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Semsrott, Mortler, Varoufakis Diese drei Namen wollten nach Europa - nur zwei haben es geschafft

Früher hieß es: "Hast du einen Opa, schick ihn nach Europa." Heute ist ja Europa wichtiger, als jede Gemeinderatswahl. Drei prominente Namen wollten nach Europa - einer sogar mit Unterstützung von Pamela Anderson. Aber nicht jeder hat es geschafft. Ein Kommentar von Sammy Khamis.

Von: Sammy Khamis

Stand: 27.05.2019

Pressefoto | Bild: Romy Strasser

Als die große Differenziererin galt sie nicht immer: Marlene Mortler, ihres Zeichens Drogenbeauftragte der Bundesregierung und somit qua Amt die aufrechteste, die tapferste Kämpferin gegen die Legalisierung von Cannabbis. Von ihr stammt unter anderem der Satz: "Cannabis von damals, hat mit dem Cannabis von heute wenig zu tun." Solche Aussagen haben Marlene Mortler von der CSU nicht nur in der Kiffer-Szene, sondern auch in der Youtube-Szene berühmt gemacht - oder wie Rezo es in seinem Video "Zerstörung der CDU" sagt: "Das Ding ist, wenn du einen Job hast, dann solltest du einen Plan davon haben. Wenn du Dinge nicht weißt oder kannst, die grundsätzlich wichtig für deinen Job sind, dann sagt man, dass du inkompetent bist."

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Klippi 24.05.2019 | 20:28 Uhr CDU: "#Rezo beantwortet komplexe Fragen nur sehr einfach und das ist ziemlich unseriös" Marlene Mortler: "Cannabis ist verboten, weil es illegal ist" #Rezo2

Rezo kommentiert trocken: "Wow Sherlock, Cannabis verboten, weil es illegal ist. Deep." Nur: so falsch kann Marlene Mortler ihren Job nicht gemacht haben, denn jetzt hat sie eine neue Stelle – in Brüssel.

Der Grund dafür: die CSU – und zwar nur die CSU. Denn die CSU ist nicht am Wählerwillen zerschellt wie SPD oder Union. In Bayern hat die CSU doch so viel besser abgeschnitten, dass Marlene Mortler mit wackeligem Listenplatz sechs doch im Europaparlament geparkt werden kann. Damit macht sie den Weg für Landesvater Markus Söder frei, der endlich die Partei neu ausrichten kann. Hashtag: #JungerCoolerOffener

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BR24 26.05.2019 | 19:46 Uhr "Wir müssen als Union insgesamt daran arbeiten, wieder jünger, cooler, offener zu werden", kommentiert @CSU-Chef @Markus_Soeder das Ergebnis bei der #Europawahl2019. #EP2019 #br24wahl https://t.co/AdEbLHVrcN

"Wir müssen als Union insgesamt daran arbeiten, wieder jünger, cooler, offener zu werden", kommentiert @CSU-Chef @Markus_Soeder das Ergebnis bei der #Europawahl2019. #EP2019 #br24wahl https://t.co/AdEbLHVrcN | Bild: BR24 (via Twitter)

Dabei sitzen die wirklich jungen, coolen, offenen, angeblich bei den Grünen – dass es aber noch grüner als grün geht, das beweist dieser Grieche: Der ehemalige griechische Finanzminister Yanis Varoufakis hat in Griechenland eine neue Partei gegründet. Richtig, der Stinkefinger Varoufakis, der mit Lederjacke und dem Motorrad und so. Der jedenfalls hat in Deutschland Wahlkampf gemacht. Aber auch in Griechenland - und da ist er haarscharf vorbei am Parlamentseinzug, obwohl oder gerade weil er diese Frau als Wahlkampf-Unterstützerin hatte: Pamela Anderson.

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Pamela Anderson, Srećko Horvat and Daniela Platsch present our Green New Deal, Graz, Feb 27 | DiEM25 | Bild: DiEM25.official (via YouTube)

Pamela Anderson, Srećko Horvat and Daniela Platsch present our Green New Deal, Graz, Feb 27 | DiEM25

Und weil Aktivismus so sexy und catchy ist, hat Varoufakis in Deutschland mit dem hyper sexy Thema schlechthin Wahlkampf gemacht: mit Klimaschutz! In Griechenland hat er übrigens Wahlkampf mit einem anderen Thema gemacht: mit Schulden. Und da hat er dann auch Stimmen geholt – drei Prozent. Die holt man in Deutschland mit Bashing und zwar gegen den alten weißen Mann. Einsatz, die Partei: "Was Europa jetzt braucht, sind mittelalte weiße Männer. Die Partei präsentiert: Nico Semsrott und Martin Sonneborn."

Die Partei – Satire für Europa war mit Martin Sonneborn schon vier Jahre im Abgeordneten-Haus – und weil in Berlin mehr Menschen die Partei wählen, als die FDP wird Martin Sonneborn nicht allein im Parlament sitzen, denn die Partei schickt zwei Menschen nach Brüssel. Die Reaktion von Herrn Semsrott:

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Nico Semsrott 26.05.2019 | 18:27 Uhr lol

Nico Semmsrott, eigentlich Autor für die Heute Show und lethargischer Poetry Slammer zieht nach Brüssel – und steht warhscheinlich für sehr viele Abgeordnete, wenn er sagt: "Ich verspreche Euch auf jeden Fall zu enttäuschen, ich weiß nur noch nicht wie."


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