Bayern 2 - Zündfunk


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15 NewcomerInnen, die ihr kennen solltet Auf diese Debütalben freuen wir uns 2019

Wir haben uns durch Singles, EPs, Mixtapes und Playlists gehört, um die Künstler zu finden, auf deren Alben wir uns 2019 am meisten freuen.

Von: Thomas Mehringer, Ralf Summer, Achim Bogdahn

Stand: 09.01.2019

Peggy Gou

Die Wahlberlinerin ist die erste Südkoreanerin, die im Berghain aufgelegt hat. Außerdem im Portfolio: Instagram-Fame und eine eigene Modelinie. 2019 ist das Jahr, in dem die 28-jährige auch außerhalb der elektronischen Szene groß aufschlagen könnte.

Ooi

Ooi (gesprochen: „owii“) sind eine transnationale Skype-Band, das Trio besteht aus einem in Tokio lebenden Amerikaner mit bayerisch klingendem Nachnamen (Nicolai Zettl), einem Italiener (Dodo Dal Bosco) und einem Deutschen (Flo König, Drummer von Cro). Die Beats werden per Mail ausgetauscht, und so das Datenvolumen will, kommt in diesem Jahr das Debüt „Blind Love“ raus.

Launder

John Cudlip ist der Kopf hinter dem Trio Launder aus Los Angeles. Für seine erste Post-Shoegaze-EP hat er mit der Französin Soko und Zachary Cole von DIIV zusammengearbeitet. Sehr sympathisch: Auf seiner Homepage gibt’s nur Band-Merchandise – und das bei 1.600 Facebook-Freunden. Da schwingt die Gewissheit mit, dass es dabei nicht bleiben wird. 

Jungstötter

Fabian Altstötter ist eines der schlanken Kinder von Landau. Mit der Band Sizarr war er auf Erfolgskurs, bis sich das Trio auseinandergelebt hat. Auf seinem ersten Soloalbum zitiert Jungstötter nur Erlesenes: die Bad Seeds, Mark Hollis von Talk Talk und den Autor und Pop-Philosophen Mark Fisher.

Slowthai

Aufgewachsen in Northampton weiß der 23-jährige Rapper Slowthai schon sehr gut: Grime is not a crime. Wenn er nicht Musik machen würde, sagt er von sich selbst, wäre er wohl im Knast. Er ist 2019 für die Banger in eurer Playlist verantwortlich. Bedankt euch lieber artig dafür, bevor Slowthai so richtig grantig wird.

Ciel

„Als ich den Song meiner Mama vorgespielt habe, sagte sie nur, sie fühle sich, als würde sie im Nachthimmel zum Mond fliegen“ – so eine unterstützende Mama wünscht man sich doch! Ciel (bürgerlich: Cindy Li) kommt aus Kanada und gibt ihren Tracks Titel wie „Tech House Is My Best Evil Friend“. Mehr muss man erstmal nicht wissen.

VEE 303

Auf Bildern könnte man sie fast mit Charli XCX verwechseln, aber die Gesichtszüge von VEE 303 sind viel weicher – wie ihre Musik. Die Berlinerin hat erst einen Weg zur Fashion-Designerin eingeschlagen, jetzt singt sie auch – und das im Stile von ABRA oder FKA Twigs. Future-R&B aus der Hauptstadt.

King Princess

King Princess ist eine gender-queere Künstlerin aus Brooklyn. Mikaela Straus hat deutsche Wurzeln, sie ist die Ururenkelin der deutsch-amerikanischen Geschäftsleute Straus, die beide auf der Titanic ums Leben kamen. Mit der LGBTQ-Hommage „1950“ hatte sie schon einen Hit mit 180 Millionen Plays bei Spotify.

Fontaines D.C.

Das Quintett aus Dublin ist auf dem gleichen Label (Partisan) gesignt wie die IDLES – und sie könnten 2019 auch den gleichen steilen Weg gehen wie die Labelkollegen. Zentrales Thema bisher bei den Fontaines: Angst. Und sie sind nicht gekommen, um uns diese zu nehmen.

Culk

In Österreich – neben Mavi Phoenix – gerade hochgehandelt: Culk aus Wien. Das Quartett zieht ihre Inspiration aus Texten der feministischen Ikone Simone De Beauvoir. Ihr Postpunk ist dazu State-of-the-art produziert. Das Debüt kann bleiben – vielleicht sogar für eine kleine Ewigkeit.

Channel Tres

Channel Tres wäre beinahe falsch abgebogen, in Richtung EDM. Aber Deep House hat den 26-jährigen aus L. A. gerettet – oder vielleicht fängt er auch gerade selbst an, House zu retten. Wir trauen ihm nach seiner ersten EP alles zu. Erschienen auf dem Label, das auch schon Yaeji und Shamir entdeckt hat.

J. S. Ondara

Für Freunde von klassischem Folk, Country und Americana liefert dieser gebürtige Kenianer die richtigen Töne für 2019. J. S. Ondara ist in Nairobi aufgewachsen und seit jeher Fan von Neil Young und Bob Dylan. Was man jetzt schon sagen kann: Seine Stimme fügt dem Genre etwas hinzu, was es bisher noch nicht kannte.

Westerman

Folkies, die der neue Nick Drake werden wollen, gibt es wie Sand am Meer – und abgesehen davon wird es nie einen neuen Nick Drake geben. Aber das Beste, was Westerman aus London passieren konnte, ist: genau das einzusehen! Seitdem setzt er auf Synthies und leise Pop-Melodien. Die könnten ihn zum neuen…Westerman machen. Reicht fürs erste auch total. 

Body Type

Dieses All-Female-Quartett aus Sydney erinnert stark an die wunderbaren Alvvays. Verträumte, aber auch dringliche Power-Dream-Pop-Songs. Bemerkenswert auch: es gibt mehr als eine Lead-Stimme, was der Body Type-EP eine überraschende Tiefe gibt.

Die Kerzen

Prefab-Sprout-Jugend, vereint euch! Auf diesen Aufruf gehört haben: Jelly Del Monaco, Die Katze, Fizzy Blitz und Super Luci. Und wenn ihr jetzt denkt, mehr Namensballerei geht nicht mehr, dann habt ihr Recht. Denn die erste EP dieses Quartetts aus Mecklenburg-Vorpommern heißt ganz seriös „Erotik International“. Eines ist klar, diese Band wird nie den Echo in der Kategorie „Erotik National“ gewinnen.

Hier geht's zur Extended-50+1-Spotify-Playlist!


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