Bayern 2 - Notizbuch


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Zwischenzeugnisse Noch ist alles drin

Rund eine Million bayerischer Schüler erhalten jeweils Mitte Februar ihre Zwischenzeugnisse. An vielen Grundschulen ersetzen dokumentierte Lernentwicklungsgespräche die Zeugnisse. Zwischenzeugnisse sind nur eine Zwischenbilanz. Eltern sollten bei schlechten Noten gelassen reagieren und nach Ursachen forschen.

Stand: 19.07.2017

Schülerin erhält Zeugnis von Lehrer | Bild: picture-alliance/dpa

Wenn die Zwischenzeugnisse verteilt werden, ist noch nichts verloren - das sollten sich Eltern sagen und dies auch ihren Kindern deutlich zeigen. Eltern sollten sich grundsätzlich das ganze Jahr hindurch für die Leistungen ihrer Kinder interessieren, damit der Druck bei Zeugnis-Verteilungen nicht so hoch ist - und böse Überraschungen ausbleiben.

"Das Halbjahreszeugnis ist eine Zwischenbilanz, nicht mehr und nicht weniger. Deshalb heißt es, gelassen zu reagieren und dem Kind zu zeigen, dass man hinter ihm steht, mit ihm fühlt und ihm helfen wird - und das am besten schon ein paar Tage vorher. Das Kind selbst ist doch am unglücklichsten über ein schlechtes Zeugnis, egal wie cool es tut."

Susanne Arndt, Vorsitzende der Landes-Eltern-Vereinigung der Gymnasien in Bayern e. V. (LEV)

Schlechte Noten: Bündnis mit dem Lehrer

Fällt das Zwischenzeugnis schlecht aus, ist es für die Eltern Zeit für Ursachenforschung - in welchen Fächern hat mein Kind Schwierigkeiten und wie kann man ihm helfen. Dazu sollte man zuerst mit seinem Kind selbst sprechen und dann mit dem betreffenden Lehrer eine Strategie entwickeln. Die Lehrer wissen meist am besten, wie man dem Kind helfen kann.

"Den Eltern rate ich zu einem ruhigen Gespräch mit ihrem Kind, am besten in angenehmer Atmosphäre, z. B. bei einem Spaziergang oder beim Pizzaessen. Nachdem die Probleme identifiziert sind, sollten die Lehrkräfte als Verbündete gewonnen werden, um gemeinsam einen konkreten Hilfe- und Maßnahmenplan mit dem Kind aufzustellen. Das Kind sollte in relativ kurzen, regelmäßigen Abständen zurückmelden, wie es läuft und ob es vorankommt."

Susanne Arndt, LEV

An manchen Schulen gibt es keine Zwischenzeugnisse

Die Schüler der vierten Grundschulklassen bekommen kein Zwischenzeugnis, denn ihnen werden im Mai die Übertrittszeugnisse überreicht. Auch an manchen weiterführenden Schulen gibt es keine Zwischenzeugnisse mehr. Hintergrund: Seit einigen Jahren steht es den Schulen frei, sich stattdessen für zwei sogenannte "Leistungsstandsberichte" zu entscheiden. Die jeweilige Schule muss sich dazu aber die Zustimmung des Elternbeirats für diese Art der Noteneinsicht einholen.

In diesen Leistungsstandsberichten stehen die mündlichen und schriftlichen Noten, sie werden kurz vor Weihnachten und Ende April an die Schüler verteilt.

"Das ist eine Maßnahme, damit die Eltern früher und umfassender informiert werden."

Dr. Fritz Schäffer vom Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverband

Die Mehrzahl der Schulen habe die Zwischenzeugnisse aber nicht abgeschafft, so die Erfahrung von Schäffer.


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