Bayern 2 - Zündfunk


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At home with the stars So sehen die Wohnzimmer der Popstars aus

Corona hat uns die Stars sehr nahe gebracht. Instagram und Co. ließen ja schon tief blicken. Aber so ein Livestream von Zuhause - ohne Management und Stylist - hat's in sich. Jetzt da der Lockdown gelockert wird, wagen wir einen Blick zurück.

Von: Valerie Trebeljahr

Stand: 05.05.2020

Lady Gaga, Camila Cabello und Post Malone: Viele Wochen waren nicht nur Lieschen Müller und Max Mustermann in ihre 1,5-Zimmer-Küche-Bad gepfercht, sondern auch Popstars und andere Prominenz an ihre Villen gefesselt. Und da deren Sendebewusstsein - sei es aus freien Stücken, durch drohenden Bedeutungsverlust oder Liebesmangel erzwungen - deutlich höher ausfällt, als das von Normalsterblichen, haben wir unglaublich viel Einblick in ihr - ähm, Leben - bekommen.

Eine lustige Art von Authentizität

Natürlich hatten wir auch schon vorher viel Einsicht. Ganz früher haben uns Gala und Bunte mit sorgsam ausgelichteten Homestorys beliefert. Seit der Erfindung des Internets dann, haben uns die Stars selbst einen vermeintlichen Blick hinter die Kulissen gewährt. Meist sorgsam inszeniert oder gleich in Koordination mit einer Marke. Nun aber musste von Zuhause aus gesendet werden - ohne Stylist, Make up-Artist, Management und die ganze Entourage. Man musste sich selbst sein Outfit überlegen, schminken und die Kamera einstellen.

Das führte zu einer tatsächlich lustigen und interessanten Art von Authentizität. Natürlich wurde immer noch behelfsmäßig inszeniert, aber die Möglichkeiten waren begrenzt. Thom Yorke griff beispielsweise offenbar auf seinen Keller zurück. Das ist ehrenwert, denn Radiohead umweht nun mal das Geheimnis und es wäre doch irgendwie schade, in seine Küche zu schauen. Glücklich, wer einen schlichten Stil hat und beispielsweise eine einfarbige Wand sein eigen nennen kann wie Annie Lennox.

Die ungeschminkte Wahrheit?

Die Frage ist: Was macht das mit uns und den Stars? Mögen wir sie jetzt (noch) lieber, da wir um ihren schlechten Teppichgeschmack wissen? Sind wir uns näher - in der Art von "Meine Wohnung ist chaotisch und ich habe es auch fünf Jahre nach Einzug noch nicht geschafft, alle Bilder aufzuhängen. Du anscheinend auch nicht." Ist es nicht das, was alle immer wollten: Die ungeschminkte Wahrheit? Mit Pickeln und allem?

Für mich gilt: Ich mochte den Einblick - und jetzt bin ich froh, dass es damit wieder vorbei ist - so Corona will. Sprich: Ich mag Róisín Murphy, wenn sie ihr Gesicht ungeschminkt auf Insta zeigt und noch lieber mag ich sie, wenn sie in acht verschiedenen Outfits über die Bühne turnt.


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