Bayern 2 - radioWissen


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Download-Service Einsatz im Unterricht

Stand: 17.12.2014 | Archiv

Vorarbeit

Bildimpuls

Geysir Strokkur auf Island

Heiße Quellen im kalten Norden, wie kommt es dazu? Die Schüler aktivieren ihr Wissen über Energie aus dem Erdinneren und über Tiefseeforschung.

Einsatz im Unterricht

Arbeitsauftrag

Auf dem Arbeitsblatt 1 "Hot spots und Gashydrate" machen sich die Schülerinnen und Schüler Notizen zur Sendung:

Hören

Für die Mitschrift wird sie an folgenden Stellen unterbrochen:
Unterbrechung 1: Nach Sprecherin "Der Autor hatte dort ein ungewöhnliches Erlebnis:" (Manuskript S. 2)
Unterbrechung 2: Nach Sprecherin "Ein dritter umrundet Australien und endet vor Neuseeland." (Manuskript S. 6 oben):

Nacharbeit

Diskussion

"Die Erde als Untertan?" Sind die Energiereserven der Erde unerschöpflich, wenn man nur tief genug bohrt und erfinderisch ist? Ist es legitim, innerhalb weniger Jahrzehnte die im Lauf von Jahrmillionen entstandenen fossilen Brennstoffe zu verbrauchen? Die Schüler diskutieren über Energiereserven und erneuerbare Energien.

Referate

  • Theorie der Plattentektonik und ihre Entwicklung
  • Vulkanismus und die verschiedenen Formen von Vulkanen
  • Arbeitsmethoden der Seismographie
  • Arbeitsmethoden der Geologie
  • Fossilien, Mineralien und Gestein als Zeugen geologischer Prozesse
  • Karstentstehung und –morphologie
  • Klimadiagramm z.B. anhand von Aufzeichnungen der Wetterstation auf der Zugspitze
  • Die Entwicklungsgeschichte des Menschen im Rahmen der Erdgeschichte

Fächerübergreifendes

Wirtschaft/Ethik: Anhand z.B. des Buches von Ernst Ulrich von Weizsäcker: Erdpolitik. Primus TB Verlag, Darmstadt 1997 (ISBN 3-89678-046-8) diskutieren die Schüler über Geopolitik und globalen Umweltschutz.

Biologie: Stabilität und Gleichgewicht der Natur, Anpassungsfähigkeit und Biodiversität werden erläutert, z.B. ausgehend von dem Buch von Josef H. Reichholf: Der blaue Planet. Einführung in die Ökologie. Deutscher Taschenbuch Verlag, München 1998 (ISBN 3-423-33033-3)

Deutsch/Literatur: Naturkatastrophen erschüttern das Bild von der "vollkommenen" Welt und setzen das Denken in Bewegung. Nachbeben in der Literatur findet man u.a. bei Heinrich von Kleist ("Das Erdbeben in Chili") und bei Johann Wolfgang von Goethe im 1. Buch von "Dichtung und Wahrheit":

"Durch ein außerordentliches Weltereignis wurde jedoch die Gemütsruhe des Knaben zum ersten Mal im Tiefsten erschüttert. Am 1. November 1755 ereignete sich das Erdbeben von Lissabon und verbreitete über die in Frieden und Ruhe schon eingewohnte Welt einen ungeheuren Schrecken. Eine große, prächtige Residenz, zugleich Handels- und Hafenstadt, wird ungewarnt von dem furchtbarsten Unglück betroffen. Die Erde bebt und schwankt, das Meer braust auf, die Schiffe schlagen zusammen, die Häuser stürzen ein, Kirchen und Türme darüber her, der königliche Palast zum Teil wird vom Meer verschlungen, die geborstene Erde scheint Flammen zu speien, denn überall meldet sich Rauch und Brand in den Ruinen. Sechzigtausend Menschen, einen Augenblick zuvor noch ruhig und behaglich, gehen miteinander zugrunde, und der Glücklichste darunter ist der zu nennen, dem keine Empfindung, keine Besinnung über das Unglück mehr gestattet ist."

Goethe

Eine Ausnahmefigur ist "Candide" im gleichnamigen Roman von Voltaire. Er macht weite Reisen und jede Menge schlechte Erfahrungen, u.a. gerät er auch in das Erdbeben von Lissabon. Aber trotz Machtgier, Grausamkeit, Niedertracht und anderer Naturkatastrophen bleibt er davon überzeugt, dass alles zum Besten steht in der "besten aller möglichen Welten".

Nach diesen Beispielen schreiben die Schüler eventuell eine Art "Kindheitsmemoiren", wann und durch welches Ereignis ihr Kindheitsgefühl von Geborgenheit und "heiler Welt" erstmals erschüttert wurde und wie sie darauf reagiert haben. Als zweite Möglichkeit schreiben sie ihren "Candide", der inmitten heutiger Katastrophen überzeugt ist, es sei alles bestmöglich eingerichtet und folge einem "höheren" Plan.

Videofilm: Eine preisgekrönte Naturdokumentation des Regisseurs David Attenborough (Co-Produktion von BBC mit Time Life Film) ist auch als Video erhältlich: "Die Erde lebt" und ist erschienen in der Reihe DuMont Dokumente. Interessant ist vor allem Teil 1 (Spieldauer 120 Minuten).

Lehrplanbezug

Lehrplan für das bayerische Gymnasium vom 2. August 1990: Erdkunde 11. Jgst. Geowissenschaftliche Theoriebildung, S. 25.


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