Bayern 2 - Notizbuch


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Radler-Eldorado Kopenhagen Fahrrad-Verkehr: Was Bayern lernen kann

Bayerns Fahrradfahrer treten selbstbewusster auf, der Anteil des Fahrrads am Verkehrsmix in den bayerischen Städten steigt auch. Aber da ist noch viel Luft nach oben, wie bayerische Kommunalpolitiker bei einem Besuch in Dänemark erfahren konnten. Kopenhagen gilt als weltweites Vorbild bei der Förderung des Fahrradverkehrs.

Von: Lorenz Storch, Landwirtschaft und Umwelt

Stand: 06.06.2019

In München hat sich ein breites Bündnis formiert für den sogenannten "Radentscheid". Umweltverbände, der Fahrradclub ADFC und die Parteien Grüne und ödp wollen per Bürgerentscheid erreichen, dass die bayerische Landeshauptstadt dem Fahrrad mehr Platz auf ihren Straßen einräumt. Deshalb haben bayerische Kommunalpolitiker jetzt Kopenhagen besucht, das als Radler-Eldorado gilt.

Bequeme Radwege

In Kopenhagen ist Platz zum Radfahren. Die Radwege sind praktisch überall mehr als zwei Meter breit, gerne auch zweieinhalb oder drei Meter - und das pro Richtung. Überall glatter Teer, ohne Wurzeln und Risse, nirgends plötzlich Bordsteine.

Fehlt eine Abstellmöglichkeit, dürfen Fahrräder in Kopenhangen auf Auto-Stellplätze gestellt werden; für Stellplätze gibt es hier strikte Regeln. Auch müssen beim Bau neuer Wohnungen drei überdachte Fahrradabstellplätze gebaut werden, damit das Radeln genauso bequem ist wie das Autofahren.

Räder dürfen auf Autostellplätzen abgestellt werden

Kopenhagen argumentiert bei seiner Fahrradpolitik nicht in erster Linie mit Umweltschutz, sondern mit Effizienz. Der wertvolle Grund in Städten werde durch Räder oder auch Busse viel effizienter genutzt als durch Platz fressende Autos – egal ob dieselbetrieben oder elektrisch.

Mehr als die Hälfte der Kopenhagener fahren mit dem Rad zur Arbeit

Wer ein sicheres und bequemes Radwegenetz ohne Lücken baut, der zieht auch mehr Radler an. 62 Prozent der Kopenhagener fahren mit dem Rad zur Arbeit. Der Großteil davon auch bei Regen. Und drei Viertel pendeln auch den Winter über mit dem Rad. In Kopenhagen räumt der Winterdienst zuerst die Radwege, danach die Straßen – und dann sofort wieder die Radwege.

Schnell, praktisch, kostengünstig

In repräsentativen Umfragen geben die Kopenhagener als wichtigsten Grund fürs Radeln an: Weil es am schnellsten geht. Danach: Weil es praktisch, weil es billig ist. Und gesund. Umweltschutz rangiert ganz hinten bei den Motivationen fürs Radeln.

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