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Ende der Welt - Die tägliche Glosse Alles Banane - Ausrutscher gestern und heute

Was Charlie Chaplin noch nicht wusste, hat Markus Söder herausgefunden: Wer zu schnell rennt, stolpert, vor allem über Bananenschalen. Vor genau 105 Jahren wurde so eine Szene erstmals im Film eingesetzt. Wäre doch schön, wenn uns der Ministerpräsident Fall-Übungen vorführen könnte, ist er doch neben Sebastian Kurz der einzige, der noch im Stolpern rennen und notfalls auf sich selber landen kann. Eine Glosse von Peter Jungblut.

Von: Peter Jungblut

Stand: 29.04.2020

Wann der allererste Mensch auf einer Bananenschale ausgerutscht ist, daran können sich wohl nur die Säbelzahntiger erinnern. Vermutlich, weil sie damals lange nicht so gut gefressen haben, und sicher nicht die Schale.

Inzwischen sitzt der Säbelzahn ja ziemlich locker und die Banane hat zumindest für Tiger ihre ursprüngliche Bedeutung weitgehend verloren, nicht jedoch für uns Menschen. Wir rutschen bekanntlich immer noch aus, seit genau 105 Jahren sogar im Kino.

Jedenfalls soll Charlie Chaplin in seinem Stummfilm „An der See“ der erste Darsteller gewesen sein, der bei laufender Kamera über eine Banane stolperte. Wie er wissen konnte, dass die Zuschauer darüber lachen würden statt Mitleid zu empfinden? Naja, überlegen Sie mal, wie unsere Vorfahren üblicher Weise reagierten, wenn ein Tiger den Halt verlor! Oder meinen Sie, da wäre jemand hingerannt, um dem ausgerutschten Tier einen Arm zu leihen? Der Tiger hätte den Arm ja sowieso nur geschenkt genommen.

Es geht also bei dieser Art Humor ganz offensichtlich weder um die Banane, noch den Menschen, ja nicht mal um den Tiger, sondern um die Schalenfreude, früher auch als „Schadenfreude“ bekannt, aber den Ausdruck haben uns die Engländer und Amerikaner ja leider weggenommen, als sogenanntes Lehnwort, wobei wir alle natürlich inständig hoffen, dass unsere englischsprachigen Mitmenschen in diesem Fall beim Anlehnen besonders festen Boden unter den Füßen haben.

In London sind Bananen ja extrem gefährlich, seit die EU nicht mehr persönlich nachmessen kann. Ein so trittfester Mann wie Jean-Claude Juncker hatte ja seinerzeit schon aus Eigeninteresse dafür gesorgt, dass die Qualitäten nicht zu sehr schwankten. Er musste ja ständig kontrollieren, ob der Kanal zwischen Dover und Calais auch wirklich voll war und hatte daher beim Aussteigen selten den Kopf frei, um auf Hindernisse zu achten.

Es ist sowieso verwunderlich, warum in einer Welt, in der Gesichtsmasken vorgeschrieben sind, so wenig Leute ohne Steigeisen und Sturzhelm unterwegs sind, denn solange es gegen Ausrutscher keine Impfung gibt oder die Bananenabfälle sich bei Annäherung nicht von selbst aufblasen, werden wir mit den Schalen leben müssen.

Wobei Lockerungen in diesem Fall natürlich der falsche Weg wären, außer vielleicht im Beckenbereich und an den Schultern

Wobei Lockerungen in diesem Fall natürlich der falsche Weg wären, außer vielleicht im Beckenbereich und an den Schultern. „Wer zu schnell rennt, wird stolpern“, wissen wir ja von Markus Söder, obwohl bei ihm nie ganz klar ist, ob er diese Erfahrung beim Rennen oder beim Stolpern gemacht hat, zumal er ja neben Sebastian Kurz der einzige Politiker ist, der noch im Stolpern die Bananenschale umrennt und auf sich selber landet. Wäre prima, wenn er uns das im Netz-Video vorführen könnte, richtig zu umzufallen, aber so hohe Umfragewerte, wie der Mann gerade hat, will er sicher nicht vor einem Millionenpublikum auf die Matte gehen.

Vielleicht hat Hubert Aiwanger ja ein Einsehen, der ist im Kabinett ja ständig mit Knieschonern unterwegs und entsprechend ausgerüstet. In der Politik ist eben auch alles Banane!


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