Bayern 2 - Notizbuch


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Leben mit Herzrhythmusstörung Diagnose und Therapie

Meist ist für die Patienten nicht erkennbar, warum bei ihnen Herzrhythmusstörungen auftreten. Zum einen lässt sich das Herz ohnehin nicht bewusst steuern. Zum anderen liegen den Taktverschiebungen häufig andere (Herz-)Erkrankungen zugrunde.

Von: Doris Schleich

Stand: 11.02.2019

Herzrhythmusstörungen können durch die Erstellung eines EKGs festgestellt werden - im Bild: Mann mit einem tragbaren EKG-Gerät | Bild: picture-alliance/dpa

Oder es sind ansonsten gesunde Menschen betroffen, bei denen die Kapriolen gewissermaßen zur „natürlichen“ Ausstattung gehören und die dadurch auch keine gesundheitlichen Schäden davontragen. Aber auch Drogen- oder Alkoholkonsum und unbehandelter hoher Blutdruck können Herzrhythmusstörungen auslösen. Wenn das allgemeine Befinden durch die Herzrhythmusstörungen beeinträchtigt ist, dann ist zunächst eine genaue Diagnose wichtig.

Das Elektrokardiogramm

Die Möglichkeiten der Behandlung von Herzrhythmusstörungen sind mittlerweile vielfältig. Die Erstellung eines EKGs hilft immer.

Herzrhythmusstörungen sind, wenn sie häufig auftreten, relativ einfach zu diagnostizieren. Mit Hilfe eines sogenannten EKGs (Elektrokardiogramm) kann der Arzt die elektrischen Aktivitäten der Herzmuskelfasern und damit auch den Rhythmus der Schläge und den Verlauf der Erregung nachvollziehen. Man unterscheidet Ruhe-EKG, Belastungs-EKG, Langzeit-EKG und Intrakardiales EKG (während einer Herzkatheteruntersuchung). Bei Herzrhythmusstörungen reicht oft bereits ein Ruhe-EKG, bei dem der Patient entspannt liegt, um beispielsweise ein Vorhofflimmern festzustellen. Treten die Störungen dagegen unregelmäßig auf, kann ein Langzeit-EKG Aufschluss geben, bei dem der Patient ein tragbares EKG-Gerät über 24 Stunden oder länger mit sich führt.

Wann hilft der Herzschrittmacher, wann der Defibrillator?

Liegt den Herzrhythmusstörungen eine andere (Herz-)Erkrankung zugrunde, dann wird der Arzt zunächst diese Erkrankung behandeln. Manchmal kann es auch notwendig werden, operativ einzugreifen. Die verschiedenen gängigen Methoden:

  • Der Herzschrittmacher kommt für Patienten infrage, deren Herz Gefahr läuft, zu langsam zu schlagen.
  • Im Gegensatz dazu greift der Defibrillator dann ein, wenn das Herz ein lebensbedrohliches Rasen aus den Kammern entwickelt, bei dem die Pumpfunktion stark beeinträchtigt wird.
  • Bei der sogenannten Katheterablation hingegen verödet der Operateur mit Strom die Gewebestellen am Herzmuskel, die für die Rhythmusstörung verantwortlich sind.

Tipp: Zum Experten gehen

Vor einer Operation sollte man auf jeden Fall einen Rhythmologen zuziehen, also einen Kardiologen, der sich speziell mit Herzrhythmusstörungen befasst.

Länger leben ohne Behandlung: Die Krux mit den Medikamenten

Bei manchen Herzrhythmusstörungen ist die medikamentöse Behandlung unumstritten: So müssen Patienten, die an Vorhofflimmern leiden, Gerinnungshemmende Mittel einnehmen, um das Risiko für einen Schlaganfall zu senken. Ansonsten aber sind die Ärzte vorsichtig geworden, wenn es darum geht, Herzrhythmusstörungen mit Medikamenten beizukommen.

"Medikamente, die Rhythmusstörungen beheben können, können in bestimmten Fällen auch welche auslösen. Man hat gelernt, dass man durch übermäßigen Einsatz von Rhythmusmedikamenten die Patienten auch gefährden kann. Der Arzt greift in der Regel erst dann ein, wenn relevante Symptome auftreten."

Prof. Ellen Hoffmann


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