Bayern 2 - Land und Leute


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Zum Tod von Veronika Fitz "So ist halt s'Leben"

Anlässlich des Todes von Veronika Fitz am 2. Januar 2020 wiederholen wir einen Podcast aus dem Jahr 2016. Heidi Wolf und Michael Zametzer gratulierten ihr damals zu ihrem 80. Geburtstag. "So ist halt s'Leben", fasste Veronika Fitz ihr eigenes bewegtes Leben zusammen - ein Satz ohne Bitterkeit, trotz traumatischer Erfahrungen.

Von: Heidi Wolf und Michael Zametzer

Stand: 05.01.2020 | Archiv

"Die Hausmeisterin. Man kennt sie. Sie ist ein Klassiker geworden und des is toll."

(Bettina Redlich alias 'Schneckerle')

"Martha Haslbeck"/Veronika Fitz im Dialog mit Filmtochter "Schneckerle"/Bettina Redlich:

Bettina Redlich

"Kein Geld von Mutter"

- Und? Was gibt's?
- Mama, es ist, weil, mit hams den Kredit g'sperrt.
- Aha, ist's jetzt so weit?
- Ich wollt dich halt fragen, ob du mir vielleicht - i mein, so halt - a bissl was vorübergehend leihen kannst? A Geld halt.
- Schau Schneckerle. Du kannst von mir alles haben. Nur Geld, Christa, Geld kriegst du von mir keinen Pfennig.
- Keinen Pfennig?
- Keinen Pfennig.

Siegfried Rauch

"Da seh ich sie heut noch vor mir stehen. Da hatte sie so einen blauen Kittel an wie es die Hausfrauen früher gehabt haben. Und war so wunderbar authentisch. So echt."

(Siegfried Rauch)

Monika Baumgartner im Interview mit Heidi Wolf

"Des war ja eine Superrolle und in der damaligen Zeit, als des war, war des ja auch nochmal was Besonderes: Eine Frau, die alleine so alles meistert mit den Dingen des Lebens, die viele Menschen betreffen. Und des hat sie wunderbar gspielt."

(Monika Baumgartner)

Alltagsgeschichten aus Haidhausen - humorvoll mit einem Schuss Melancholie

Veronika Fitz als "Die Hausmeisterin" Martha Haslbeck

"So ist halt s'Leben" heißt die erste Folge der großen Münchner Kult-Serie "Die Hausmeisterin", die der Schauspielerin Veronika Fitz mit 50 Jahren den großen Publikums-Durchbruch brachte. Es war ihre Paraderolle. In den Alltagsgeschichten aus dem Münchner Stadtteil Haidhausen spielte sie eine Frau, die sich nach 25 Jahren Ehe mit einem Luftikus (Helmut Fischer) scheiden lässt, kämpft, jeden Tag mutiger wird: patent, humorvoll, mit einem Schuss Melancholie. Sie wurde dafür mit dem Grimme-Preis und dem Tele-Star ausgezeichnet. Die Serie lief von 1987 bis 1992 in der ARD. Bis dahin hatte die Schauspielerin vor allem am Theater Karriere gemacht.

Veronika Fitz hatte nie einen anderen Wunsch als die Schauspielerei

Maxl Graf und Veronika Fitz in "Königlich Bayerisches Amtsgericht"

Nach ihrer Ausbildung an der Otto-Falckenberg-Schule in München, wo sie nach einem Jahr als Naturtalent entlassen wurde, trat sie am Volkstheater München auf, am Burgtheater Wien und  mit Siegfried Lowitz an den Münchner Kammerspielen. In den 1950er Jahren stand sie in der "Geierwally" und im "Wirtshaus im Spessart" zum ersten Mal vor der Kamera. Es folgten "Funkstreife Isar 12", "Der Komödienstadel", "Königlich Bayerisches Amtsgericht" und "Der Millionenbauer." Veronika Fitz hatte nie einen anderen Wunsch als die Schauspielerei - kein Wunder bei ihren Wurzeln. Sie stammt aus der großen Künstlerfamilie Fitz, war der Star in der Märchenbühne ihrer Mutter Ilse, der Fitz-Kinderbühne.

Impressionen aus dem Leben von Veronika Fitz

Ohne Bitterkeit

"So ist halt s'Leben", fasste Veronika Fitz auch ihr eigenes bewegtes Leben zusammen – ein Satz ohne Bitterkeit, trotz traumatischer Erfahrungen: Kindheit im Krieg, ihre Ehe mit dem Schauspielerkollegen Willi Anders, der seine Kriegs-Erlebnisse im Alkohol ertränkte, sein Suizid, nachdem sie sich von ihm getrennt hatte. Ihre Tochter Ariela, inzwischen eine renommierte Drehbuch-Autorin, war damals neun Jahre alt.

Veronika Fitz starb am 2. Januar 2020.


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