Bayern 2


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Problem Abfall Tiere verletzen sich an Müll und Unrat

Glasscherben, scharfkantige Dosen oder Schnüre von Heuballen. Wildtiere verletzen sich an solchen Dingen, manche gehen daran zugrunde. Das könnte vermieden werden, wenn Wanderer und Landwirte sorgsamer damit umgehen würden.

Von: Viktoria Wagensommer, Landwirtschaft und Umwelt

Stand: 13.06.2019

Jeder kennt die Bilder davon, was Müll anrichten kann: Meeresschildkröten mit abgeschnürten Flossen, Wale mit Mägen voller Plastik. Dass Tiere mit Abfall zu kämpfen haben, das ist aber nicht nur im Meer und in anderen Ländern so, wie das Foto dieses Falken in der Nähe von Kempten zeigt, dessen Klaue von einer Kunststoffschnur abgeschnürt ist.

Grausame Falle für Wildtiere

Jagdaufseher Heinrich Schwarz zeigt Folienreste von Siloballen

Auch Jagdaufseher Heinrich Schwarz kennt solche Probleme. Wen er in seinem Revier bei Rettenberg unterwegs ist, dann hat er immer eine Tüte zum Einsammeln dabei. Ständig findet er allerhand Müll, beispielweise Stücke von den Folien, mit denen Bauern Siloballen einpacken.

In Verbindung mit Futter können solche Folienstücke zum Beispiel von Rotwild aufgenommen werden, mit zum Teil tödlichen Folgen für die Tiere. Zu Darmverschlüssen können auch Schnüre von Strohballen führen. Sie bauen sich im Körper nicht ab, genauso wenig wie in der Natur. Plastik ist nicht nur auf der Nahrungssuche ein Problem, sondern auch beim Nestbau von Vögeln.

Funde beim Förster oder Grundbesitzer melden

Stacheldraht im Geweih

Eine grausame Falle für Wildtiere sind auch liegengelassenen Stricke, Elektrozäune oder Stacheldrahtreste. Sie können über Jahre erhalten bleiben. Wer zum Beispiel alte, halb niedergetrampelte  Zäune herumliegen sieht, sollte das deshalb unbedingt beim zuständigen Förster oder Grundbesitzer melden.

Gerüche locken Tiere an

Manchmal sind es aber auch schon kleine Mengen Müll, die Tieren zum Verhängnis werden. Bei süßen Getränken reicht ein kleiner Rest in der Flasche, der Geruch zieht die Tiere an.

Abfälle ziehen Tiere an

Auch bei fettigen Stoffen ist das der Fall. Zum Beispiel Kerzen. Achten Sie bitte deshalb auch auf Friedhöfen darauf, dass ihre Grableuchten Igeln nicht zum Verhängnis werden. Die kleinen Burschen stecken nämlich auf der Suche nach Fetthaltigem gerne einmal ihr Schnäuzchen in das Plastikgehäuse und bekommen es dann nicht mehr ab.

Helfen durch Achtsamkeit

In der Natur heißt es also: Ganz genau prüfen, ob alle Reißverschlüsse an Taschen zu sind und ob das Gepäck gut gesichert ist. Denn auch wenn etwas aus Versehen in der Natur landet: Im schlimmsten Fall kann es ein Tier das Leben kosten.


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