Bayern 2 - Zündfunk


15

Musikbusiness gegen Rassismus Das sind die eindrücklichsten Posts zum „Blackout Tuesday“

Die Proteste in Amerika erschüttern die Welt, und dabei wird nicht nur auf der Straße protestiert, sondern auch im Netz. Unter dem Hashtag #BlackOutTuesday posten vor allem Musik-Labels Statements gegen Rassismus. Das sind die stärksten Posts.

Von: Ferdinand Meyen

Stand: 02.06.2020

Protestaktion im Netz | Bild: BR

Am 25. Mai 2020 wurde George Floyd von einem Polizisten in Minneapolis brutal ermordet. Das war der Auslöser für Demonstrationen gegen Rassismus und Polizeigewalt zunächst in Amerika, mittlerweile auf der ganzen Welt. Diese Protestwelle erreicht jetzt auch das Netz. #BlackOutTuesday. Die Idee: Die Medien sollen am zweiten Juni einen Tag lang stillstehen, um an Ermordete wie George Floyd zu erinnern. Zahlreiche Internet-User*innen, aber auch Prominente, Labels und Konzerne haben sich der Netz-Protest-Aktion angeschlossen. Ein Überblick.

Musik-Industrie initiiert Online-Protest

Ursprünglich kommt #BlackOutTuesday aus der Musik-Industrie. Bereits vergangenen Freitag riefen zahlreiche Labels in den USA dazu auf, die Arbeit einen Tag lang ruhen zu lassen und seine Aufmerksamkeit stattdessen der schwarzen Community zu widmen. „The show must be paused“, hieß es zum Beispiel in einer Stellungnahme des US-Labels Atlantic Records. Am Blackout Tuesday solle man innehalten und Menschen wie George Floyd, Breonna Taylor oder Ahmaud Arbery, gedenken, die von der Polizei getötet wurden. Brechen also, vor allem mit dem Business as Usual. Atlantic Records schreiben auf Instagram, man wolle diesen Tag nutzen, um über notwendige Veränderungen nachzudenken.

Instagram-Vorschau - es werden keine Daten von Instagram geladen.

atlanticrecords 30.05.2020 | 23:50 Uhr

 | Bild: atlanticrecords (via Instagram)

Dieser Protestaktion haben sich auch viele andere Firmen angeschlossen, das Label IGA verkündete sogar, die ganze Woche keine neue Musik zu releasen. Ein besonders starkes Statement kam dabei auch vom amerikanischen Hip-Hop Label Def Jam, die überwiegend schwarze Künstler*innen gesignt haben. Noch deutlicher als bei Atlantic Records heißt es hier: „Wir müssen den strukturellen Rassismus in dieser Gesellschaft bekämpfen.“

Instagram-Vorschau - es werden keine Daten von Instagram geladen.

defjam 31.05.2020 | 18:05 Uhr

 | Bild: defjam (via Instagram)

Auch Musik-Giganten wie Sony oder Columbia Records veröffentlichen an diesem „Blackout Tuesday“ schwarze Bild-Tafeln mit Textpassagen gegen Rassismus. „Dieser Tag ist nicht als freier Tag zu verstehen“, posten Columbia zum Beispiel auf Instagram. „Vielleicht können wir, wenn die Musik aus ist, endlich lernen zuzuhören“.

Instagram-Vorschau - es werden keine Daten von Instagram geladen.

columbiarecords 31.05.2020 | 20:40 Uhr

 | Bild: columbiarecords (via Instagram)

Prominente teilen schwarze Bildschirme

Die Idee hinter der Aktion #BlackOutTuesday ist, die immer schneller rotierende Welt ein Stück weit zu entschleunigen. Deshalb beteiligen sich nicht nur Musik-Labels, sondern auch zahlreiche Prominente und Internet-Nutzer*innen an der Aktion. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Artikels sind es alleine auf Twitter zum Beispiel schon 700.000 Beiträge.

Instagram-Vorschau - es werden keine Daten von Instagram geladen.

tocotronic_official 02.06.2020 | 13:42 Uhr #blackouttuesday

#blackouttuesday | Bild: tocotronic_official (via Instagram)

Während die meisten User*innen lediglich schwarze Bildschirme ohne viel Text posteten, nutzen andere den #BlackoutTuesday auch für Botschaften. #Blacklivesmatter sei kein Trend und kein Hype, die Menschen sollten raus auf die Straße gehen und ihr ganzes Herzblut dafür geben, schreibt zum Beispiel Musiker und Autor Roger Rekless auf Instagram.

Instagram-Vorschau - es werden keine Daten von Instagram geladen.

rogerrekless 02.06.2020 | 11:23 Uhr blacklivesmatter this is not a trend, this is not a hype. Put your heart and Soul into this. Step outside. March with us. Stand side by side and feel the energy, the anger, the positivity and the sadness. All at once. ✌🏾

blacklivesmatter this is not a trend, this is not a hype. Put your heart and Soul into this. Step outside. March with us. Stand side by side and feel the energy, the anger, the positivity and the sadness. All at once. ✌🏾 | Bild: rogerrekless (via Instagram)

Auch Streaming-Plattformen nutzen #BlackoutTuesday für Appelle

Neben Labels und Promis beteiligen sich auch Großkonzerne am Netz-Protest. „The show must be paused“ steht zum Beispiel auf einer schwarzen Gedenktafel direkt auf der Start-Oberfläche des Itunes-Stores. Auf Twitter schreibt das Unternehmen, man wolle den Blackout Tuesday zelebrieren, um zu über Rassismus zu reflektieren und darüber nachzudenken wie schwarze Labels, Künstler und Communities in Zukunft stärker unterstützt werden könnten.

Auch Spotify veröffentlichte ein Statement auf Instagram: Mit dem „Blackout Tuesday“ wolle man die Schwarze Community weiter stärken und seine Plattform auch in Zukunft dafür nutzen, schwarze Stimmen zu stärken.

Instagram-Vorschau - es werden keine Daten von Instagram geladen.

spotifyde 02.06.2020 | 14:40 Uhr

 | Bild: spotifyde (via Instagram)

Aktion kommt nicht überall gut an

So gut die Aktion bei vielen ankommt, unter #BlackoutTuesday finden sich auch kritische Stimmen im Netz. Der amerikanische Journalist und DJ Brandon Jinx prangert beispielsweise an, dass der „Blackout Tuesday“ im Grunde nur ein leeres Signal sei. Ein weiterer Punkt einer Liste, an dem die großen Unternhemen jetzt auch ihr Kreuzchen machen könnten. Statt der leeren Trauerbekundungen, sollten die Firmen stattdessen mal posten, was sie tatsächlich verändern wollen, fordert er.

Tweet-Vorschau - es werden keine Daten von Twitter geladen.

brandon / jinx / big jinx 02.06.2020 | 14:20 Uhr Blackout Tuesday is empty signaling. It’s just a checkpoint to pass thru so companies can feel like something has been done. I’d much rather they post the results of all this planning they’re saying they’re doing today.

Ebenfalls kritisiert wird, dass der #BlackoutTuesday den wichtigen Hashtag #Blacklivesmatter kapere und vielen User*innen statt wichtiger Informationen zu den Protesten nur noch schwarze Quadrate angezeigt würden. Gegen die Aktion an sich würde ja nichts sprechen, nur sollten User*innen die beiden Hashtags in Zukunft trennen, damit wichtige Informationen zu Protesten und Demonstrationen sowie zu Rassismus unter #Blacklivesmatter nicht untergehen.

Tweet-Vorschau - es werden keine Daten von Twitter geladen.

Shahak Shapira 02.06.2020 | 15:29 Uhr #BlackOutTuesday https://t.co/TtGV3CcPCv

#BlackOutTuesday https://t.co/TtGV3CcPCv | Bild: ShahakShapira (via Twitter)

Versöhnlicheres zu der Kritik postete Shahak Shapira auf Twitter. Es sei klar, dass ein paar schwarze Quadrate die systemische Unterdrückung nicht beenden könnten. Das Statement des Autors und Comedians: „Solche Kampagnen sind vor allem für uns. Damit wir uns besser fühlen. Ich glaube es fühlt sich immerhin gut an zu wissen, dass man nicht alleine ist.“


15