Bayern 2 - radioWissen


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Download-Service Einsatz im Unterricht

Stand: 02.09.2015 | Archiv

Vorarbeit

Lernziele: Die Geschichte von Adam und Eva, vom Frevel am Baum der Erkenntnis und der Vertreibung aus dem Paradies, ist eine der wirkungsmächtigsten, echoreichsten Erzählungen nicht nur des christlichen Abendlandes, sondern der Menschheit schlechthin. Seit zweitausend Jahren wird sie immer wieder gemalt, gestaltet, dargestellt, durchdacht, wiedergegeben und umgeformt. Ihre inhaltlichen Konturen und vor allem die Bildmotive sind auch heute noch über Länder-, Religions- und Kulturgrenzen hinaus vermutlich für die meisten Menschen sofort identifizierbar. Auf Anhieb erkennbar sollten sie zumindest für jene 54 Prozent der Menschheit sein, die einer der drei Abrahamsreligionen angehören: Judentum, Christentum und Islam wurzeln in einer gemeinsamen Ursprungserzählung, sie teilen die Erzählung eines von Gott aus Lehm geschaffenen Stammvaters und der aus seiner Rippe genommenen Stammmutter. Alle drei kennen ein ursprüngliches Paradies, das von den Stammeltern gebrochene Verbot vom Baum der Erkenntnis zu essen und auch die Strafe der Vertreibung und Verfluchung. Aber hier enden die Gemeinsamkeiten. Denn die Natur, die Schwere und vor allem die Folgen dieses ersten Sündenfalls bewerten alle drei Religionen sehr unterschiedlich.
Die Sendung zeichnet die interreligiösen Gemeinsamkeiten und Abweichungen nach, betrachtet wichtige Facetten der Wirkungsgeschichte und beleuchtet darüber hinaus den theologischen Deutungswandel vom faktischen Schöpfungsbericht hin zu einem symbolischen Verständnis als exemplarisches Reden vom Menschen schlechthin. Die Schülerinnen und Schüler …

  • werden mit der Entstehungsgeschichte der Paradieserzählung vertraut,
  • untersuchen die religionsspezifische Betrachtung und Bewertung des Sündenfalls,
  • überblicken die Wahrnehmung und theologische Deutung im Judentum und im Islam,
  • begreifen die Lehre von der Erbsünde als genuin christliche Auffassung,
  • denken über die Sündenfallerzählung als Ursprung und Ausdruck frauenfeindlicher Strömungen in Kirche, Gesellschaft und Kultur nach,
  • verstehen den spezifisch christlichen Zusammenhang zwischen Erbsünde und Erlösung,
  • reflektieren die Erbsündenlehre als Begründung patriarchalischer Strukturen in Kirche und Gesellschaft sowie des Zölibats und des Verbots der Frauenordination,
  • hinterfragen den Zusammenhang zwischen Gottesbild und Menschenbild (Schöpfer und Geschöpf) in den drei Religionen,
  • werden angeregt, die Paradiesgeschichte auch als bildhafte Erzählung über das Verhältnis zwischen Mann und Frau und die Fragen des Menschseins schlechthin zu lesen.

Einsatz im Unterricht

Hinführung zum Thema: Der Stundeneinstieg könnte beispielsweise über einen Bildanreiz oder ein kleines stummes Gestenspiel stattfinden. Bildanreiz: Die Lehrkraft zeigt eine Paradiesdarstellung, auf der möglichst alle zugehörigen Bildelemente (Adam, Eva, Baum, Schlange, Nacktheit, Scham) gut erkennbar sind und lässt die Klasse frei über Inhalt und Bedeutung assoziieren. Schlüsselbegriffe werden auf der Tafel gesammelt. Spielreiz: Die Lehrkraft kündigt eine Scharade an. Gesucht ist ein Begriff, den "garantiert alle" kennen. Dann holt die Lehrkraft ein Mädchen und einen Buben nach vorne. Der Bub bekommt einen Apfel, das Mädchen eine Stoffschlange in die Hand (es geht auch umgekehrt). Die Klasse soll nun den Begriff erraten. Sobald die Begriffe "Adam, Eva, Paradies, Sündenfall" gefallen sind, sammelt die Lehrkraft im offenen Gespräch das Schülervorwissen.
In einem nächsten Schritt sollte die Lehrkraft auf den Begriff der Erbsünde als Folge der Paradiesverfehlung zusteuern. Für das Verständnis der Radiosendung ist es unabdingbar, dass dieser zentrale Begriff zumindest in Grundzügen bekannt ist.
Am Ende dieser Impulsphase fragt die Lehrkraft, ob die Geschichte von Adam und Eva, vom Sündenfall und der Erbsünde nur im Christentum oder auch in anderen Religionen eine Rolle spielt. Falls muslimische oder jüdische Schüler in der Klasse sind, werden sie gebeten, die Frage zu beantworten. Falls nicht, kann die Lehrkraft kurz ankündigen, dass Adam und Eva auch im Judentum und Islam am Beginn der Menschheitsgeschichte stehen, dass sie aber in jeder Religion anders gesehen und gedeutet werden. Nach diesem Hinweis leitet die Lehrkraft auf das gemeinsame Hören des Beitrags über.

Nacharbeit

Nachbearbeitung: Die Arbeitsblätter und Arbeitsaufträge dienen der Festigung des im Radiobeitrag vermittelten Wissens und der Vertiefung thematischer Aspekte. Sie sind für die Bearbeitung in Einzelarbeit, Arbeitsgruppen oder im Klassenverband bzw. als Hausaufgabe gedacht, bauen nicht aufeinander auf und können auch einzeln bearbeitet werden und sollten im Plenum korrigiert und ergänzt werden (evtl. durch Austeilen der Lösungsblätter). Das Textblatt dient als Materialgrundlage für die thematisch vertiefende Weiterarbeit. Die Sendungsausschnitte können zur Motivation und thematischen Strukturierung des Unterrichtsgesprächs oder als Unterstützung für das Ausfüllen der Arbeitsblätter eingesetzt werden. Das Glossar erläutert zentrale Begriffe des Beitrags.
Arbeitsblatt 1:."Verflucht sei der Acker um deinetwillen - Adam und Eva im Judentum." Das Arbeitsblatt sichert grundlegende Sachinformation zur Entstehung der Geschichte von Adam und Eva und beleuchtet in einem zweiten Schritt ihre theologische Deutung aus jüdischer Sicht. Die Schülerinnen und Schüler halten fest, dass es im Judentum keine Erbsünde gibt. Arbeitsblatt 2: "Du bist es, die dem Teufel Eingang verschafft hat" - Adam und Eva im Christentum." Die Schüler und Schülerinnen rekapitulieren die christliche Sichtweise des Sündenfalls: Mit ihrem Verstoß gegen das göttliche Verbot vom Baum der Erkenntnis zu essen, brachten Adam und Eva die Erbsünde über die Welt. Sie halten auch fest, dass aus der Eva zugeschriebenen Hauptschuld am Sündenfall ein Herrschaftsanspruch des Mannes über die Frau und eine insgesamt frauenfeindliche Haltung der Kirche abgeleitet wurde. Arbeitsblatt 3: "Ein unzertrennliches Paar: Erbsünde und Erlösung im Christentum".Das Arbeitsblatt vertieft das Verständnis für den inneren theologischen Zusammenhang zwischen Erbsünde und Erlösung im Christentum: Durch den Sündenfall wurde die Menschheit verdammt und konnte sich nicht mehr aus eigener Kraft vom ewigen Tod erretten. Erst der Tod Christi als Sühneopfer konnte die Schuld löschen. Hilfestellungen bei der Bearbeitung und ergänzende Informationen bietet Audio-Ausschnitt 3: "Erbsünde und Erlösung - ein christliches Konstrukt mit Folgen." Arbeitsblatt 4: "Der Mensch als Statthalter Gottes auf Erden - Adam und Eva im Islam". Das Arbeitsblatt beleuchtet das islamische Verständnis der Paradiesgeschichte. Die Schülerinnen und Schüler halten fest, dass der Islam im Gegensatz zum Christentum keine Erbsünde, sondern nur eine persönliche Sünde kennt. Ein weiterer wichtiger Unterschied ist die Stellung Adams, der nach christlichem Verständnis als Ebenbild Gottes, nach islamischem Verständnis hingegen als Stellvertreter Gottes auf Erden geschaffen wurde. Arbeitsblatt 5: "Adam und Eva als Urbild des Menschseins - Mythos und Daseinsbewältigung". Das Arbeitsblatt beleuchtet den Wandel des Verständnisses der Paradiesgeschichte. Sie wird nicht mehr als historischer Tatsachenbericht, sondern als symbolische Ursprungserzählung aufgefasst. Die Schülerinnen und Schüler halten darüber hinaus wichtige Aspekte der Wirkungsgeschichte und utopische Funktionen der Paradieserzählung fest. Hilfestellungen bei der Bearbeitung und ergänzende Informationen bietet Audio-Ausschnitt 1: "Adam und Eva - Eine vieldeutige Ursprungsgeschichte". Arbeitsblatt 6: "Sex, Scham, Erkenntnis und andere Probleme - Adam und Eva als Modell des Menschseins". Das Arbeitsblatt ist zur Vertiefung für höhere Jahrgangsstufen und leistungsstarke Klassen gedacht. Die Schülerinnen und Schüler setzen sich mit der Paradiesgeschichte als bildhafter Erzählung über das Verhältnis zwischen Mann und Frau auseinander. Ausgangspunkt dieser Sichtweise ist der Erkenntnisgewinn, den das Essen vom Verbotenen Baum auslöst. Hilfestellungen bei der Bearbeitung und ergänzende Informationen bietet Audio-Ausschnitt 2: "Erkenntnis und Leid - Die Früchte des Verbotenen Baums". Textblatt: "Felix culpa - Das Osterlob der christlichen Kirche".Das Textblatt dient als Materialgrundlage für die vertiefende Erarbeitung des Zusammenhangs zwischen Erbsünde und Erlösung.

Lehrplanbezug

Lehrplan für die bayerische Mittelschule
5. Jahrgangsstufe
Evangelische Religionslehre, 5.1 Schöpfung: Unser Leben und unsere Welt - ein Geschenk Gottes; der Mensch, Frau und Mann, als Ebenbild Gottes. 5.3 Das Alte Testament erzählt von Erfahrungen, die Menschen mit Gott machen. Aufbau der Bibel: Altes und Neues Testament, inhaltliche Blöcke des Alten Testaments, Grundinformationen zur Entstehung und Bedeutung des Alten Testaments für Judentum und Christentum; Menschen machen Erfahrungen mit Gott: beispielhafte Erfahrungen kennenlernen: Abraham und Sara, Exodus, Königsgeschichten oder Israel als Volk Gottes
7. Jahrgangsstufe
7.4 Weltreligionen: Glaube und Leben der Muslime. 7.4.2 Muslimischer Glaube: die fünf Grundpflichten (,,Säulen") des Islam, Muhammad als Gesandter Gottes, der Koran, Verständnis des Islam. 7.4.3 Muslimische und christliche Kultur; Vergleich und Bedeutung von Moschee und Kirche
Evangelische Religionslehre, 7.4 Einander begegnen ­ Glaube und Leben der Muslime: "Islam" als unbedingte Hingabe an Gott, der Koran und seine Bedeutung, arabische Bezeichnung für Gott: Allah. 7.4.2 Islam und Christentum ­ Gemeinsamkeiten und Unterschiede: Muhammad (arab. Muhammad) als Prophet / Gesandter Gottes, sein Leben im Überblick; Verständnis des einen Gottes: im Islam ­ Gott, der als Allmächtiger und Barmherziger erhaben ist, Christentum ­ Gott, der als Allmächtiger und Gnädiger in Jesus Christus leidet, Vergleich des biblischen und koranischen Verständnisses Jesu (Bedeutung, Kreuzestod, Auferstehung) und Abrahams als Stammvater, Vergleich und Bedeutung von Moschee und Kirche
Katholische Religionslehre, 7.3.2 Islam ­ sich dem einen und einzigen Gott anvertrauen; Die fünf Grundpflichten, die Bedeutung Muhammads (arab.: Muhammad) für den Islam als Prophet und Gesandter Gottes (Leben, Berufung und Wirken), der Koran als heilige Schrift im Verständnis des Islam (z. B. Entstehung, zentrale Aussagen; authentisches Wort Gottes; Koranschulen, Verehrung. 7.3.3 Muslime und Christen ­ einander begegnen, miteinander leben: Gemeinsames (z. B. Gott als Schöpfer und allmächtiger barmherziger Richter, Abraham als Vorbild im Glauben, Propheten); Unterscheidendes (z. B. der dreieine Gott; Erlösung durch den Sohn Gottes: Jesu Menschwerdung, Kreuzestod und Auferstehung). 7.4.1 Jeder kennt das, keiner gibt es gerne zu ­ Fehler, Versagen, Schuld und Angst: Folgen von Schuld, Schuld als Sünde; schuldig werden an der Schöpfung, an Mitmenschen und an sich selbst als Störung der vertrauensvollen Beziehung zu Gott. 7.4.2 Vergebung erfahren ­ Vergebung schenken.
8. Jahrgangsstufe
Ethik, 8.5 Weltreligionen: Glaube und Leben im Judentum. 8.5.2 Der jüdische Glaube: die Thora als Glaubensweisung: Glaube an den einen Gott (Dtn 6,1-9), Dekalog (Ex 20,1-17), Gottes-und Nächstenliebe (Dtn 6,4 und Lev 19,18), Landnahme- und Vertreibungsgeschichten, z. B. David, Jerusalem und der Tempel, babylonisches Exil, Abraham als Glaubensgestalt für Juden, Christen und Muslime
Evangelische Religionslehre, 8.1.2 Gott erschafft und erhält das Leben - Menschen sind frei zu Gutem und Bösem: Gott schenkt uns Raum, damit wir unser Leben gestalten können; Erzählung von Gottes guter Schöpfung (1 Mose 2,4b-23); menschliches Fehlverhalten in der Urgeschichte: Adam und Eva - Missachten von Grenzen (1 Mose 3) oder Kain und Abel - Neid und Gewalt (1 Mose 4,1-16) oder Turmbau zu Babel - Machtstreben und Geltungssucht (1 Mose 11,1-9), der Noahbund - Gott hält zum Menschen (1 Mose 8,20-22 und 9,1-15). 8.1.3 Gottes Auftrag zum Gestalten und Bewahren der Schöpfung: achtsam werden für Gottes Schöpfung. 8.3 Einander besser verstehen - Glaube und Leben der Juden. 8.3.2 Miteinander verbunden ­ Gemeinsamkeiten im jüdischen und christlichen Glauben: Altes Testament der christlichen Kirche - Heilige Schrift der Juden, der Glaube an den einen Gott (z. B. 5 Mose 6,1-9, Dekalog, Gottes- und Nächstenliebe), jüdisches Erbe im Christentum
Katholische Religionslehre 8.4 "Höre Israel, der Herr unser Gott ist einzig"­ die Religion der Juden. 8.4.2 Miteinander zutiefst verbunden ­ jüdischer und christlicher Glaube: die Bibel der Juden: das Buch Jesu und der Jünger (Bücher der Weisung, Propheten, Schriften), die Bibel der Christen: Altes (Erstes) und Neues (Zweites) Testament, der Glaube an den einen und einzigen Gott (z. B. Dtn 6,1-9, Dekalog, Gottes- und Nächstenliebe), Jesus von Nazaret, ein Mensch, der zum Volk der Juden gehörte und als Jude lebte ­ der christliche Glaube an Jesus Christus, den Messias. 8.5 Die Schöpfung ist uns anvertraut ­ unsere Welt erhalten und gestalten. 8.5.2 Deutungen der Welt ­ Schöpfungstexte: nach dem Ursprung und Sinn von Welt und Leben fragen (z. B. eigene Fragen und Antworten; in anderen Religionen und Weltanschauungen; Deutungsversuche von Naturwissenschaftlern), über den Sinn des Daseins nachdenken: Grundaussagen biblischer Schöpfungstexte (z. B. aus Gen 1,1-2,4a; 2,4b-25)  D 8.2.3. 8.5.3 Den Schöpfer loben ­ Verantwortung für Umwelt und Mitwelt: als Abbild Gottes für die Schöpfung mitverantwortlich sein (z. B. Gen 1,27-28); unser Auftrag: die Welt schützen (z. B. "Bebauen und Hüten" Gen 2,15; Grenzen von Wachstum und Freizügigkeit, Bereitschaft zu Maßhalten und Verzicht; Verbundenheit allen Lebens, Ehrfurcht vor den Mitgeschöpfen)
9. Jahrgangsstufe
Ethik, 9.4.1 Mann und Frau: gesellschaftliche Erwartungen früher und heute an Frau und Mann bei uns. 9.4.2 Partnerschaft - Leitbild für Ehe und Familie: Erwartungen und Vorstellungen an eine Partnerschaft, z. B. Verständnis, Geborgenheit, Liebe, Sexualität, Gleichwertigkeit; Verantwortung in Partnerschaft, Ehe und Familie, z. B. Offenheit, Rücksichtnahme, gerechte Aufgabenverteilung
Evangelische Religionslehre, 9.1 Auf der Suche nach Partnerschaft und Liebe. 9.1.1 Sehnsucht nach Liebe: Einstellungen und Erwartungen der Schüler zu Liebe und Partnerschaft; Vorstellungen von Liebe und Partnerschaft in der Gesellschaft erarbeiten; biblisches Verständnis menschlichen Miteinanders: der Mensch geschaffen als Mann und Frau (1 Mose 1,27), Bestimmung zur Partnerschaft (1 Mose 2,18-24), 6. Gebot als Schutzregel. 9.1.2 Beziehung gestalten: Merkmale einer Liebesbeziehung wie Hingabe, Vertrauen, Treue, Verständnis, Offenheit, Achtung, Rücksicht. 9.1.3 Partnerschaft verantworten: Liebe und Sexualität als Gabe Gottes wahrnehmen: Sexualität als Ausdruck von Liebe, Liebe und Sexualität in der Partnerschaft von Mann und Frau; Annahme des Partners mit seinen Wünschen, Träumen, Ängsten, Schwächen und Stärken; Rollenerwartung und Selbstverständnis. 9.6· Frauen, die sich trauen - Glaube überwindet Grenzen. 9.6.1 Leben in Grenzen: Schranken und Grenzen, die uns gesetzt sind, von uns selbst, von anderen: Gewohnheiten (Bequemlichkeiten, Scheu vor Risiken) oder Rollenzuweisungen, die uns hindern, aus vordefinierten Geschlechterrollen auszubrechen und uns zu entfalten; Hemmnisse für die Entfaltung von Frauen in Bibel und Geschichte. 9.6.3 Gleichberechtigung heute: das Rollenbild im Wandel, Nachdenken über die Chancengleichheit und über das Verhältnis der Geschlechter
Katholische Religionslehre, 9.5 "Es ist nicht gut, dass der Mensch allein bleibt" ­ Partnerschaft, Ehe und Familie. 9.5.1 Liebe ­ Voraussetzung für Freundschaft und Partnerschaft: Einstellungen und Erwartungen in Bezug auf Freundschaft und Partnerschaft; Formen und Dimensionen der Liebe (z. B. Vertrauen, Geborgenheit, Zärtlichkeit, Freiheit, Annahme, Verständnis, Treue; Liebe und Sexualität in der Partnerschaft von Mann und Frau. 9.5.2 In Partnerschaft leben ­ offen für Ehe und Familie: Voraussetzungen und Grundlagen gelingender Partnerschaft (z. B. Selbstannahme, gegenseitige Ergänzung, Gleichwertigkeit von Mann und Frau; Grundhaltungen und Regeln für partnerschaftliches Verhalten); Ursachen für Beziehungskrisen und das Scheitern von Ehen; wie katholische Christen Ehe und Familie verstehen: das Sakrament der Ehe (z. B. die Feier der kirchlichen Trauung; das Ehesakrament als Hilfe für die angestrebte lebenslange Partnerschaft)

Lehrplan für die bayerische Realschule
5. Jahrgangsstufe
Evangelische Religionslehre, 5.5 Der Glaube an Gott: die biblischen Vorstellungen von Gott als Schöpfer, Erhalter und Vollender der Welt klären; der Gott, der die Welt erschaffen hat, sie erhält und vollendet: 1. Mose 1 und 2f., der Erste Glaubensartikel; über Konsequenzen aus dem Glauben an Gott, den Schöpfer und Herrn der Geschichte, nachdenken; der Mensch als Geschöpf und Teil der Schöpfung; Leben im Vertrauen auf Gott, der Menschen zur Freiheit beruft und sie führt
Katholische Religionslehre, 5.3 Ein Buch wie kein anderes: die Bibel: ein Buch aus vielen Büchern: die Bibel als geordnete Schriftensammlung; Bibelstellen auffinden und nachschlagen können; in über 1000 Jahren in einem bestimmten Erfahrungsraum entstanden: die Entstehungsgeschichten von AT und NT im ersten Überblick
6. Jahrgangsstufe
Evangelische Religionslehre, 6.2 Jesus von Nazareth und seine Botschaft: Passion und Auferstehung Jesu als Grund des christlichen Glaubens verstehen lernen; Ostergeschichten und Himmelfahrt
Katholische Religionslehre, 6.4 In der Wurzel verbunden: vom Leben und Glauben der Juden. In der Wurzel miteinander verbunden: das Erste Testament als die Heilige Schrift der Juden, seine Verehrung und Bedeutung kennen lernen; der Glaube an den einen Gott, der sein Volk aus der Knechtschaft befreit hat; Lk 4, 16-30: Jesus, "Schnittpunkt" beider Religionen, der zum "Eckstein" wird
7. Jahrgangsstufe
Ethik 7.3 Ethik des Islam: Grundlagen des Islam - Leben des Religionsstifters Muhammad in Grundzügen, z. B. Auszüge aus der Hadith und dem Koran; der Koran als das geoffenbarte Wort Gottes; die fünf Säulen des Islam; Vergleich von Islam, Christentum und Judentum im Hinblick auf die Religionsstifter (Moses, Muhammad, Jesus; besondere Gotteserlebnisse, z. B. Moses vor dem brennenden Dornbusch; Erscheinung des Engels Gabriel bei Muhammad, Taufe Jesu gemäß den drei synoptischen Evangelien)
Evangelische Religionslehre, 7.1 Paulus: Gottes Geist verändert Menschen: Paulus erkennt im Damaskuserlebnis Jesus, den Christus - der ehemalige Verfolger der Christen gewinnt ein neues Verständnis der Thora; Römer 3,28. 7.3 Islam: Bekanntes besser verstehen - Fremdes kennen lernen: Wurzeln und Lehre des Islam: Muhammad, der Prophet; der Koran, die fünf Säulen, Abraham als Stammvater dreier Religionen; Islam und Christentum: Wir entdecken und begegnen der kulturellen Vielfalt des Islam in Geschichte und Gegenwart
Katholische Religionslehre, 7.5 Andersgläubigen begegnen: die Muslime. Muhammad, der Prophet: sein Leben, seine Lebenswelt und seine Bedeutung, der Koran: Entstehung, Bedeutung, zentrale Aussagen (u. a. die "fünf Säulen"); Verwandtes und Unterscheidendes zum Christentum (u. a. Jesus/Maria im Koran)
8. Jahrgangsstufe
Evangelische Religionslehre, 8.4 Ich gestalte meine Beziehungen: Freundschaft, Liebe, Sexualität: Sexualität als Geschenk Gottes, als eine Ausdrucksform der Liebe; Ausschnitte aus dem Hohen Lied; von der Freundschaft zur verantwortlichen Partnerschaft: Nachdenken über Beziehungen, Verantwortung für sich selbst und das Gegenüber übernehmen (dazu z. B. 1. Mose 1,26 - 28)
Katholische Religionslehre, 8.1 Auf dem Weg zu sich selbst und anderen: Sexualität als Sprache der Liebe: elementare biblische Aussagen (z. B. Gen 1, 26 - 27; 2, 18.21 - 25. 8.6 Unserer Sorge anvertraut: die Welt als Schöpfung Gottes. Menschen fragen nach Ursprung und Sinn (auch eigene Deutungen versuchen); Gen 1, 1 - 2,4a: die Botschaft der Schöpfungserzählung im Kontext ihrer Entstehungsgeschichte; ggf. auch Gen 2, 4b - 25; biblische Schöpfungserzählung und Evolutionstheorie als einander ergänzende Erklärungen; die Welt als "Schöpfung Gottes" oder "Zufall" - gegensätzliche Sichtweisen mit unterschiedlichen Folgerungen und Auswirkungen; unterwegs in eine bessere Zukunft: wo Menschen beispielhaft im Geist des Schöpfungsglaubens reden und Werthaltungen eines schöpfungsgerechten Lebensstils wahrnehmen und schätzen lernen; Gott als Erhalter und Vollender der Schöpfung
9. Jahrgangsstufe
Ethik 9.4 Religionen und Lebensperspektiven - zwei Religionen zur Auswahl: Abrahamsreligionen (Judentum, Christentum und Islam) und/oder fernöstliche Religionen (Hinduismus, Buddhismus); Verbreitung und Vergleich der Gemeinsamkeiten bzw. Kontrastierung der Unterschiede in der Grundlehre, z. B. gemeinsame Charakteristika wie Monotheismus bzw. Polytheismus, Gesetzesreligion, Aussagen über Leben, Tod, Vergebung und/oder Wiedergeburt; Grundpositionen zu Themen ethischer Lebensführung (z. B. Sexualität, Familie, Stellung der Frau, Umgang mit der Natur; religiöse Erfahrensweisen, z. B. Kirche und Offenbarung, Glaube, Gebete; religiöse Sprachformen, z. B. Heilige Schriften, Meister- und Prophetenworte, rituelle Formeln und Symbole; Handlungsformen, wie Wallfahrten, Feste, rituelle Handlungen u.a.
Evangelische Religionslehre, 9.3 Judentum: Achtung vor dem Verwandten und doch Anderen. Begegnung mit dem jüdischen Glauben: Grundzüge jüdischer Lehre: Monotheismus, das erwählte Volk, Thora; Leben einer jüdischen Familie: Sabbat, Feste, Riten und Vorschriften, Messias-Erwartung und Verständnis Jesu in Judentum und Christentum; Vergleich zwischen jüdischer und christlicher Frömmigkeit, z. B. anhand von Gottesdienst bzw. Festen, Bibelverständnis, Lebensgestaltung; Stationen jüdischer und christlicher Geschichte
Katholische Religionslehre, 9.2 Menschen fragen nach Gott: Gottesvorstellungen der Religionen: Gott in Zeugnissen des AT und des NT; Gott in Zeugnissen anderer Weltreligionen; Gottes Spuren suchen (in Auswahl): in Zeugnissen der Gottesferne und -nähe (Literatur, Kunst, Film, Musik)
10. Jahrgangsstufe
Evangelische Religionslehre, 10.1 Die Frage nach Gott: Gottesvorstellungen in der Bibel, dazu auch 2. Mose 20,4; christliche Gottesvorstellungen in verschiedenen Epochen oder Gottesvorstellungen in verschiedenen Religionen; Streit um den Gottesglauben: die Aufklärung und die Folgen, Glaube und Naturwissenschaft, z. B. anhand der biblischen Schöpfungsgeschichten
Katholische Religionslehre, 10.1 "Sag, wer bist du?" - Jesus Christus neu entdecken. Für uns "gekreuzigt unter Pontius Pilatus": der Tod Jesu als Erlösungstod (z. B. 1 Kor 15,3; 2 Kor 5, 18-21; Jes 52, 13-53, 12; Mk 10, 45; Joh 3, 16; Röm 3, 21-26) und das durch diese Deutung bedingte Christusbild der Urkirche (vor allem der Gute Hirt); das Kreuz als Zeichen des Heils (Symbol der Rettung).

Lehrplan für das bayerische Gymnasium
6. Jahrgangsstufe
Evangelische Religionslehre, 6.2 Jesus von Nazareth und seine Botschaft: Passion und Auferstehung Jesu als Grund des christlichen Glaubens verstehen lernen, Ostergeschichten und Himmelfahrt
Ethik, 6.3 Menschenbild und Ethik von Judentum und Christentum: zentrale Personen der jüdischen und christlichen Religion: Abraham, Moses, Jesus; Darstellung der geographischen und historischen Situation, in der sie gewirkt haben; Kern einzelner Erzählungen wie Gottesgehorsam und Verheißungen (Abraham: Landverheißung; seine Söhne Ismael und Isaak als Erben), brennender Dornbusch (Mose, Ex 3,1-6); jüdische und christliche Überlieferungen: Schöpfungsbericht (Gen 1-4), einzelne biblische Geschichten (z. B. Josef in Ägypten, Gen 37-50); Jesu Leiden, Sterben und Auferstehung und deren Bedeutung in der christlichen Tradition (z. B. Mk 14-16, 1 Kor 15); ethische Forderungen von Judentum und Christentum und ihre aktuelle Relevanz: Sinai-Erzählungen auf der Basis vorangegangener Verheißung (Ex 16-17); Zehn Gebote (Ex 20,1-17); Nächstenliebe und Gottesliebe (Doppelgebot, Mk 12,29-31)
7. Jahrgangsstufe
Ethik, 7.3 Menschenbild und Ethik des Islam: Grundlagen des Islam: Leben Muhammads; der Koran als Offenbarung Gottes; die "fünf Säulen" des Islam und andere Pflichten der Muslime; ethische Grundaussagen des Islam und ihre aktuelle Relevanz (ggf. Lektüre von Sure 1 u. a.)
Evangelische Religionslehre, 7.3 Islam: Grundzüge islamischen Glaubens und Lebens erfassen, die Bedeutung der "fünf Säulen" und des Korans für die Gläubigen; Stationen islamischer Geschichte und Kultur kennenlernen: Leben und Wirken Muhammads (im Überblick), Verständnis der Heiligen Schriften; Bedeutung Jesu für Christen und Muslime
Katholische Religionslehre 7.5 Der Islam - Begegnung mit Muslimen in unserer Gesellschaft: Leben Muhammads und Grundzüge der islamischen Lehre: Monotheismus, "fünf Säulen", Koran, verschiedene Glaubensrichtungen; Stellung der Frau; Muslime und Christen bei uns und in der Welt: Gemeinsamkeiten und Unterschiede
8. Jahrgangsstufe
Evangelische Religionslehre, 8.1 Leben in Gottes Schöpfung und Geschichte: der biblisch-christliche Schöpfungsglauben im Kontext anderer Sichtweisen von Welt kennenlernen; ein Schöpfungsmythos; naturwissenschaftliche Theorien, z. B. Urknall, Evolution; Begegnung mit biblischen Aussagen zur Schöpfung: Zugangsmöglichkeiten und Zugangsschwierigkeiten; biblische Konzepte von "Welt", z. B. in Ps 104; 1. Mose 1 bis 3; 1. Mose 4; 1. Mose 6-9; Grundzüge christlichen Schöpfungsglaubens, Erhaltungs- und Heilshandeln Gottes; biblisches Verständnis von Zeit und Geschichte erkunden, biblisches Zeitverständnis; die Bedeutung biblischer Schöpfungsaussagen für Glauben und Handeln wahrnehmen, die Bedeutung der Bibel für Glauben und Handeln heute, verantwortliches Verhalten gegenüber der Schöpfung
Katholische Religionslehre, 8.1 Gottes Schöpfung - Gabe und Aufgabe für den Menschen: komplementäre Sicht der Wirklichkeit: Staunen über die Schöpfung, z. B. Sonnengesang (Franz v. Assisi); naturwissenschaftliches Wissen über die Entwicklung von Welt und Leben, z. B. Urknall, Evolution; symbolische Weltdeutung in einer Ursprungserzählung, z. B. babylonischer, indianischer Schöpfungsmythos; biblische Schöpfungserzählungen (Gen 1,1-2,4a; 2,4b-25) - keine Berichte, sondern Grundaussagen zur Lebensorientierung vor dem Hintergrund ihrer Entstehungszeiten: Mensch als Geschöpf und Ebenbild Gottes, Hüter und Gestalter des Lebens (Gen 1,26-28; 2,15), Mann und Frau als gleichwertige Partner (Gen 1,27; 2,18-24), bleibende Gefährdung des Menschen (Gen 3); Verantwortung für die Schöpfung (→ Festkalender) in einem Anwendungsbereich, z. B. Umwelt [→ Ph 8.3], Ernährung und Gesundheit, Einzelfragen zur Sexualität; ggf. eigene Neufassung eines Schöpfungstextes (z. B. zu Gen 1-2; Ps 8; Ps 104). 8.2 Die Welt ist unvollendet: Konflikte, Schuld und Versöhnung: Sünde, Umkehr und Vergebung, Neuanfang: Parabel vom barmherzigen Vater (Lk 15,11-32); Grenzen einer nur zwischenmenschlichen Wiedergutmachung und die religiöse Dimension von Schuld, Jesus vergibt Sünden und heilt Menschen (z. B. Joh 7,53-8,11; Mt 9,1-8); Sakrament der Versöhnung und andere kirchliche Bußformen
9. Jahrgangsstufe
Ethik, 9.3 Geschlechterrolle, Partnerschaft, Familie: Sexualität als fundamentaler Bestandteil des menschlichen Lebens; Geschlechterrollen im Wandel der Zeit und Auswirkungen auf die Sexualethik: z. B. Dame, Kavalier; Frauenbild im 19. Jahrhundert; Emanzipationsbewegung in neuerer Zeit
Evangelische Religionslehre, 9.1 Judentum: Grundmotive jüdischen Glaubens: Glaube an den einen Gott, Thora als Orientierung, Bedeutung von Erinnerung und Hoffnung, das Verhältnis von Judentum und Christentum, Gemeinsamkeiten und Unterschiede. 9.2 Im Zeichen des Kreuzes: Deutungen des Kreuzes im Licht der Auferweckung Jesu Christi wie Mitleiden Gottes, Stellvertretung, Erlösung, Versöhnungsopfer, "für uns"; Deutung des Lebens Jesu von der Auferweckung her: Beispiele aus den Evangelien wie Sendung des Lichts (Joh), Vollender der Thora; Jesus in den Religionen (Judentum, Islam). 9.3 Liebe - der Himmel auf Erden: Liebe als grundlegende, sinnstiftende menschliche Erfahrung; christliche Impulse zu Liebe und Sexualität reflektieren; Liebe, Sexualität und Partnerschaft als gute Gaben Gottes
Katholische Religionslehre, 9.2 Das Judentum: Weltreligion und Wurzel des Christentums: Glauben und Leben im Judentum, JHWH als treuer Bundesgott (Dtn 6,1-9), Bilderverbot; Thora als Lebensorientierung; Juden und Christen: "Der Glaube Jesu eint uns, der Glaube an Jesus trennt uns". 9.4 Zwischen Öffentlichkeit und Intimität: Freundschaft, Liebe und Sexualität: zu Partnerschaft und Liebe reifen: Grundaspekte, z. B. Sexus, Eros, Agape; christliche Kriterien für Sexualität, z. B. Ausdruck von Personalität und Liebe, Sensibilität für den anderen, Stufen der Zärtlichkeit, Treue; verantwortungsvolle Gestaltung von Sexualität und Partnerschaft
10. Jahrgangsstufe
Ethik, 10.2 Religionsphilosophie und vergleichende Betrachtung der Weltreligionen: religiöse Menschenbilder am Beispiel der drei Abrahamsreligionen Judentum, Christentum und Islam im vertieften Vergleich: Verhältnis von Schöpfer und Geschöpf und die sich daraus ergebenden Forderungen für das Leben; Eingehen auf ihre jeweiligen ethischen Grundaussagen zu zentralen Fragen des Lebens; Problematik der Theodizee; der Wahrheitsanspruch der Religionen und das Problem des interreligiösen Dialogs (z. B. Ringparabel bei Lessing)
Evangelische Religionslehre, 10.1 Zugänge zur Bibel: Exemplarisch eine biblische Schrift oder Tradition in gesamtbiblischer Perspektive kennenlernen, unterschiedliche Zugänge und Erfahrungen; Fremdheit biblischer Themen und Texte, Einführung in die historisch-kritische Arbeitsweise an biblischen Texten, eine weitere Lesart, z. B. (tiefen-)psychologisch, feministisch, sozialgeschichtlich, Beispiele für Interpretationen in Kunst, Literatur, Musik, Film; die Bibel als Buch des Glaubens wahrnehmen; Schriftverständnis der "Buchreligionen" im Vergleich: Jesus Christus als "Wort Gottes" im Menschenwort; Koran im Himmel (Islam); Offenbarung der Weisung (Judentum); Verbalinspiration und Fundamentalismus; Mitte der Schrift; kanonische Auslegung
Katholische Religionslehre, 10.3 Jesus, der Christus: "Eckstein" unseres Glaubens: Jesus, der Christus: Glaube an die Auferweckung als entscheidendes Kriterium (1 Kor 15,14); Nachdenken über Jesus und seine Bedeutung: sein Tod (z. B. Mk 10,45; Lk 24,25-27), ausgewählte Hoheitstitel
11. Jahrgangsstufe
Evangelische Religionslehre, 11.1 Was ist wahr? - Wahrnehmung und Wirklichkeit: Fragen der Wahrnehmung, Vermittlung und Beschreibung von Wirklichkeit reflektieren; Bedeutung von "Wahrheit" und "Wahrhaftigkeit", objektive und subjektive Wahrheit bzw. Erkenntnis; Wahrnehmung und Beschreibung von Wirklichkeit: Unterschiede im Zugang z. B. der Geistes- und Naturwissenschaften; das Wahrheitsverständnis des Christentums von anderen Vorstellungen unterscheiden
Katholische Religionslehre 11.1 Zwischen Vielfalt und Entscheidung: der Mensch als homo religiosus: sinnstiftendes Potential von Religion und Religiosität, religiöse Ausdrucksfähigkeit und Bedeutung religiöser Sprache, Bilder und Symbole.  11.2 Wege zu Gott: die Bibel als Zeugnis der Gotteserfahrung: Die Bibel als Lebensbuch? Stellenwert der Bibel heute, z. B. ein einzelnes biblisches Motiv in Kunst, Literatur, Film oder Medien; exemplarische Begegnung mit der Bibel als Buch menschlicher Gotteserfahrungen; exegetische Vertiefung durch mehrdimensionale Schriftauslegung: historisch-kritische Methode, ihre Grenzen und weitere Erschließungsschritte aus der Sicht des Glaubens; die Bibel als Buch, das in geschichtlichen Situationen von Menschen gedeutete Gotteserfahrungen enthält: Vergleich mit dem Textverständnis eines heiligen Buches in einer anderen Religion, z. B. Koran; zentrale Konturen des biblischen Gottesbildes: der lebendige und dreieinige Gott, Gott, der Schöpfer: transzendentes und personales Du; der sich geschichtlich offenbarende Gott; Jesus, der Christus und Mensch gewordene Gottessohn: vertiefte Gottesbeziehung durch Jesus, z. B. Abba-Anrede, Sündenvergebung, Heilungen, Ich-bin-Worte; die Erlösungsbotschaft von Kreuz und Auferstehung; biblische Offenbarung im Vergleich mit einem weiteren Weg der Transzendenzerfahrung, ; Gottesglaube vor dem Anspruch der Moderne: methodischer Atheismus in der Naturwissenschaft: Klärung der komplementären Sichtweisen von Gottesglauben und naturwissenschaftlicher Forschung, z. B. Evolution als creatio continua. 11.4 Der Mensch im Horizont des Gottesglaubens: christliches Menschenbild: Der Mensch - sich selbst eine Frage: Sinnentwürfe und Menschenbilder; Deutung des Menschseins in der Moderne: Philosophie, z. B. A. Camus, E. Fromm, E. Lévinas, oder Psychologie, z. B. S. Freud, C. G. Jung, V. E. Frankl, oder Naturwissenschaft, z. B. menschliche Freiheit aus der Sicht der Hirnforschung; Vergleich mit dem christlich-biblischen Verständnis des Menschen als Person: Geschöpf und Abbild Gottes (Gen 1,26f.) mit unverlierbarer Würde (Gen 2,7; Ps 8), v. a. der Mensch als ein für Transzendenz offenes Wesen, als verantwortlicher Mitgestalter (Gen 1,28), als gemeinschaftsbezogenes Wesen (Gen 2,18.21-24), als Sünder (Gen 3,1-8), als zur Freiheit (Röm 8,1f.,14-17) und Vollendung (1 Kor 15,12-22) Berufener
12. Jahrgangsstufe
Ethik, 12.1.2 Schuld und Strafe: Schuldbegriffe: religiös, sittlich, rechtlich
Katholische Religionslehre, 12.4 Grundriss einer Zusammenschau - das christliche Credo: Ich glaube: die großen Fragen des Menschen, Glaube als Grundorientierung in freier Entscheidung; Bedeutung des Apostolicums im Leben und Glauben der Kirche - an Gott, den Schöpfer: Gott als Vater und Herr der Welt, an Jesus Christus, seinen eingeborenen Sohn: Verbindung von Gottes- und Menschenbild, Sinnantwort aus dem christlichen Glauben


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