Bayern 2 - Notizbuch


11

Erneuerbare Energien Solaranlagen zur Pacht

Solaranlagen zur Stromerzeugung kann man mittlerweile nicht nur kaufen, sondern auch pachten. Photovoltaik-Pächter müssen sich nicht mehr mit der Finanzierung und Planung beschäftigen, meist auch nicht mit der Wartung. Allerdings sollte man vorab durchrechnen, ob sich dieses Modell auch tatsächlich lohnt.

Stand: 24.07.2017

Dachsolaranlage | Bild: picture-alliance/dpa

Lange Zeit war der Kauf fast der einzige Weg, sich eine Solaranlage anzuschaffen. Seit wenigen Jahren werden Solaranlagen allerdings auch verpachtet, zum Beispiel von Stadtwerken. Überrascht war man in der Branche dabei über die Hauptkundengruppe, die sich schnell abzeichnete. Denn nicht Häuslebauer oder -käufer, bei denen das Geld knapp wird, liebäugeln mit den Mietanlagen - sondern es interessieren sich vor allem ältere Menschen dafür. Häufig steht die Bequemlichkeit im Vordergrund und nicht das fehlende Geld. Denn als Pächter muss man sich zumeist nicht mehr mit den Details der EEG-Umlage, der Anlagen-Wartung oder der Koordination verschiedener Handwerker beschäftigen - das übernehmen Energiedienstleister wie eben die Stadtwerke. Allerdings handelt es sich nicht immer um Rundum-Sorglos-Pakete.

"Man muss sich genau anschauen, welche Leistungen tastsächlich enthalten sind. Überall drin ist sicherlich die Planung, die Finanzierung, aber auch die betriebsbereite Montage. Anders sieht es aber oftmals schon in den Bereichen Wartung und Instandhaltung aus - und auch bei der Analgenüberwachung. Hier muss der Pächter genau schauen: Ist das in meinem Angebot enthalten, ja oder nein?"

Thomas Wennmacher, Verbraucherzentrale NRW

Pacht-Planung: Die Kosten durchzurechnen ist wesentlich

KfW-Kredite

Falls nicht Bequemlichkeit, sondern eine klamme Haushaltskasse die Hauptrolle für die Anschaffung einer Solaranlage spielt, könnte ein zinsgünstiger Kredite der KfW Förderbank eine Option sein. Das erleichtert am Ende möglicherweise auch den Kauf einer Anlage.

Auch ein paar unternehmerische Gedanken sollte sich ein Pächter machen, schließlich steigt er ja als Erzeuger ins Energiegeschäft ein. Interessenten sollten vorab durchrechnen, ob sich der Pachtvertrag tatsächlich lohnt. Der monatlichen Miete von etwa 80 Euro für eine typische Anlage muss der Pächter gegenüberstellen, was er für seinen Solarstrom beim Verkauf ins Netz erhält - und vor allem, wie viel Strom er davon selbst nutzen kann, also nicht mehr beim bisherigen Versorger einkaufen muss. Potentielle Pächter sollten außerdem darauf achten, wie möglicherweise anstehende Dachreparaturen während der vielen Jahre der Pacht geregelt sind und was im Fall eines Hausverkaufs passiert. Die Preise für eine Solaranlage sind in den vergangenen Jahren deutlich nach unten gegangen. Ohne Batteriespeicher kostet eine typische Anlage für ein Einfamilienhaus mittlerweile nur noch rund 7.500 Euro. Vorab alles selbst durchzurechnen, bleibt dabei aber keinem erspart - schließlich ist man als Pächter eine Art Betriebsgründer.

"Inzwischen ist es aufgrund der deutlich gesunkenen Anschaffungskosten möglich, Photovoltaikanlagen rentabel zu betreiben. Es bleibt also genug Marge, um sowohl den Nutzer der Anlage glücklich zu machen, als auch den Verpächter. Das ist eine Win-Win-Situation für beide Seiten."

Carsten Körnig, Geschäftsführer des Bundesverbandes Solarwirtschaft


11