Bayern 2 - Zündfunk


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Harder, better, faster, stronger Berthold Seliger über das, was im Konzert-Business falsch läuft

Monopole, Sponsoring und Big Data – bei Konzerten steht heute oft das Geldverdienen im Vordergrund. Mit dem Autor Berthold Seliger sprechen wir darüber, warum das die kulturelle Vielfalt bedroht und was man gegen die Dominanz der Unterhaltungs-Riesen tun kann.

Von: Ralf Summer

Stand: 05.07.2019

In den letzten Jahren hat sich das Konzert- und Festival-Geschäft stark verändert. Drei Groß-Veranstalter haben durch Übernahmen und Einkäufe den Konzentrationsprozess so vorangetrieben, dass sie den Markt der namhaften OpenAirs dominieren - weltweit.

"Vom Imperiengeschäft": Berthold Seligers Buch über das große Geschäft im Pop-Business

Sie machen nicht nur sehr viel mehr Geld als bisher durch Live-Musik-Events, sondern sie haben auch neue Methoden des Geld-Verdienens: Sponsoring und Big Data. So lässt Pop-Queen Taylor Swift in den USA ihre Konzerte in Sportarenen filmen, die Aufnahmen durch Gesichts-Erkennungs-Programme laufen und verkauft die Daten ihrer Fans danach. Aus dem gut 50 Jahre alten Hippie-Traum von Woodstock und Monterey ist ein von Fonds-Gesellschaften beherrschtes Gewerbe geworden.

Das bedroht die kulturelle Vielfalt - sagt der in Fürstenfeldbruck aufgewachsene, in Berlin lebende Konzert-Veranstalter und Autor Berthold Seliger. In seinem Buch "Vom Imperiengeschäft" spricht er sich für eine neue Ethik im Pop-Business aus: für Solidarität, Musikgewerkschaften und kulturelle Schutzräume, gegen eine Investoren-getriebene Festival-Landschaft und eine Anbiederung der Politik an Unterhaltungs- und Internet-Riesen.

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