Bayern 2 - radioWissen


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Die schwarze Spinne

Von: Gundula Iblher

Stand: 18.12.2012 | Archiv

Deutsch und LiteraturRS, Gy

Die Erzählung "Die schwarze Spinne" verbindet drei uralte Sagen miteinander und mit der Gegenwart der Zeitgenossen Gotthelfs. Weit verbreitet sind damals Sagen vom geprellten Teufel, von der Pest und von der tödlichen Spinne.

Der weit verbreitete Ekel vor Spinnen kann auch durch das zunehmende Wissen über diese Tiere nur schwer abgebaut werden. Kein Wunder, dass man in früheren Jahrhunderten den geheimnisvollen, blutsaugenden Geschöpfen eine Affinität zum Bösen schlechthin, zum Teufel andichtete.

Der Schweizer Pfarrer und Dichter Jeremias Gotthelf, mit bürgerlichem Namen Albert Bitzius, hatte ein feines Gespür dafür, wie mit der Angst der Menschen vor ekligem Getier, vor Krankheit und Seuchen und nicht zuletzt vor dem Satan-Versucher selbst eine archetypische wie tragische Konstellation aus Not und Verzweiflung, Verführbarkeit und trügerischer Hoffnung und schließlich Gottlosigkeit und höllische Bestrafung hierfür erwächst.


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