Bayern 2 - Notizbuch


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Selbst gemacht Anti-Juck-Salbe aus Spitzwegerich

Überall summt und brummt es. Tagsüber und auch am Abend. Manchmal kommen einem die Insekten allerdings zu nah. Ein Mücken- oder Bienenstich ist die Folge. Wenn die betroffene Hautstelle dann juckt und brennt, hilft Spitzwegerich.

Von: Sabrina Nitsche, Landwirtschaft und Umwelt

Stand: 27.05.2019

Zzzzz ... schon hat einen wieder ein lästiger Blutsauger erwischt. Es juckt und beißt. Glücklicherweise ist ein Kraut gegen den Juckreiz gewachsen: der Spitzwegerich. Frisch oder als Salbe verarbeitet lindert er selbst brennende Bienenstiche.

Spitzwegerich-Salbe ...

Plantago lanceolata, so sein botanischer Name, wächst im Gras, am Gehölzrand und natürlich in vielen Gärten. Charakteristisch sind seine länglichen, lanzettlichen Blätter. Man kann den Spitzwegerich fast mit geschlossenen Augen erkennen, denn er hat auf der Rückseite ganz deutlich fühlbare Blattrippen.

"Wenn mich eine Mücke gestochen hat, dann muss ich einen Spitzwegerich zerdrücken und den Saft auf meine Quaddeln geben. Man hat den Eindruck, es entzündet sich nicht so und geht schneller wieder zurück."

Barbara Krasemann, Hobbygärtnerin

... selbst gemacht

Für Tinkturen und Salben gegen Insektenstiche brauchen Sie die frischen Blätter des Spitzwegerichs. Drei bis vier Hände voll frischer Spitzwegerich-Blätter reichen zum Herstellen der Antijuck-Salbe.

Weitere Zutaten sind Sonnenblumen- und Kokosöl, Bienenwachspellets sowie einige Tropfen reines Lavendelöl.

Für die Salbe müssen die Spitzwegerich-Blätter fein geschnitten werden. Anschließend kommen sie zusammen mit 160 Milliliter Sonnenblumen- und 80 Milliliter Kokosöl in einen Topf. Unter Rühren wird die Masse dann vorsichtig erhitzt.

"Ich warte darauf, dass das Fett kleine Siedebläschen macht. Sobald es einmal aufgekocht ist, soll das Ganze runter vom Herd. Es soll halt nicht verkochen."

Barbara Krasemann

Anti-Juck-Salbe - immer zur Hand

Hat das Spitzwegerich-Öl-Gemisch gekocht, kommt es vom Herd und darf langsam abkühlen. Nach etwa 40 Minuten ist der Ölauszug fertig und kann abgefiltert werden.

Dann geht's ans Zubereiten der Salbe. Für eine streichfähige Salbe werden je 100 Milliliter Öl zwölf Gramm feste Fette benötigt. Zum Beispiel nur Bienenwachs oder je zur Hälfte Kakaobutter und Bienenwachs.

In einem Topf werden die Fette zusammen mit dem abgefilterten Ölauszug erhitzt. Die Fette dürfen aber wirklich nur schmelzen und nicht kochen. Der Schmelzpunkt liegt bei etwa 45 bis 50 Grad. Sobald sie geschmolzen sind, muss das Ganze sofort runter von der Kochfläche. In die noch warme, flüssige Salbenmasse kommen jetzt noch einige Tropfen Lavendelöl.

"Das Lavendelöl beruhigt die Haut und wirkt zudem antibakteriell. Es stillt den Juckreiz zusammen mit dem Spitzwegerich."

Barbara Krasemann

Abgefüllt wird die Salbenmasse in kleine Tiegel oder höchstens fünf Milliliter fassende Gläschen. Wichtig: Damit die Salbe lange hält und sich beim Abkühlen kein Kondenswasser bildet, bleiben die kleinen Gefäße offen, bis die Salbe fest geworden ist.

Programmtipp:

Die BR-Fernsehsendung Querbeet besucht Barbara Krasemann regelmäßig in ihrem Garten.

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