Bayern 2 - Notizbuch


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Kraut des Monats Jiaogulan

Jiaogulan - oft auch Jau-Go-Lan ausgesprochen - wird in China schon seit dem 14. Jahrhundert als Heilpflanze genutzt. Der Geschmack erinnert ein wenig an Kresse und frischen Lindensamen. Damit lässt sich also wunderbar ein Salat würzen. Auch als Tee ist das heilsame Kraut ein Genuss. Nach der Novel-Food-Verordnung der EU darf der Tee allerdings nur noch als Duftkraut verkauft werden.

Von: Christina Claus

Stand: 06.02.2014

Jiaogulan | Bild: BR/Christina Claus

Jiaogulan gehört zur Familie der Kürbisgewächse und heißt botanisch Gynostemma pentaphyllum. Aus zarten Ranken sprießen jeweils fünf symmetrisch angeordnete grüne Blätter. In China wird es auch "Kraut der Unsterblichkeit" genannt, weil dort, wo es regelmäßig genossen wird, angeblich sehr viele Hundertjährige leben. Die Pflanzenheilkunde setzt Jiaogulan bei vielen medizinischen Problemen ein. Es soll Blutdruck und Cholesterin senken, den Stoffwechsel fördern, das Immunsystem stärken, Stress abbauen und das Wachstum von Tumoren hemmen. Weil sie ähnliche Inhaltsstoffe wie Ginseng aufweist, nennt man die Pflanze auch Frauenginseng.

Jiaogulan ist anspruchslos und wächst überall

Naturland-Gärtner Rainer Engler mit Jiaogulan (zum Weiterlesen ins Bild klicken)

Das kletternde Kraut stellt keine großen Ansprüche an die Zimmerkultur. Es braucht nur normale Pflanzenerde und einen großen Topf, denn die Ranken wachsen ziemlich schnell. Geeignet sind zum Beispiel Hängeampeln. Bekommt das Kraut ein Rankgitter dazu, wird es im Lauf des Sommers das Rankgitter völlig überwuchern. Auch bei der Standortfrage ist Jiaogulan nicht zimperlich. Die Pflanze wächst an jedem Platz, egal ob sonnig oder schattig. In der Sonne wird sie allerdings kompakter. Jiaogulan verträgt trocken und feucht. Ideale Bedingungen sind leichter Schatten und ein mittelfeuchter Standort. Das gilt auch für die Kultur im Garten. Sie hält ziemlich viel Kälte aus - vergleichbar wie Minzen. Ihr Überleben im Winter hängt damit zusammen, wie tief der Boden durchfriert. Mit etwas Schutz, wenn man sie im Herbst also mit einer dicken Laubschicht bedeckt, stehen die Chancen ganz gut, dass sie im Frühjahr wieder austreiben.


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