Bayern 2 - Notizbuch


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Die Batate Weit entfernte Verwandte der Kartoffel

Süßkartoffeln findet man heutzutage beinahe in jedem Gemüseladen oder Supermarkt. Welche Überraschungen verbergen sich in der dicken und länglichen, bräunlichen oder rötlichen Knolle? Und ist die Süßkartoffel wirklich eine Kartoffel?

Stand: 09.03.2015

Süßkartoffeln, die auf einem Holzbrett mit einem Messer liegen: die eine Süßkartoffel ist aufgeschnitten, die andere ist im Ganzen | Bild: colourbox.com

Die Süßkartoffel wächst zwar wie eine Kartoffel im Boden, sie hat auch viel Stärke und die Knollenform der Kartoffel, aber botanisch gesehen ist sie nur eine sehr weit entfernte Verwandte der Kartoffel. Sie gehört zwar zur selben Ordnung, zu den "Nachtschattenartigen", doch die Süßkartoffel ist eine Prunkwinde und damit ein Mitglied der Familie der Windengewächse.

Warum hat die Süßkartoffel so eine orange Farbe?

Rezepttipp

Die Süßkartoffeln kann man sowohl roh als auch gekocht essen. Schon nach 7 bis 9 Minuten sind sie gar. Besonders köstlich schmecken Süßkartoffeln, wenn sich ihre süße Note mit scharfen Kräutern mischt. Probieren Sie sie einfach mal mit Chillies, Ingwer, Cayennepfeffer oder auch als Curry-Gericht mit Kokosmilch.

Wie bei der Karotte stammt die orange Farbe vom Betacarotin, einer Vorstufe des Vitamin A. Die Süßkartoffel enthält sogar sehr viel Betacarotin, und das ist gut für den Stoffwechsel, die Haut und die Nerven. Aber die Knolle birgt noch viel mehr. Sie enthält mehr Stärke und mehr Ballaststoffe, weshalb sie gut satt macht. Außerdem ist die Batate reicht an Vitaminen und Mineralstoffen, vor allem an Spurenelementen wie Zink und Selen. Winzig kleines Minus: Sie enthält mehr Zucker als die Kartoffel und hat deswegen auch mehr Kalorien.

Lassen sich Süßkartoffeln auch in Bayern anbauen?

Ursprünglich kommt die Süßkartoffel aus Südamerika. Sie braucht deshalb eine Temperatur von 20 Grad, um gut wachsen zu können. Aber sie lässt sich auch hierzulande anbauen. Achtung: Unter 10 Grad Celsius leidet sie enorm. Deswegen der Tipp: Wenn sie gepflanzt wird, dann erst nach den Eisheiligen. Und es sollte eher ein warmer Standort im Garten sein, geschützt vor Wind und Wetter. Sie kann sogar auf dem Balkon gepflanzt werden, dann aber wirklich in einem großen Topf. Balkonkästen eignen sich nicht dazu, sie sind zu schmal.

Wo gibt es Pflanzgut?

Wer sich um die Umwelt Gedanken macht: Oftmals haben Süßkartoffeln lange Transportwege hinter sich, ehe sie in deutschen Gemüseregalen landen.

In Gärtnereien findet man die Jungpflanze kaum. Wer die Süßkartoffel anbauen möchte, sollte also am besten eine Knolle im Gemüseladen oder Supermarkt kaufen und sie in ein Gefäß mit Erde stecken. Die Seite mit den meisten Augen sollte nach oben weisen. Einmal die Woche muss sie ein bisschen gegossen werden, bis sich Wurzeln und Triebe vermehren. Dann kann man sie umtopfen oder im Garten anpflanzen. Vorsicht! Nicht vor den Eisheiligen.

Und wie steht's um die Ökobilanz?

Wer seine Süßkartoffel selbst anbaut, braucht sich in Sachen Umwelt keine großen Gedanken wegen langer Transportwege zu machen. Doch wenn man das exotische Gemüse kaufen muss, sollte es aus Bayern beziehungsweise aus Deutschland stammen.


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