Bayern 2 - radioWissen


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Download-Service Einsatz im Unterricht

Stand: 29.04.2012

Vorarbeit

Ziele
Die Sendung stellt anhand von vier Beispielen das Aufwachsen von Kindern in unterschiedlichen Kulturen mit den dort vorfindbaren Werten und Orientierungen vor. Es sind dies nur kleinste Ausschnitte aus der kulturellen Vielfalt der Länder, doch können sie ein Einstieg sein, um unter dem Stichwort "interkulturelles Lernen" die Schülerinnen und Schüler dazu anzuregen,

  • Erkenntnisse über andere Kulturen zu erwerben,
  • sich ihrer jeweils eigenen kulturellen Identität bewusst zu werden,
  • sich mit (eigenen) Vorurteilen gegenüber Fremden und Fremdem kritisch auseinander zu setzen, und
  • Neugierde, Offenheit und Verständnis für andere kulturelle Orientierungen zu entwickeln.

Arbeitsblatt 1: Begriffsklärung


Mit Hilfe der Folie wird in die Begriffe "Kulturelle Identität" und "Enkulturation" eingeführt.

Hinweis
Sollten Schülerinnen und Schüler aus anderen bzw. aus einem der vorgestellten Kulturkreise stammen, fließen ihre Erfahrungen und Sichtweisen selbstverständlich in alle Aktivitäten mit ein.

Vorbereitung
Für diese Unterrichtseinheit suchen sich die Schülerinnen und Schüler im Vorfeld in Zeitungen/Zeitschriften unter dem Stichwort "Typisch deutsch (oder bayerisch)?!" entsprechendes Bild- und Textmaterial zu Lebensbereichen zusammen, die aus ihrer Sicht ihre kindliche Persönlichkeit beeinflusst haben bzw. noch beeinflussen (zum Beispiel Kleidung, Essen, Erziehung, Sprache, Medien, Konsum, Schule, Gesetze …). Alternativ oder ergänzend können sie auch eigene Texte oder Zeichnungen erstellen. Ihr zusammengetragenes Material wird zu einer Collage als Wandzeitung zusammengetragen.

Begriffsklärung
Mit Hilfe der Folie wird in die Begriffe "Kulturelle Identität" und "Enkulturation" eingeführt. Ergänzend oder alternativ kann dazu auch schon der erste Teil der Sendung zum Einsatz kommen. Von Anfang bis "Welche Rechte und Pflichten Kinder haben … in die sie hineinwachsen." (Sendungsmanuskript Seite 2, oben)

Diskussion

Im Klassengespräch geht es darum herauszuarbeiten, dass

  • kulturelle Identität nicht zwingend an nationale Grenzen gebunden ist (im Einwanderungsland Deutschland ohnehin nicht),
  • das für das Individuum verschiedene kulturelle Einflüsse zum Wirken kommen können und es sich verschiedenen Kulturen zugehörig fühlen kann (z.B. Jugendkultur, politische Kultur, Esskultur, Medienkultur usw.), darum
  • bestimmte Verhaltensweisen und Sichtweisen von Menschen nicht so einfach als z.B. typisch bayerisch oder deutsch einzuordnen sind.

Arbeitsblatt 2: Hörauftrag: Bei den Iatmul in Papua-Neuguinea

Während des Hörens machen sich die Schülerinnen und Schüler Notizen zu den Iatmul in Papua-Neuguinea. Das Arbeitsblatt kann auch paarweise oder in kleineren Gruppen bearbeitet werden.

Einsatz im Unterricht

Themenorientierung
Verbunden mit der Frage wie Kinder/Jugendliche in anderen Kulturen aufwachsen, wird zur Sendung übergeleitet. Deutlich sollte dazu gemacht werden, dass die vorgestellten Beispiele nur einen kleinen Ausschnitt aus der Lebensweise des jeweiligen Kulturkreises vorstellen. 

Hören und notieren
Gemeinsames Hören der Sendung ab dem ersten Beispiel aus Papua-Neuguinea bis zum Ende, für Nachfragen oder Verständnisfragen wird die Sendung unterbrochen. Während des Hörens machen sich die Schülerinnen und Schüler Notizen auf ihrem Arbeitsblatt das sie auch paarweise oder in kleineren Gruppen bearbeiten können.

Die Notizen werden im Klassengespräch zusammengetragen und als Tafel-/oder Wandbild festgehalten. Möglich wäre auch, „Steckbriefe“ anzulegen und diese an entsprechender Stelle auf der Weltkarte zu befestigen.

Arbeitsblatt 4: Hörauftrag: Bei den Hamar im südwestlichen Äthopien

Während des Hörens machen sich die Schülerinnen und Schüler Notizen zu den Hamar im südwestlichen Äthopien. Das Arbeitsblatt kann auch paarweise oder in kleineren Gruppen bearbeitet werden.

Diskussion
In der Diskussion arbeitet die Klasse zunächst Gemeinsamkeiten und Unterschiede zum Aufwachsen von Kindern/Jugendlichen in den verschiedenen Kulturkreisen hier und anderswo heraus, und bespricht,

  • welche Orientierungen/Werte ihnen vertraut, und welche ihnen fremd sind
  • welche sie als positiv für ihr eigenes Leben bewerten, 
  • mit welchen sie sich nicht „anfreunden“ könn(t)en bzw. diese für ihr eigenes Leben eher ablehnen und warum das so ist.

Zum Abschluss halten sie zu jedem, der in der Sendung vorgestellten Kulturkreise fest, welches Bild sie sich vom Alltag der Kinder und Jugendlichen dort machen und was sie dazu noch in Erfahrung bringen möchten.

Nacharbeit

Hausaufgabe
Für die nächste Stunde können die Schülerinnen und Schüler den Auftrag erhalten, sich mit einem der vorgestellten Kulturkreise intensiver zu beschäftigen und in Form von Kurzvorträgen oder anderen Präsentationsformen diesen der Klasse vorzustellen. Dabei sollen sie auch die Aspekte bearbeiten, die sie interessieren und zuvor in der Diskussion genannt hatten. Mögliche Inhalte der Beiträge können z.B. sein:

  • Land und Leute/Sprache/Politik
  • Schule/Ausbildung
  • Ein typischer Tag im Leben eines Kindes/eines Jugendlichen
  • Traditionelle Kleidung/Gerichte/Feste
  • Musik, Fernsehen, Medien, Spiele
  • Mädchen und Jungen/Freundschaften

Analog der Anzahl der vorgestellten Kulturen wird die Klasse in vier Gruppen eingeteilt.

Zur Bearbeitungen der Aufgaben erhalten die Arbeitsgruppen das Manuskript zur Sendung. Sofern die Schule über einen Computerraum mit Internetzugang verfügt, empfiehlt es sich, mit der Klasse gemeinsam im Internet nach für die Recherche geeigneten Adressen Ausschau zu halten. 

Referate/Projekte
Weitere Beschäftigung mit verschiedenen Kulturkreisen, z.B. unter dem Titel "Afrika sind viele Länder und Kulturen".

  • Freundschaft, Mode, Fußball und Musik – was Jugendlichen aus anderen Kulturkreisen wichtig ist.
  • Die weltweit vereinbarten "Rechte des Kindes" der UN: Hintergründe ihrer Entstehung, Bedeutung der Paragraphen, ihre tatsächliche Einhaltung.
  • Kolonialisierung und ihre Folgen (fächerübergreifend Geschichte)
  • Kinderleben im Schatten der Globalisierung (z.B. ausbeuterische Kinderarbeit in der Textilbranche)
  • Traumschiff, Dschungelcamp und Katastrophen: Die Darstellung anderer Kulturen im Fernsehen und wie sie unser Bild vom Leben in der "Fremde" beeinflussen.

Gemeinsam ist allen Anregungen, Kinder und Jugendliche den Zugang zur Kulturenvielfalt unserer Welt zu ermöglichen und sie zur Offenheit und Toleranz gegenüber anderen Lebens- und Kulturformen zu befähigen, ohne dabei die problematischen und existentiellen Lebensbedingungen aus den Augen zu verlieren, unter denen Kinder insbesondere in den ärmeren Regionen unserer Welt aufwachsen müssen.

Filme
Ein umfassendes Archiv mit einer leicht bedienbaren Suchfunktion, mit kurzen Filmbeschreibungen und Hinweisen für den Unterrichtseinsatz sowie mit Bezugsadressen bietet die Datenbank der "Eine Welt Internetkonferenz".

Fragen und Antworten

Eventuell zur Bearbeitung als Hausaufgabe.


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