Bayern 2 - Notizbuch


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Schutz für Helfer Die richtige Versicherung für Ehrenamtliche

Weit über 20 Millionen Deutsche engagieren sich ehrenamtlich – etwa als Schülerlotse, als Helfer beim Roten Kreuz oder als Betreuer von Kindern. Doch was geschieht, wenn der Helfer sich dabei verletzt oder durch sein Tun anderen Schaden zufügt? Meistens sind die Ehrenamtler versichert, aber eben nicht immer.

Von: Ralf Schmidberger

Stand: 05.12.2017

Symbolbild zum Thema Ehrenamt | Bild: picture-alliance/dpa

Definition „Ehrenamt“

Um juristisch von einem Ehrenamt sprechen zu können, müssen fünf Merkmale erfüllt sein: Die Tätigkeit ist freiwillig und unentgeltlich, wird kontinuierlich und auf organisierte Weise ausgeübt und kommt anderen zugute.

Schutz bei Vereinen und größeren Organisationen

Die freiwillige Feuerwehr - ein nicht ganz ungefährliches Ehrenamt

Grundsätzlich sind freiwillige Helfer hier über die gesetzliche Unfallversicherung abgesichert. Die Organisationen haben meist auch eine Haftpflichtversicherung abgeschlossen. Doch um sicher zu gehen, dass der richtige Schutz besteht, und um zu wissen, bis zu welchen Summen die Versicherung einspringt, sollte der Ehrenamtler nachfragen. Er sollte sich dabei die Bedingungen ruhig schriftlich geben lassen, raten Verbraucherschützer.

Schutz bei Initiativen und Gruppen

Für Fälle, in denen keine Unfall- oder keine Haftpflichtversicherung besteht, hat der Freistaat Bayern vor gut zehn Jahren ein zusätzliches Netz gespannt: die sogenannte Ehrenamtsversicherung. Die springt ein, wenn eine Organisation nicht vorgesorgt hat. Das trifft insbesondere auf die vielen kleinen, rechtlich unselbstständigen Initiativen, Gruppen und Projekte zu. Die Ehrenamtsversicherung schützt ohne einen Antrag und kostenlos. Doch es gibt Einschränkungen. Sie gilt nur innerhalb Bayerns.

Schutz bei privatem Engagement

Wer auf eigene Faust beispielsweise einen Kinderspielplatz regelmäßig säubert, übt im juristischen Sinn kein Ehrenamt aus (siehe fünf Merkmale). Passiert dabei etwas, hilft nur eine private Absicherung.

Empfehlenswerter privater Schutz

Haftpflichtversicherung

Ob Ehrenamt oder nicht: eine Haftpflichtversicherung sollte jeder haben, sagt Sascha Straub von der Verbraucherzentrale Bayern. Es gilt dabei aber darauf zu achten, dass in der Police die ehrenamtlichen Tätigkeiten abgedeckt sind.

Berufsunfähigkeitsversicherung

Um den Verlust seiner Arbeitskraft grundsätzlicher abzusichern, raten die Verbraucherschützer zu einer Berufsunfähigkeitsversicherung. Diese zahlt im Falle des Falles jeden Monat in Höhe der versicherten Summe. Sie ist deshalb einer Unfallversicherung vorzuziehen. Doch bei Vorerkrankungen bekommt man oft keine Berufsunfähigkeitsversicherung. Dann hilft nur eine gute Unfallversicherung.

Unfallversicherung

Ist jemand durch den Unfall auf Dauer in seiner körperlichen oder geistigen Leistungsfähigkeit beeinträchtigt, zahlen die gesetzlichen Unfallversicherungen erst eine Rente, wenn die Erwerbsfähigkeit um 20 Prozent gemindert ist. Eine private Unfallversicherung zahlt dagegen oft schon beim kleinsten messbaren Invaliditätsgrad eine Leistung – aber das eben nur einmalig. Deshalb ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung vorzuziehen, so Sascha Straub von der Verbraucherzentrale Bayern.


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