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Blumen für Insekten Das richtige Saatgut verwenden

Das Volksbegehren in Bayern für mehr Artenschutz hat Folgen. In mehrerlei Hinsicht. So mancher Saatguthersteller springt nämlich seit Wochen sozusagen im Viereck, weil auf einmal alle Wildblumensamen wollen. Doch nicht jedes Saatgut ist gleich gut geeignet.

Von: Ursula Klement, Landwirtschaft und Umwelt

Stand: 18.04.2019

Nicht nur in Bayern spricht es sich allmählich herum: Viele Zierpflanzen im Garten bieten den Insekten kaum Nektar und Pollen. Ganz abgesehen davon gibt es Insekten, die sich auf bestimmte Pflanzenarten spezialisiert haben. Die Glockenblumenscherenbiene zum Beispiel füttert ihre Larven nur mit Glockenblumen-Pollen.

"Sie würde natürlich, wenn sie keine einheimischen Glockenblumen mehr findet, auch eingeführte Glockenblumen verwenden. Weil sie halt keine Alternative hat, um Pollen zu sammeln. Dann gedeihen die Larven nicht ganz so gut."

Prof. Manfred Ayasse, Biologe, Universität Ulm

Ökologen haben Deutschland in neun Regionen unterteilt

Für eine Blumenwiese etwa im Unterallgäu sollte also nicht bloß irgendeine wilde Glockenblumenart ausgesät werden. Sondern es sollte Saatgut sein, das auch aus der Region Alpen und Alpenvorland kommt und nicht aus dem südwestdeutschen Hügelland zum Beispiel oder dem nordostdeutschen Tiefland.

Wenn das Saatgut aus der gleichen Region kommt, in der es auch ausgesät wird, sind die Pflanzen an die regionalen Klimaverhältnisse angepasst. Und die Insekten an die Pflanzen, denn es gibt eine Vielzahl von Pflanzen, die in ihrem Nektar oder Pollen Stoffe bilden, die Fraßfeinde abwehren sollen. In der Gegend vorkommende Bestäuber haben sich der Regel seit langem angepasst und können diese Giftstoffe abbauen.

Biodiversität dank Wildpflanzensaatgut

An Uferstreifen und an Straßenrändern soll deshalb nur gebietseigenes Wildpflanzensaatgut gesät werden. So steht es auch im Bundesnaturschutzgesetz. Es ist ein Beitrag zur Erhaltung der gewachsenen genetischen Vielfalt.


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