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Ende der Welt - Die tägliche Glosse Luxus, den die einen nicht haben und die anderen nicht wollen

Seit 13 Monaten versucht Mexikos Präsident Andrés Manuel López Obrador, seine Boeing 787 zu verkaufen. Aber keiner will sie. Womöglich sollte man nicht an Attraktivität und Aufmachung von Annoncen sparen, wenn es darum geht, Luxus zu verhökern. Heinz Gorr hätte da ein paar Vorschläge, wie der Präsident sie doch noch loswird.

Von: Heinz Gorr

Stand: 16.01.2020

Vielleicht war ja einfach die Kleinanzeige nicht so zündend formuliert: Wobei uns gar nicht bekannt ist, in welchen Fachblättern für hochwertige Luftfahrzeuge der auf öffentlichkeitswirksame Verkaufserlöse bedachte Präsident Mexikos inseriert hatte. Jedenfalls sollte man nicht an Attraktivität und Aufmachung von Annoncen sparen, wenn es darum geht, Luxus zu verhökern: "Zweistrahliges Langstreckenverkehrsflugzeug eines namhaften US-amerikanischen Herstellers mit zahlreichen Extras günstig abzugeben" - das reicht in diesem Fall nicht.

Und sicher hatten sich die Regierungsreferenten für PR und Marketing schon Mühe gegeben mit ihrer Hochglanz-Verkaufsbroschüre, die Andrés Manuel López Obrador nicht müde wurde in die Luft zu halten. Womöglich war sein Gesichtsausdruck dabei in letzter Zeit eine Spur zu verzweifelt, denn niemand wollte die Boeing 787 kaufen. Seit 13 Monaten preist der linkspopulistische Präsident den Vogel wie Sauerbier an - allein bis heute half es nichts. Dabei sollte es das Prunkstück in seinem Spar-Portfolio werden und immerhin dem Staat 130 Millionen Dollar bringen - Geld, das Señor López Obrador in Programme zur Armutsbekämpfung stecken wollte, während sein Amtsvorgänger mehr als das Anderthalbfache für den Jet hinblättern ließ - pure Verschwendung!

Wie könnte man nun die hehren Absichten des verhinderten Auktionators unterstützen? Schließlich haben die bisher aufgelaufenen Parkgebühren für die 787 irgendwo in Kalifornien die Million schon überschritten, und wer weiß, ob nicht demnächst der TÜV abläuft…

Der beste Deal ließe sich unter Umständen mit US-Präsident Trump erzielen

Unser erster Vorschlag setzt da an, wo das vom Hersteller als Dreamliner angekündigte Flugzeug über ein Jahr rumstand: in Hollywood. Dort nämlich versteht man sich bestens auf den finalen Einsatz sündteurer High-Tech-Gefährte. Zuvor jedoch unbedingt hoch versichern lassen und erst nach entsprechender Karenzzeit (siehe das Kleingedruckte in der Police) Experten anheuern. Wir empfehlen Bruce Willis oder besser noch Harrison Ford, der sich in einer seiner frühen Glanzrollen geschickt aus der Präsidentenmaschine verabschiedete, indem er sich buchstäblich abseilte und die Air Force One actionreich mitsamt den letzten Bösewichten abstürzen ließ.

Oder man überzeugt die Flugbereitschaft der Bundesregierung, doch endlich die marode Kanzlermaschine und Heiko Maas' fliegenden Verspätungsgenerator zum Alt-Alu zu werfen. Allerdings sollte man da beim Preis die Kommastelle nach links rücken… Der beste Deal ließe sich unter Umständen mit US-Präsident Trump erzielen: der könnte dem Krisengerede über seinen problembeladenen Konzern aus Seattle ein Ende setzen und sogar dem Ex-Boeing-Manager eins auswischen, der erst kürzlich meinte, er würde niemals in einen Dreamliner einsteigen. Für den Wochenendtripp nach Florida tät's die 787 allemal…


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