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Wenn Serien nicht mehr weiterhelfen Sechs ungewöhnliche Tipps gegen Langeweile in der Corona-Isolation

Keine Lust mehr auf Endlos-Netflix, Instagram-Konzerte von Bono oder Online-Yoga? Wir haben nach ungewöhnlichen und kreativen Ideen gesucht, wie man seine Zeit noch verbringen kann - garantiert ohne Selbstoptimierung.

Von: Zündfunk-Redaktion

Stand: 17.04.2020

Dienstagsmaler, ein Plakat von Jim Avignon | Bild: Jim Avignon / Montage:BR

1. Trotzdem ans Traumziel reisen

Einfach Traumziel oder Lieblingsort eintippen, die Entertaste drücken und los geht's! Mit Google Maps ist es möglich virtuell an fast jeden Ort der Welt zu reisen und dort stundenlang rumzulaufen - und das, bis auf die Energie, die es für den Browser braucht, komplett CO2-frei. Aber mittlerweile gibt es noch ausgeklügeltere Möglichkeiten: Auf dieser Seite kann man sich in aller Ruhe eine 5.000 Jahre alte ägyptische Grabstätte ansehen, garantiert ohne andere Touristen oder Mitbringselverkäufer. Oder vielleicht doch lieber die Chinesische Mauer, der Buckingham Palast, die Altstadt von Jerusalem, eine Wanderung (mit passenden Soundeffects) im Yosemite National-Park oder ein Tauchgang im Great Barrier Reef?

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Inca Trail to Machu Picchu (FULL) | Bild: JohannesJuan (via YouTube)

Inca Trail to Machu Picchu (FULL)

2. Als Challenge-Hasser eine Challenge ausprobieren

Wer sich sonst von Social-Media-Challenges fernhält, probiert im Lockdown vielleicht doch mal eine aus. Was trendet gerade? Zum Beispiel die #DontRushChallenge. Das Konzept: Jeweils eine Person nimmt sich Zuhause im Pyjama zur Single "Don't Rush" von Young T and Bugsey auf, hält dann einen Gegenstand (wahlweise eine Make-Up-Bürste, eine Kaffetasse oder was sonst gerade rumliegt) in die Kamera und erscheint im nächsten Bild perfekt gestyled und wie zum Ausgehen angezogen. Im letzten Schritt der Challenge muss der Gegenstand, der zu erst in die Kamera gehalten wurde, fallen gelassen werden, und erscheint dann wie magisch im nächsten Video der nächsten Person. Worum es wirklich bei der Challenge geht? Vielleicht darum, sich trotz Social Distancing endlich mal wieder das Gesicht zu waschen und richtig anzuziehen? Oder doch darum, schwarze Frauen und Frauen of Colour zu feiern, wie es hier heißt? Mittlerweile gibt es "Natural Hair", "Curvy" und "Hijabi"-Versionen - oder eben die "Black Gay Dads Edition". Noch mehr Challenges: #isolationcreation,  #stayathomechallenge, #breakitchallenge.

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Don't Rush Challenge (Black Gay Dads Edition) | Bild: The Real Dads of New York (via YouTube)

Don't Rush Challenge (Black Gay Dads Edition)

3. "Dienstagsmaler" spielen

Jim Avignon

„Montagsmaler“ war mal eine Ratesendung im deutschen Fernsehen. Mit Frank Elstner. Also anno dazumal. Die Teams mussten raten, was das jeweils andere Team gemalt hat. Der Berliner Maler Jim Avignon hat das Prinzip übernommen und daraus „Dienstagsmaler“ geemacht: Auf Facebook Live malt er Begriffe wie „Geisterfahrer“ oder „Miethai“ und der erste, der das Bild errät, bekommt es geschenkt. Man muss dazu sagen, dass Avignon nicht irgendein Maler ist, sondern schon Uhren designed, Flugzeuge bemalt hat und in Seoul ausgestellt hat. Das Schöne an der Aktion sind, neben der Möglichkeit vielleicht ein Bild sein eigen zu nennen, die Kommentare, die misslungenen und witzigen Rateversuche der anderen: Zusammen ist man eben weniger allein. Am 28. April gibt es noch eine dritte Auflage des Dienstagsmalers.

4. Gitarrenunterricht von der Lieblingsband erhalten

Nachdem selbst in Deutschland inzwischen Balkonkonzerte stattfinden, kommt vielleicht die Lust auf, mal wieder selbst ein bisschen auf der Gitarre rumzuzupfen. Wie wäre es das mit Gitarrenunterricht der Lieblingsband? Elektroniktüftler Bibio, die Band Parcels, unsere Album der Woche-Heldin Laura Marling, die Arkells aus Kanada und Frank Iero von Chemical Romance geben zu Corona-Lockdown-Zeiten Unterricht auf Youtube oder Instagram, vom Schlagzeug bis zum Bass. Auch wenn man selbst kein Instrument spielt, macht es Spaß die Tutorials zu schauen, denn die Tutorials haben etwas noch intimeres als Konzerte. Wir geben einem User, der unter ein Parcels-Video kommentiert hat, recht: „The tutorial no one asked for but we all needed.“

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Parcels - IknowhowIfeel (Guitar Tutorial) | Bild: Parcels (via YouTube)

Parcels - IknowhowIfeel (Guitar Tutorial)

5. Auf virtuelle Festivals gehen

Bis zum 31. August dürfen in Deutschland keine Großveranstaltungen stattfinden. Auch international wurden bereits unzählige Festivals abgesagt. Uns steht also ein sehr ruhiger Sommer bevor... Obwohl – nicht ganz: Immer mehr Veranstalter arbeiten an virtuellen Lösungen. Das BREAK DOWN THESE WALLS Festival ist jetzt schon so weit. Es findet, so lange uns Corona im Würgegriff hat, komplett virtuell statt. Die Teilnahme daran ist kostenlos und jeden Tag können sich Besucher täglich wechselnde 3D- und 360-Grad-Filme ansehen, mit den Filmemachern kommunizieren und sogar gemeinsam Tanzparties besuchen. Gezeigt wird zum Beispiel der Film „Travelling While Black“, über die Geschichte der Menschenrechtsverletzungen gegen schwarze Menschen in den USA und die Erfahrungen, die Minderheiten heute noch beim Reisen machen müssen. Oder "Everest": Eine 360°-Experience, bei der man mit dem Kletterer Jonathan auf den Mont Blanc, den Mount Everest oder Mount Lhotse steigen kann. Wann welche Filme oder "Experiences" laufen, erfährt man über den Social Media Account von Break Down Theses Walls.

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Traveling While Black: Official Teaser Trailer | Bild: Felix & Paul Studios (via YouTube)

Traveling While Black: Official Teaser Trailer

6. Spielen, morsen oder ein Lama zum Zoom-Meeting einladen

Der kleine Zeitvertreib zwischendurch: Seit Corona erfreuen sich Rätsel, Quizze und andere kleine Gimmicks wieder großer Beliebtheit. Wir empfehlen: Bei Touchpianist mit willkürlichen Tasten berühmte klassische Stücke auf der Tastatur spielen und mit dem Ergebnis die Mitbewohner beeindrucken. Auf dieser Seite kann man Morsen lernen. Oder einen Persönlichkeitstest machen, der einen mit fiktionalen Charakteren vergleicht. Oder sich vom Akinator die Gedanken lesen lassen. Oder Stunden mit der besten App der Welt verbringen: Bei Radiooo klickst du auf einer Weltkarte auf ein Land und wählst ein Jahrzehnt und die App spielt dir Musik vom gewünschten Ort aus dieser Zeit. Und wer Zoom-Meetings wirklich nicht umgehen kann: Warum kein Lama dazu einladen? Das ist zwar nicht umsonst, aber die Kosten kommen einem Tierasyl zu Gute.


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