Bayern 2 - Notizbuch


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Nur bedingt zu empfehlen Zusatzversicherungen für Brillen

Die Menschen werden immer älter, damit steigt auch die Zahl der Brillenträger. Da die Kassen in der Regel nichts zuzahlen, schließen immer mehr Menschen eine Zusatzversicherung ab. Doch die lohnt sich nur in wenigen Fällen.

Von: Karsten Böhne

Stand: 29.10.2018

Eine Brille liegt neben Kleingeld auf dem Tisch | Bild: picture-alliance/dpa

Die Versicherung übernimmt die Kosten für eine neue Brille oder die Ausgaben für Kontaktlinsen. Allerdings nur bis zu einer bestimmten Grenze. Das ist entweder ein gewisser Prozentsatz des Rechnungsbetrages oder eine jährliche Höchstgrenze. In der Regel kann man die Police alle zwei bis drei Jahre in Anspruch nehmen oder dann, wenn sich die Sehstärke innerhalb dieser Zeit stark verschlechtert.

Höhere Beiträge gleich bessere Leistung

Manche Policen zahlen einen Zuschuss zum Augenlasern

Wie bei vielen anderen Policen gilt auch bei der Brillenzusatzversicherung: Günstige Anbieter zahlen auch weniger aus. Oder beinhalten bestimmte Leistungen nicht, zum Beispiel Sonnenbrillen. Wer viel ausgibt, darf auch mehr erwarten, wie etwa einen Zuschuss zum Augenlasern. Manche Policen beinhalten auch andere Gesundheitsleistungen, wie Heilpraktiker, Impfungen oder Vorsorgeuntersuchungen.

Vorsicht: Nicht jede Leistung ist sinnvoll

Um Kosten zu sparen, ist darauf zu achten, dass die Versicherung nur das enthält, was man auch wirklich braucht. Was bringt einem eine Behandlung beim Heilpraktiker, wenn man sie nicht in Anspruch nimmt? Oder Augenlasern, wenn man mit seiner Brille eigentlich ganz zufrieden ist?

Günstige Tarife schon für zehn Euro

Eine Brillenzusatzversicherung gibt es schon ab rund 10 Euro im Monat. Bei solchen Verträgen sind die Leistungen allerdings eingeschränkt. Da beträgt die Erstattung dann zum Beispiel maximal 300 Euro in den ersten zwei Jahren. Nach oben gibt es fast keine Grenzen. Wer 100 Euro monatlich investiert, hat gleich noch die Heilpraktikerbehandlung und andere Gesundheitsleistungen dabei.

Nicht für jeden eignet sich eine Brillenversicherung

Die Auswahl ist groß - wer öfter das Brillengestell wechselt, für den kann sich eine Zusatzversicherung lohnen

Für Jugendliche ist so eine Versicherung nicht geeignet, da die Kasse hier die Kosten für eine Brille teilweise oder komplett übernimmt. Ansonsten gilt: Jeder muss für sich durchrechnen, ob er eine Brillenzusatzversicherung abschließen möchte oder nicht. Wer seine Brille behalten will und nicht damit rechnet, dass sich die Augen verschlechtern, der sollte die Finger davon lassen. Wer alle zwei Jahre ein neues Gestell haben möchte oder glaubt, dass er neue Gläser benötigt, für den lohnt sich eine Brillenversicherung schon eher.

Verbraucherschützer raten eher ab

Viele Verbraucherschützer bezeichnen eine Brillenversicherung als überflüssig. Statt monatlich etwas einzuzahlen, sollte man das Geld aus ihrer Sicht lieber zur Seite legen und ansparen.


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