Bayern 2 - radioWelt


2

Ende der Welt - Die tägliche Glosse K-Fragen

Krasse Politiker hatte Deutschland schon viele, Wenzel den Faulen und Ludwig den Stammler zum Beispiel, gemessen daran sind die möglichen Kanzlerkandidaten Robert der Scharfe und Armin der Zauderer sozial eher unauffällig. Das gilt für Markus Söder natürlich nicht, wenngleich erst mal offen bleiben muss, ob der krasser ist als seine Partei oder umgekehrt – am Ende wird es wohl auf die Nebentätigkeiten ankommen. Doch solange wollte Laschet nicht warten. Eine Glosse von Peter Jungblut.

Von: Peter Jungblut

Stand: 08.04.2021

Also krasse Politiker hatte Deutschland ja schon jede Menge, darunter auch welche ohne Nacktbilder- und Twitter-Erfahrung: Karl der Kahle, Wenzel der Faule, Friedrich der Gebissene, Albrecht der Unartige, Stephan der Kneißel, Ludwig der Stammler und August der Starke zum Beispiel waren zwar nicht in derselben WhatsApp-Gruppe, aber immerhin im selben Hochadel.

Gemessen an diesen mittelalterlichen und barocken Führungspersönlichkeiten sind heutige Amtsträger ja sozial eher unauffällig. Armin der Zauderer zum Beispiel, der Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, hat bisher weder zum Kreuzzug aufgerufen, noch ein Rosenwunder vollbracht, Belgrad befreit oder seine Verwandtschaft beseitigt. Trotzdem hat er gute Chancen auf den Thron, muss sich allerdings nach eigener Aussage neuerdings mit Markus dem Krassen und Robert dem Scharfen messen, was der K-Frage zweifellos eine gewisse Würze verleiht.

Wie sexy Robert Habeck nun genau ist, das wollte Armin Laschet im Interview mit der Zeit nicht näher beschreiben, sondern verwies bescheiden darauf, dass es nördlich der Alpen jedenfalls keinen gebe, der mehr erotische Ausstrahlung habe.

Seit die Gletscher Philipp Amthor freigaben und Peter Altmeier aus dem Permafrost geborgen wurde, spricht tatsächlich vieles für diese These, wenngleich es dazu noch keine geologischen Gutachten gibt, sondern nur hormonelle Bohrungen. Aber dass Markus Söder neuerdings krass sein soll, wie Laschet nahelegte, ist doch einigermaßen verwunderlich, wo Söder doch seit geraumer Zeit nur noch denkt, was sich Aiwanger nicht zu fragen traut und sagt, was Merkel buchstabierte.

Vielleicht haben wir es hier also abermals mit einem Beinamen zu tun, der gar nichts mit Söder direkt zu tun hat. Karl der Kahle hatte ja mutmaßlich auch Haare und war nur auf der Landkarte blank. Und wenn Söder persönlich auch nicht sonderlich krass sein mag, seine Partei ist es dafür umso mehr, jedenfalls dann, wenn Nebentätigkeiten mitgezählt werden.

So kamen ja Alfred der Münzreiche, Tobias der Aserbaidschaner und Georg der Maskierte zu ihren Beinamen, was im Handbuch der Bayerischen Geschichte allemal beeindruckender klingt als Sauter, Zech und Nüsslein.

Mit seiner Wirkung ist Laschet übrigens zufrieden

Wer in Deutschland der Allerkrasseste ist, das hat Armin Laschet übrigens vorerst für sich behalten, vermutlich, um Andi Scheuers Ehrgeiz anzustacheln. Immerhin, Laschet kam auf seine eigene Körpergröße zu sprechen und verglich seine 1,72 Meter weder mit Pippin dem Kurzen, noch mit Ludwig dem Ersehnten, wie anzunehmen gewesen wäre, sondern mit Helmut Schmidt und Gerhard Schröder, die allerdings im Unterschied zu Laschet in dem Teil Germaniens geboren wurden, der von den Römern nicht besetzt war, was aus der Perspektive des Rheinlands ja auch irgendwie krass ist, um nicht zu sagen haarig.

Mit seiner Wirkung ist Laschet übrigens zufrieden, wobei er offenließ, ob er die vor oder nach der Einnahme von Aachener Printen meinte. Die bleiben ja wegen dem ganzen Orangeat und Zitronat gern in den Zähnen hängen – und dann wäre Laschet hilflos, wenn Söder mit dem Stollen kommt. Total krass!


2