Bayern 2 - radioWissen


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Ohne Haben kein Sein Glossar

Stand: 30.07.2014 | Archiv

PersonWerdegang
Beaglehole, Ernest
(25.08.1906 - 23.10.1965)
Neuseeländischer Psychologe und Ethnologe, der sein umfangreiches wissenschaftliches Werk dem Studium pazifischer Inselvölker und dem Wandel ihrer kulturellen Situation widmete
Bosch, AidaDie deutsche Soziologin lehrt am Institut für Soziologie der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg. 2010 veröffentlichte sie das Buch "Konsum und Exklusion - eine Kulturgeschichte der Dinge". Ausgehend von der These, dass Dinge sowohl physische wie auch virtuelle Körper besitzen, entwickelt sie darin in eine "Soziologie der Dingwelt".
Pierre Bourdieu
(01.08.1930 - 23.01.2002)
Französischer Soziologe und Philosoph, der durch Untersuchungen zur Chancengleichheit im französischen Bildungswesen sowie zur Struktur und Alltagskultur der französischen Gesellschaft für heftige Debatten sorgte. In seinem Hauptwerk "Die feinen Unterschiede" setzt er sich mit den Mechanismen des Kampfs um gesellschaftliche Positionen auseinander. Er zeigt, dass die erfolgreiche Etablierung neuer Geschmacks- und Lebensstile (Distinktionsgewinn) ein wesentliches Instrument des Strebens nach gesellschaftlicher Dominanz ist.
Fromm, Erich
(23.03.1900 - 18.03.1980)
Deutsch-amerikanischer Psychoanalytiker, Philosoph und Sozialpsychologe. In seiner wissenschaftlichen Arbeit geht Fromm vielfach der Frage nach, wie sich die gesellschaftlichen und kulturellen Bedingungen des modernen Kapitalismus auf die menschliche Psyche und die Suche nach personaler Identität auswirken. Seine Bücher "Die Kunst des Liebens" (1956), "Anatomie der menschlichen Destruktivität" (1974) und "Haben oder Sein" (1976) erreichten über die Fachwelt hinaus ein breites Lesepublikum.
Gosling, SamDer 1968 in England geborene Psychologe lehrt an der University of Texas in Austin. Sein 2008 erschienenes Buch "Snoop. What your stuff says about you" geht der Frage nach, wie sich die Persönlichkeit eines Menschen durch seinen Besitz und den Umgang mit Dingen ausdrückt.
Illouz, EvaDie 1961 geborene israelische Soziologin lehrt an der Hebräischen Universität Jerusalem. In ihren Arbeiten untersucht sie, wie kapitalistische Lebensformen und moderne Massenmedien das Gefühlsleben der Gegenwart prägen und verändern. Auf deutsch vorliegende Werke: "Gefühle in Zeiten des Kapitalismus" (2004), "Die Errettung der modernen Seele. Therapien, Gefühle und die Kultur der Selbsthilfe" (2009) und "Warum Liebe weh tut. Eine soziologische Erklärung." (2011).
James, William
(11.01.1842 - 26.08.1910)
Der 1945 geborene amerikanische Soziologe und Ökonom ist akademischer Lehrer sowie Autor zahlreicher, stark diskutierter Bücher über die Auswirkungen des wissenschaftlichen und technischen Wandels auf Arbeitswelt, Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt. Sein 2000 erschienenes Buch "Access. Das Verschwinden des Eigentums "(The Age of Access) propagiert das Ende des Industriezeitalters und den Beginn einer "Zugangsgesellschaft", die durch den ungehinderten, vernetzten Zugriff auf Ideen, Güter und Dienstleistungen geprägt ist.
Weitzmann, MartinDer 1942 geborene amerikanische Wirtschaftswissenschaftler lehrt an der Harvard University. In seinem 1987 erschienenen Buch "Das Beteiligungsmodell. Vollbeschäftigung durch flexible Löhne" (The Share Economy. Conquering Stagflation) prägte er den Begriff der Share Economy. In dieser "Wirtschaft des Teilens" werden Infrastrukturen, Ressourcen, Wissen oder Organisationen von allen Menschen gemeinsam genutzt.
BegriffErklärung
AskeseFreiwilliger Verzicht auf bestimmte Dinge, Gebrauchs- und Genussgüter sowie körperliche Bedürfnisse (Nahrungs- und Schlafverzicht, sexuelle Enthaltsamkeit, Schweigen etc.). Zweck der Askese ist in der Regel das Erlangen eines geistigen (spirituellen) oder moralischen Ziels oder einer höheren Bewusstseinsebene.
KapitalismusGesellschafts- und Wirtschaftsordnung, die auf Privateigentum und Kapitaleinsatz (Maschinen, Produktionsmittel, Finanzkapital) beruht. Ein zentrales Element ist der "Markt", auf dem Güter, Waren und Dienstleistungen gehandelt werden. Der kapitalistische Markt steuert sich selbst durch Angebot und Nachfrage, Ziel der staatlichen Ordnung ist in erster Linie die Sicherung des freien Wettbewerbs, der Eigentumsrechte und der wirtschaftlichen Ertragssteigerung.
KonsumNutzung und Verbrauch materieller und immaterieller Güter (Dienstleistungen) durch die Bevölkerung (Endverbraucher).
Occupy-BewegungIm September 2011 in den Vereinigten Staaten als Reaktion auf die internationale Finanzkrise entstandene, banken-, globalisierungs- und kapitalismuskritische Protestbewegung, die mit dem Slogan "Occupy Wallstreet" zur Besetzung des New Yorker Finanzdistrikts aufrief. Die Anhänger forderten eine stärkere Kontrolle des Banken- und Finanzsektors durch die Politik, ein entschlossenes Engagement gegen soziale Ungleichheit und eine gerechtere Verteilung des Reichtums. Im Oktober und November 2011 kam es weltweit zu Massenprotesten, die hauptsächlich durch Aufrufe und Plattformen in sozialen Netzwerken organisiert wurden. Deutsche Occupy-Gruppen mobilisierten an die 40.000 Teilnehmer, die später von der Polizei geräumte Zeltlager unter anderem vor dem Kanzleramt und dem Gebäude der Europäischen Zentralbank errichteten.
StatusSoziologischer und sozialpsychologischer Begriff, der die soziale Rolle und Position bzw. den Rang eines Menschen innerhalb eines Gesellschaftsgefüges beschreibt. Mit dem Status sind Merkmale wie Wertschätzung, Prestige, Autorität, Macht, Einfluss und Einkommen (Vermögen) sowie die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Gesellschaftsschicht verbunden. Der Status wird durch symbolische Repräsentationen behauptet, reklamiert und ausgedrückt (beispielsweise Lebensstil, Konsum, Auto, Marken).

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