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Ende der Welt - Die tägliche Glosse Selbstversorgertum in Krisenzeiten

So schlimm es auch war, im April vor teils leeren Regalen in den Geschäften und Supermärkten zu stehen. Die Abhängigkeit zu spüren, und ging es doch nur um Klopapier und Nudeln. Wir müssen umdenken. Und echte Selbstversorger werden – dann klappt’s auch mit der Wiesn! Eine Glosse von Christian Klos.

Von: Christian Klos

Stand: 16.09.2020

Also, in Krisenzeiten positiv denken: So wie Frau Wagner aus dem Unterallgäu. Sie hat sich Hühner angeschafft – in der Corona-Krise. Jetzt hat sie den Vorteil, dass Sie Eier frei Haus hat. Sollte es wieder Hamsterkäufe geben – auch so ein Wort! – dann hat sie Eier. Und die anderen nicht. Und sie haben gleich ein paar Haustiere – ihre Kinder werden es ihnen danken. So war das auch bei Frau Wagner.

Man stelle sich vor, es würde wieder Anstürme auf Supermärkte und Drogerien geben: Leere Regale, Menschen mit übervollen Einkaufstüten, die panisch die Läden verlassen. Eier, Klopapier und Nudeln – das war im Frühjahr irgendwann mal Mangelware.

Also denken wir mal weiter: Wir müssen uns unabhängiger machen. Die Hühner sind ein erster Schritt! Klopapier ist ein echtes Problem – das lässt sich nicht so leicht im Hausgebrauch machen.

Heben sie am Besten Zeitungen und Zeitschriften auf, für den Tag X, das sollte doch machbar sein. Nudeln kann man auch selber machen – mit ein wenig Zeit und Muße sogar besser als das, was in den Regalen im Supermarkt liegt.

Genuss und Freude, Lebensfreunde – geht doch! Auch in Krisenzeiten.

Aber, ein Thema muss uns umtreiben – in Bayern. Am kommenden Wochenende wäre es losgegangen, dass Münchner Oktoberfest – die Wiesn. Das ist richtig hart, in diesem Jahr ist es abgesagt. In diesem Punkt auf sich gestellt zu sein, ist alles andere als leicht!

Mach Dir deine eigene Wiesn - und es geht doch. Ab Samstag stellen wir um, komplett auf Tracht. Lederhosen und Dirndl, vierzehn Tage lang, dass ist das Mindeste.

Die Musik wird ebenfalls umgestellt – wie im Bierzelt: Cordula Grün, Schatzi, schenk mir ein Foto bis zu Patrona Bavariae – laufen lassen, so laut es geht.

Haben Sie Kinder? Dann haben sie auch eine Rutschbahn im Garten: zehn Mal hintereinander das Ganze und sie bekommen 1a – Achterbahnfeeling.

Autoscooter fragen sie? Wollten sie sich nicht mit Prämien und Mehrwertsteuersenkung jetzt noch einen neuen Wagen zulegen? Dann wissen Sie, was sie mit dem Alten jetzt machen können!

Dann noch die Eckbank und der Küchentisch raus, dafür die Bierbänke rein

Dann noch die Eckbank und der Küchentisch raus, dafür die Bierbänke rein und immer schön regelmäßig mit Bier übergießen – dann kriegt das Ganze ein Gesicht!

Die Ernährung wird komplett umgestellt. Bier ist – nach bayerischer Lesart – Grundnahrungsmittel! Das geht ab dem Vormittag, denken Sie sich nix!

Und über das Wiesn-Hendl brauchen Sie sich gar keine Gedanken machen. Erinnern Sie sich noch an Frau Wagner aus dem Unterallgäu? Na sehen Sie! In diesem Sinne: Ozapft is!


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