTube)

Ace Tee - HUNNIES

9. Ebow

Diese Künstlerin ist schon länger „zündfunk-bekannt“: Ebow aus München, mit Wohnsitz in Wien bzw. Berlin. Mit Hymnen wie „K4Life“ oder „Ebow400“ ist sie eine wichtige Stimme der deutschen Diaspora. In Rap- sowie Nicht-Rap-Kreisen. Ebow ist selbst queer und erfuhr deswegen und aufgrund ihres Migrationshintergrundes oft Diskriminierung. Immer wieder ist sie Gast in Podcasts, Diskussionsrunden oder Panels zu Themen wie Rassismus, Feminismus oder LGBTQI+-Community und thematisiert all das auch oft in ihrer Musik. Ebow vereint Ghetto, Sozialkritik und Intellektualität in Rap, der nach vorne geht. Manchmal kommt das aggressiv, manchmal sanft, manchmal unangenehm. Immer ist unnachahmbare Coolness am Start. Gut so.

Prädikat: Deutschrap, nein - Deutschland braucht Ebow. Hat was von: Tupac, Tic Tac Toe.

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EBOW - SCHMECK MEIN BLUT (prod. by walter p99 arke$tra) [official video] | Bild: Seayou Records (via YouTube)

EBOW - SCHMECK MEIN BLUT (prod. by walter p99 arke$tra) [official video]

10. Azisa

Auch auf Azisa wurde ich durch das Figub Brazlevic Format „Booth Brothers/Sisters“ aufmerksam. Wenn in dieser Liste jemand wirklich noch Untergrund ist, dann sie. Nur einen Song hat die Frankfurterin auf Spotify und zwei Videos auf Youtube. Joa. Nicht viel Material. Aber genug, um festzustellen: Azisa ist dope. Ganz smooth freestyled sie in Figub’s Booth Bars ins Mikro. Roh wie Lachs. Aber irre gut. Wir bekommen Erkyah-Badu-, nein Joy-Denalane-, nein Lauryn-Hill-Vibes. Ach egal.

Prädikat: Bitte mehr von der „Prinzessin aus Zamunda mit dem Soul-Glow-Flow“. Hat was von: siehe zwei Sätze vorher.

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Booth Sisters # 007 - Azisa - Freestyle (prod. #FigubBrazlevic) | Bild: Krekpek Records (via YouTube)

Booth Sisters # 007 - Azisa - Freestyle (prod. #FigubBrazlevic)

11. BABYJOY

Mit 4.000 Follower*innen auf Instagram ist BABYJOY wohl eine der am wenigstens (Social-Media)-bekannten MCs auf dieser Liste. Und eine der mysteriösesten. Nur ein paar Facts sind über die Künstlerin bekannt: sie wohnt in Berlin, spricht fließend französisch, englisch und deutsch und sie rappt. Obviously. Ihr größter Hit bisher: „Traum“, der vor einem Jahr herausgekommen ist. Eingängig, minimalistisch, magisch. 2020 hat BABYJOY bisher drei Tracks veröffentlicht. Der letzte, „Pour de vrai“, ist ein Hybrid aus deutsch und französisch: BABYJOY liefert Soul, Unangestrengtheit und einen guten Flow. Viel Reichweite erzielt sie damit im Moment noch nicht. Es bleibt zu hoffen, dass bald mehr auf die Künstlerin aufmerksam werden. Talent ist auf jeden Fall da.

Prädikat: zum Träumen. Hat was von: Solange, Gims, Cassandra Steen.

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Traum | Bild: BabyJoy - Topic (via YouTube)

Traum

12. Haszcara

Diese Frau ist eine der technisch versiertesten Künstler*innen hier. Okay, nicht nur hier. Im Deutschrap generell. Haszcara hat Skills. Egal ob auf der großen Bühne bei Live-Shows, beim Cyphern oder auf Tape - sie liefert. Und sie ist wandelbar. Turn Up, Emotion, Gesellschaftskritik und Punchlines. Haszcara kann das alles. Nicht ohne Grund gilt sie in Non-Kommerz-Kreisen als Ausnahmetalent. Mit ihrem Debütalbum „Polaris“ hat die Göttinger Künstlerin vor zwei Jahren ein Zeichen gesetzt. Dort rappt sie etwas „Jetzt ist Haszcara an der Reihe. Rapper machen auf divers, dabei labern sie das Gleiche“ oder „Nenn mich ruhig Schlampe, aber sag mir wann hört endlich auf, dass sich jeder als harter Mann verkleidet“ (Track: „Lauter Rapper“). Auch 2020 bleibt Haszcara nicht tatenlos und veröffentlichte im April die „Hautnah EP“. Weiter so bitte. Und mehr.

Prädikat: wir beobachten in Ehrfurcht. Hat was von: Cora E., Kitty Kat.

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ℌ𝔞𝔰𝔷𝔦 - (D)EIN BUDDY.mp3 | Bild: Haszcara (via YouTube)

ℌ𝔞𝔰𝔷𝔦 - (D)EIN BUDDY.mp3

13. Presslufthanna

Diese MC ist die Definition von Realkeeping. Mal aggressiv, mal nachdenklich packt die Kielerin ihre Gedanken in Bars, immer begleitet von passenden Beats von Producer-Homies Plasma. Ihre Tracks zeugen von explosivem Flow und massig BoomBap-Attitüde. Kein Wunder, dass die Kielerin aus dem Battlerap kommt. Egal, ob Live oder auf Platte. In der Cypher oder auf der Festival-Bühne. Wie so ein Presslufthammer eben (hehe). Zum ersten Mal sah ich sie auf dem Explizit-Rap-Festival in Nürnberg im Februar 2020. Für mich der beste Auftritt der ganzen drei Tage.

Prädikat: Echt. Hat was von: Cora E., Pippi Langstrumpf.

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Presslufthanna X plusma X Sotah X Phillip Dornbusch - Kopf über Wasser | Bild: Pressluft hanna (via YouTube)

Presslufthanna X plusma X Sotah X Phillip Dornbusch - Kopf über Wasser

14. Keke

Last but not least. Erst letztes Jahr hat die Wienerin ihre erste EP „Donna“ veröffentlicht. Ein Jahr später ist sie ein fester Bestandteil der deutschsprachigen HipHop-Landschaft, kann Features bei Trettmann und Felix Kummer’s Soloprojekt vorweisen und ist auf Du und Du mit vielen deutschen Rap-Größen. Ihre Stimme ist einnehmend, ihre Tracks mal atmosphärisch-sanft, mal aggressiver. Sie rappt viel über Emotionen und, laut eigener Aussage, normierte Schönheits- und Rollenbilder, beziehungsweise das Ankämpfen dagegen. Brauchen wir dringend! All das macht sie übrigens nicht nur via Lyrics. Auch auf Social Media zeigt sie sich regelmäßig leicht bekleidet, schreibt über Body Positivity und das Normalisieren von nackten Frauenkörpern. Als Gast in Podcasts, Diskussionsrunden oder Interviews ist die Wienerin ebenfalls gern gesehen. Alles cool, aber bitte dabei nicht die Musik vergessen, liebe Keke! Wir warten sehnsüchtig.

Prädikat: ein sanfter Trip durch die Emotionen. Hat was von: Billie Eilish.

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KeKe - Alles Gut [prod. STSK & Srsly] | Bild: KeKeVEVO (via YouTube)

KeKe - Alles Gut [prod. STSK & Srsly]

Anmerkung: Natürlich gab es in 30 Jahren Deutschrap sehr wohl irgendwo Frauen. Honorable Mentions: MC-Pionierinnen wie Cora E., Lady Bitch Ray, Kitty Kat oder - als jüngere Beispiele für Female Rap-Empowerment - Haiyti, Nura, oder Juju. Eine Seite, die weitere Rapperinnen sowohl national als auch international dokumentiert bzw. aufgelistet hat ist 365 Female MCs, ein Projekt der Musik- und HipHop-Journalistin Lina Burghausen. Check it out.


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