Bayern 2 - Tagesgespräch


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Unheimlich schlau Mögen Sie Krähen?

Sie sind schlau und gefährlich zugleich: Im Frühjahr können Krähen während ihrer Brutzeit für einige zur Plage werden. Das Tagesgespräch fragt: Mögen Sie Krähen?

Stand: 07.05.2014

Krähen auf einer Stromleitung | Bild: picture-alliance/dpa

Es klingt wie aus dem Hitchcock Thriller "Die Vögel": Krähen haben in einer Wohnanlagen in München Menschen attackiert. Nun soll ein Jäger prüfen, ob die Vögel abgeschossen werden dürfen. Die Tiere sind allerdings während ihrer Brutzeit geschützt.

Mit Drohnen gegen Krähen

Auch die Stadt Kempten geht gegen die Krähenplage im Stadtpark vor: mit Mini-Drohnen. Und das mit Erfolg. Etwa zehn Drohnenflüge haben dazu geführt, dass sich einige Krähen einen neuen Nistplatz gesucht haben. Das ferngesteuerte Fluggerät imitiert Raubvogelgeräusche und Lichteffekte. Damit konnten die Krähen vertrieben werden. Der Einsatz der Drohne ist laut Stadt mit der Naturschutzbehörde und dem Landesbund für Vogelschutz abgestimmt. In Kempten wurde eine Lösung gefunden, die beide Seite versöhnt. Anderenorts allerdings geraten Anwohner und Umweltschützer häufig aneinander.

Die Intelligenz der Krähen

Wissenschaftlichen Untersuchungen zufolge sind Krähen neben Raben die Vögel mit der größten Intelligenz. Sie können komplexe Handlungen planen, sich Dinge gut merken und sich gut in andere hineinversetzen.

Moderatorin Christine Krueger spricht mit der Kognitionsbiologin und Krähenforscherin, Christine Schwab, der Uni Wien. Die Wissenschaftlerin führt Lernexperimente und Personlichkeitstests mit Krähen durch und beschäftigt sich seit Jahren mit den Verhaltensweisen der Rabenvögel.

Krähen gehören zur Gattung der Rabenvögel

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Eine Frau telefoniert | Bild: colourbox.com

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Meier, Mittwoch, 07.Mai, 19:23 Uhr

6.

Ein Problem für mich sind nur die vielen Elstern und Eichelhäher die jedes Jahr die flügge gewordenen Jungvögel sehr stark dezimieren.

Piederstorfer, Stephan, Mittwoch, 07.Mai, 15:03 Uhr

5. Krähen

Nachdem eine Krähenforscherin anwesend ist, muss ich sogar meine Geschichte erzählen:
Ich kam vom Metzger und aß eine Leberkäs-Semmel. Auf dem Pflaster tummelten sich ein paar Krähen. Wie in der Sendung schon erwähnt, ist auch hier ein Walnussbaum in der Nähe. Sie lassen die Nüsse aus ca 10 m Höhe aufs Pflaster fallen und schauen dann nach.
Beim Anblick der Vögel dachte ich zufällig an die Lehre des Buddhismus. Dass man nach dem Tod in eine andere Existenz wandert und demnach könnte hier genauso gut mein Vater in einer dieser Krähen drinnen sein. Dann würde ich Ihm etwas von meiner frischen Leberkäs-Semmel geben.
Ich war schon an den Krähen vorbei und gedanklich wieder woanders, als ich von hinten ein Geräusch vernahm. Und ehe ich mich ganz umdrehen konnte, sah ich bereits aus den Augenwinkeln eine Krähe auf mich zufliegen. Ich war viel zu langsam um zu reagieren. Sie flog direkt über mich hinweg und versetzte mir mit beiden Beinen gleichzeitig einen leichten Klapps auf die Schädeldecke. Dabei spürte ich, dass Ihre Beine fast eiskalt waren. Dann setzte sie sich knapp 10m vor mir auf eine Stange, die entlang des Gehweges verläuft. Sie blickte mit dem linken Auge zu mir her, listig oder neugierig wie mir schien.
Ich dachte mir, das kannst Du Dir jetzt auch nicht gefallen lassen. Ich beschleunigte also etwas, ging direkt auf sie zu und brüllte von weitem "Spinnst du da vorn". Als ich auf ein paar Meter heran gekommen war, strich sie davon.
Der Vorfall erinnert mich ferner an ein Buch über die Jagd in den Karpaten. Daraus ist mir in der Erinnerung haften geblieben, was der Jäger erzählte. Wenn er über die Felder ging und die Büchse dabei hatte, die für die Krähenjagd geeignet war, kam er nie auf Schussweite heran. Sonst schon.
Also spüren die schwarzen Teufel was in uns vorgeht .
Mit freundlichen Grüßen Stephan Piederstorfer

Glade Gerhard, Mittwoch, 07.Mai, 13:35 Uhr

4. Intelligente Krähen

Danke für die sehr informative Sendung die meine Erkenntnisse über Krähen bestätigt.
Ich bin seit mittlerweile über drei Jahren mit einem Krähenpärchen befreundet, die mir letztes Jahr sogar ihren Nachwuchs vorgestellt haben, einfach als verlässliche Futterquelle, wie ich annehme.
Auch nach mehrmonatiger Abwesenheit sind die beiden Elterntiere sofort zur Stelle, sowie ich wieder das Haus verlasse und ich kann Stunden mit ihnen verbringen um ihre vielfältigen Strategien und Verhaltensweisen um Futterquellen zu erschliessen zu beobachten. Das geht soweit, dass ich Ihnen sogar bestimmte Verhaltensweisen,z.B. einen bestimmten Pfosten anzufliegen bevor es ein Breckie gibt, beibringen kann. Die Schnelligkeit mit der die beiden lernen ist dabei nur noch zum staunen.
Eine Frage würde ich gerne Frau Schwab stellen, nämlich ob es eventuell auch für interessierte Laien wie mich Veranstaltungen an der KLF gibt um meinen Wissenshorizont zu erweitern?Ich lebe nicht allzu weit von der Forschungsstation entfernt und würde diese gerne einmal besuchen, weiss aber nicht ob man dort willkommen ist.

Mit freundlichen Grüssen

Gerhard Glade

Melanie, Mittwoch, 07.Mai, 13:08 Uhr

3. Krähenbabies

Vor zwei Jahren durfte ich einem Krähenpaar beim Brüten zuschauen. Die beiden Tiere kannten mich schon, weil ich dort oft spazieren gehe und es manchmal etwas Futter gibt, meist begrüssen sie mich auch und wie gesagt 2012 hatten Sie mir erlaubt, dass ich ihr Nest entdecke.

Mehrere Tage hintereinander kam ich vorbei und es schauten Babies heraus, die Mutter fütterte und saß oben.

Eines Tages lagen zwei der Babies tot unten - eines war noch oben.
Am nächsten Tag war auch das letzte, das dritte tot.

Ich weiß nicht, wer oder was es war, ein Marder, oder wer???
Sie waren auch nur angeknabbert, gar nicht mal aufgegessen - oder sie wurden vergiftet???

Auf alle Fälle war ich sehr sehr traurig. Als ich das dritte sorgsam vom Weg trug und unter die Büsche legte, waren die beiden Eltern oben in den Baumwipfeln, schauten herab und begannen mit mir zu trauern - es war tatsächlich eine Kommunikation ohne menschliche Worte, wir schauten uns an, und ich war tief berührt, dass sie es mit mir teilten.

Im Jahr darauf bekamen sie nur ein Junges, dieses Jahr weiß ich noch nicht, aber ich wünsche ihnen viel Glück und gesunde Babies.

Jerry, Mittwoch, 07.Mai, 12:54 Uhr

2. Tagesgespräch - Krähen/ Hinweis

Vielleicht sollte man das Buch von Josef Reichholf erwähnen:
ders. Rabenschwarze Intelligenz: Was wir von Krähen lernen können. (2009)

  • Antwort von Melanie, Mittwoch, 07.Mai, 13:00 Uhr

    Ja das Buch ist sehr gut!!!