Bayern 2 - Notizbuch


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Herbst-Früchte Hagebutten schmecken nicht nur Vögeln

Das Erntejahr neigt sich dem Ende zu. Köstlichkeiten wie die Hagebutten, die Früchte der Rosen, findet man aber noch viele. Was sich daraus alles zaubern lässt, verrät Petra Maier, Autorin des Buchs "München tischt auf", im Notizbuch.

Von: Landwirtschaft und Umwelt

Stand: 23.10.2017

Hagebutten haben jetzt Saison. Weil heute nicht mehr viele Menschen Konserven wie Marmelade selber machen, scheint die Hagebutte als Frucht ein bisschen in Vergessenheit geraten zu sein. Man einer erinnert sich vielleicht noch an das berüchtigte Juckpulver, das man in Kindertagen daraus gemacht. Eine Verschwendung. Denn aus den Früchten der Rosen lassen sich eine Menge Gaumenfreuden zaubern.

Notizbuch Hörtipp!

Die passionierte Münchner Stadtobst-Sammlerin Petra Maier hat in ihrem Buch "München tischt auf" viele Hagebutten-Rezepte zusammengetragen.

Am 23. Oktober ist Petra Maier zu Gast im
Notizbuch.

Finger weg von Nachbars Garten

Auch wenn Zweige und Äste voller Früchte über den Zaun hängen und zum Greifen nah sind, darf man sich nicht einfach bedienen. Das ist im Privatrecht geregelt. Nur was heruntergefallen ist, darf aufgehoben und verwendet werden. Absolut gar nicht in Ordnung ist es, einfach Äste oder Zweige abzubrechen oder abzuschneiden.

Naturknigge Sammeln und pflücken | Bild: unsplash/Tim Mossholder; Montage: BR/Angela Smets zum Audio mit Informationen "Natur-Knigge" Aus dem Füllhorn der Natur - Sammeln und pflücken

Äpfel am Wanderweg, Kornblumen am Feldrand, Schwammerl im Wald - als Spaziergänger gerät man da schon in Verlockung, sich etwas abzuzweigen. Aber darf man das überhaupt? Und wenn ja, wie viel? [mehr]

Vorher fragen: Möchten Sie gerne von Nachbars Sträuchern und Bäumen naschen, müssen Sie fragen. Nicht selten ist der Gute sogar froh, wenn er ein bisschen etwas abgeben kann. Auch beflügelt ein kleiner Ratsch am Gartenzaun oft die nachbarschaftlichen Beziehungen.

Oftmals stehen Obstbäume und -sträucher auch in, wie es scheint, freier Natur. Streuobstwiesen zum Beispiel sind selten eingezäunt. Wer Früchte von Privatgrundstücken oder Pachtland mitnehmen möchte, braucht aber selbstverständlich die Erlaubnis des Besitzers. Auch ohne Zaun ist Privatbesitz nämlich geschützt. Man darf zwar das Grundstück betreten, aber Obst mitnehmen geht gar nicht - auch nicht, wenn es auf dem Boden liegt. Selbst Pilze auf privaten Waldgrundstücken gehören dem Eigentümer.

Und bitte auch an die Vögel denken

Bevor jetzt alle - erlaubterweise - zur Schere greifen und die Hagebutten an den Rosensträucher plündern: Lassen Sie bitte ein paar Hagebutten für die Vögel hängen. Sie brauchen sie dringend, vor allem wenn im Winter Schmalhans Küchenmeister ist.

Rezept-Tipp

"Spaghetti Bavariata"

Hagebutten-Soße nach einem Rezept von Petra Maier

  • 200 Gramm selbstgemachtes Hagebuttenmark
  • 1 kleine Zwiebel
  • nach Geschmack 1 Knoblauchzehe
  • 1 getrocknete Chilischote
  • Pfeffer aus der Mühle
  • Salz
  • Oregano
  • Olivenöl
  • 300 Gramm Spaghetti

Die angegebenen Mengen reichen für etwa zwei Portionen.

Hagebutten waschen, den Stiel und den Blütenboden entfernen. Die Hagebutten mit wenig Wasser im Topf aufkochen und köcheln lassen, bis alle Früchte weich sind. Das kann nur wenige Minuten, aber auch bis zu einer Stunde brauchen. Je reifer die Früchte sind, desto kürzer ist die Kochzeit. Die weichgekochten Früchte durch ein Passiersieb pressen. Das Mus anschließend noch einmal durch ein feines Haarsieb streichen, damit keine Härchen, Samen oder Blütenreste mehr im Hagebuttenmark sind.

Die Zwiebel und gegebenfalls den Knoblauch sehr fein würfeln, in der Pfanne in Olivenöl glasig dünstig. Die Chilischote in kleine Streifen schneiden und mit andünsten. Hagebuttenmark unterrühren und mit Pfeffer, Salz und Oregano abschmecken. Tipp! Ist die Konsistenz des Marks zu dick geraten, einfach mit einem Schuss Wasser oder Sahne strecken.

Die Spaghetti mit der Soße anrichten. Guten Appetit!

Info

Titelbild des Buches

Das Rezept "Spaghetti Bavariata" stammt aus dem Buch "München tischt auf" von Petra Maier (Selbstverlag).
ISBN 978-3-00-054579-5
Internet: www.naturdersache.de


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