Bayern 2 - Nahaufnahme


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Kranke Strafgefangene In Deutschlands größter Justizvollzugsklinik

Das Justizvollzugskrankenhaus in Fröndenberg bei Dortmund hat 300 Betten. Es gibt eine innere, eine chirurgische und eine psychiatrische Abteilung. Auch ein Orthopäde, ein Urologe, ein Augen- und ein HNO-Arzt arbeiten hier. In den beiden Operationssälen werden alle gängigen Eingriffe durchgeführt, Herzkatheter-Untersuchungen, Gallen- oder Leber-, Knie- oder Hüft-Operationen zum Beispiel.

Von: Anja Kempe

Stand: 14.09.2018

Aus ganz Deutschland, aus allen Justizvollzugsanstalten, werden Gefangene hierher gebracht, wenn sie so krank sind, dass sie umfangreiche medizinische Hilfe brauchen. Im Einzelfall, so heißt es im bayerischen Justizministerium, werde auch ein in Bayern einsitzender Strafgefangener nach Fröndenberg verlegt.

Tattoos zu entfernen, kann schmerzhaft sein

Gewaltstraftäter sind einzeln untergebracht, Wirtschaftskriminelle, Kunstfälscher oder Beschaffungstäter aus dem Drogenmilieu, die keine Gewalt gegen Menschen ausgeübt haben, können zusammengelegt werden. Wenn ein Arzt oder eine Pflegekraft ein Patientenzimmer betritt, muss immer ein Vollzugsbeamter dabei sein. Trotzdem sind Sicherheitsaufwand und Kosten geringer als in einer normalen Klinik. Große Operationen werden im JVK ebenso durchgeführt wie die Entfernung von Tätowierungen. Viele Häftlinge haben sogenannte Knast-Tattoos auf den Armen, auch Nazi-Symbole. Bis zum Ende der Haft werden sie in Fröndenberg weggelasert, zur besseren Resozialisierung. Alle Inhaftierten sollen in die Lage versetzt werden, nach ihrer Entlassung ein geregeltes straffreies Leben zu führen. Und einen Arbeitsplatz zu bekommen, ist mit einschlägigen Tattoos am Körper fast unmöglich.


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