Bayern 2 - radioTexte


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Norwegen: "Der Traum in uns" Martin Feifel liest Kjell Askildsen - „Afterwork“

Mit einer Geschichte von Kjell Askildsen, dem Meistererzähler Norwegens, dem Vorbild zweier Schriftstellergenerationen und mit der Lesung von Schauspieler Martin Feifel, zu Live-Musik von Adele Bassermann, beginnen am 1.Oktober die Afterwork-Lesungen im Literaturhaus München.

Stand: 03.09.2019

Schauspieler Martin Feifel, Kjell Alskidsen | Bild: picture-alliance/dpa/Finn Ståle Felberg [CC BY-SA 3.0]/Montage BR

"Ich bin nicht so, ich bin nicht so"

Er schreibe vor allem für sich selbst, sagte er einmal, Und zur täglichen Schreibroutine gehörten ein Glas Wein und eine Zigarette. Kjell Askildsen, Norwegens Virtuose der Kurzgeschichte, wird am 30. September 90 Jahre alt und lebt inzwischen zurückgezogen. Geboren in Mandal, in Südnorwegen in eine pietistische Familie, ist er seit Jahrzehnten Vorbild für junge norwegische Autoren und berühmt für seinen existentialistisch angehauchten, minimalistischen Stil, seine Momentaufnahmen zwischen zwei Menschen, Eheleuten oder Geschwistern etwa. Wie in „Ich bin nicht so, ich bin nicht so“, eine stille Erzählung mit mürrischen, aber überraschenden Figuren, die alle anders sind als es scheint. Eine Erzählung im 1000seitigen Gesamtwerk, das nun, in der Übersetzung von Hinrich Schmidt-Henkel bei Luchterhand neu erscheint.

Afterwork am 1. Oktober 18 Uhr im Literaturhaus München

Schauspieler Martin Feifel

Der renommierte Schauspieler Martin Feifel liest „Ich bin nicht so, ich bin nicht so“ leise, flirrend, einzigartig schwebend.
Am Sonntag, 12.30 Uhr in „radioTexte – Das offene Buch“ auf Bayern 2, am Dienstag, 18 UhrAfterwork“ im Literaturhaus München, zu Live-Musik aus Norwegen von Adele Bassermann am Klavier.

Norwegen, das Land der Trolle und Strickpullover, mit einer 100.000 Kilometer langen Küste, durchfächert von über 1000 Fjorden; mit dem flirrenden Spiel der Polarlichter, den schroffen Felsen und gigantischen Bergen, den bunten Holzhäuschen und den vielen Sprachen; den beiden Amtssprachen Bokmål und Nynorsk und den zahlreichen samischen Sprachen, in denen es allein mehrere Hundert Wörter für Schnee und Eis gibt, je nach Beschaffenheit, bevölkert von nur knapp fünfeinhalb Millionen Einwohnern, das Land mit den schönsten Bibliotheken, das einzige Land mit Buchstädten wie Mundal oder Fjærland am Sognefjord, das vier Kilometer an Bücherregalen bietet, teils unter freiem Himmel; das Land mit den drei Literatur-Nobelpreisträgern Sigrid Undset, Knut Hamsun und Bjørnstjerne Bjørnson; mit dem weltbekannten Henrik Ibsen, Karl Ove Knausgård, Jo Nesbø, Jostein Gaarder, überhaupt mit den meisten Vollzeitautoren und den meisten Lesern; mit der Musik von Edvard Grieg oder Jan Garbarek, und Künstlern wie Edward Munch. So hat das Land viel beizutragen im kulturuellen Austausch mit Europa. Im Oktober präsentiert sich Norwegen als Ehrengast auf der Frankfurter Buchmesse mit gut 250 neu übersetzten Titeln.

Hjertelig velkommen, Norge!

Afterwork-Lesungen im Lieraturhaus München

Seit Jahren sind die "Afterwork-Lesungen" des Bayerischen Rundfunks eine Institution im Münchner Literaturhaus und eine literarische Einführung ins Gastland der Frankfurter Buchmesse, immer mit Star-Aufgebot. Zu erleben sind diesmal Geschichten aus Norwegen im Foyer des Literaturhauses, vor der dottergelben spektakulären Kulisse der Theatinerkirche. "Afterwork" heißt: eine dreiviertel Stunde Lesung und Live-Musik der Norwegerin Adele Eikenes Bassermann zwischen Arbeit und Nachhause-Kommen, mit Zwischenstation um 18.00 Uhr im Literaturhaus München.

Lesefest auf Bayern 2 und Live bei den Afterwork-Lesungen

Mit fünf Lesungen aus fünf handverlesenen Neuerscheinungen aus Norwegen. Und Exklusiv-Interviews mit den jeweiligen Autoren von Cornelia Zetzsche

Thure Erik Lund - "Das Grabenereignismysterium"

Der Schauspieler Thomas Loibl liest Ausschnitte aus Thure Erik Lunds Roman, übersetzt von Matthias Friedrich. Die Suada eines einsamen Gutachters über die Kulturdenkmäler des Landes auf der Suche nach der norwegischen Identität.

15.09.2019 "radioTexte - Das offene Buch", 12.30 - 13.00 Uhr auf Bayern 2

Jon Fosse - "Der andere Name"

Schauspieler André Jung, der schon viele Rollen aus dem dramatischen Werk von Jon Fosse verkörpert hat, liest aus dem Monolog eines Malers und Witwers, der in Bildern und seiner Umwelt die Verbindung zu seiner Frau herstellt. "Der andere Name", übersetzt von Hinrich Schmidt-Henkel.

22.09.2019 "radioTexte - Das offene Buch", 12.30 - 13.00 Uhr auf Bayern 2

Kjell Askildsen - "Ich bin nicht so, ich bin nicht so"

Der bekannte Schauspieler Martin Feifel liest eine Kurzgeschichte von Norwegens Meisterzähler Kjell Askildsen von seltsamen Überraschungen in Begegnungen zwischen zwei Menschen.  Im Gespräch: Askildsens Übersetzer Hinrich Schmidt-Henkel

29.09.2019 "radioTexte - Das offene Buch", 12.30 - 13.00 Uhr auf Bayern 2

01.10.2019 Literaturhaus München / Foyer, 18.00 - 18.45 Uhr
mit Live-Musik von Adele Eikenes Bassermann

Roy Jacobsen - "Die Unsichtbaren"

Die Schauspielerin Katja Bürkle liest aus Roy Jacobsens Inselsaga und folgt seiner Heldin Ingrid, die aus einer Fischfabrik auf eine verlassene Insel geflüchtet ist, dort alleine lebt, bis 1944 ein Fremder angespült wird. "Die Unsichtbaren", aus dem Norwegischen von Gabriele Haefs und Andreas Brunstermann. 

06.10.2019 "radioTexte - Das offene Buch", 12.30 - 13.00 Uhr auf Bayern 2

08.10.2019 Literaturhaus München / Foyer, 18.00 - 18.45 Uhr
mit Live-Musik von Adele Eikenes Bassermann

Maria Kjos Fonn - "Kinderwhore"

Die jüngst bei den Salzburger Festspielen als Buhlschaft gefeierte Schauspielerin Valery Tscheplanowa liest Ausschnitte aus Maria Kjos Fonns neuem Roman über die kleine Charlotte, die sich trotzig behauptet, obwohl ihre Mutter vor allem mit sich selbst beschäftigt ist. "Kinderwhore", übersetzt von Gabriele Haefs.

13.10.2019 "radioTexte - Das offene Buch", 12.30 - 13.00 Uhr auf Bayern 2

15.10.2019 Literaturhaus München / Foyer, 18.00 - 18.45 Uhr
mit Live-Musik von Adele Eikenes Bassermann

Live-Musik von Adele Eikenes Bassermann

Adele Eikenes Bassermann, Sängerin und Pianistin | Bild: Adele Eikenes Bassermann

Pianistin und Sängerin Adele Eikenes Bassermann

Wie jedes Jahr bei den Afterwork-Lesungen gibt es Live-Musik aus dem Gastland der Frankfurter Buchmesse. "Ohne Musik wäre das Leben ein Irrtum!", dieses Zitat von Friedrich Nietzsche hat sich die Norwegerin Adele Eikenes Bassermann ausgesucht für ihr musikalisches Schaffen, denn "Musik berührt uns tief und nährt unsere Seele". In Bergen studierte sie Gesang und Klavier, in London absolvierte sie ein Solistenstudium in Gesang, wo sie 1996 die Opernklasse abschloss. Sie gewann Preise, war auf internationalen Bühnen zu Hause. Erst als sie 2002 mit ihrer Familie nach Deutschland zog, gab sie ihr Konzertleben auf und widmete sich der Gesangsausbildung, gründete einen Chor und unterrichtet. Dass sie alle Genres beherrscht, von der klassichen Musik bis zur Moderne, zeigt sie bei den Afterwork-Lesungen, selbstverständlich wird Edvard Grieg zu hören sein, norwegische Volkslieder und Improvisationen.

Norwegen literarisch

Bestseller Autor Jon Fosse

Konzept, Redaktion, Moderation: Cornelia Zetzsche, die sich in Oslo schon einmal auf Spurensuche nach den Schriftstellern begeben hat. Und im "Nynorskens hus", einer Kulturarena mit Musik, Tanz, Theater, Literatur, Design und Forschung stieß sie als erstes auf Bestsellerautor und Literaturnobelpreis-Kandidat Jon Fosse.


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