Bayern 2 - Land und Leute


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Paul Mayer Der unerschrockene Gendarm von Lenggries

Fast drei Jahre lang versteckte der Lenggrieser Gendarm Paul Mayer eine jüdische Ärztin vor den Nationalsozialisten. "Ich hab' nur meine Pflicht getan", sagte er im Nachhinein - und meinte seine Pflicht als Mitmensch, nicht seine Pflicht als Polizist. - Ulrich Chaussy porträtiert einen "stillen Helfer".

Von: Ulrich Chaussy

Stand: 10.06.2012 | Archiv

Paul Mayer als Polizist in München (undatiert) | Bild: Maximiliane Mayer

Der gebürtige Rosenheimer Paul Mayer war 41 Jahre lang Polizist: in der Weimarer Republik, im Nationalsozialismus, zur Zeit der amerikanischen  Militärregierung und im Freistaat Bayern. Er war alles andere als ein Wendehals, vielmehr ein stiller Held, der um sein couragiertes Handeln in der Zeit des Nationalsozialismus keinerlei Aufhebens machte. Wir wissen heute nur deshalb davon, weil die von ihm gerettete jüdische Ärztin Dr. Sophie Mayer aus München nach dem Krieg dafür sorgte, dass Paul Mayer und seine Frau Rosa geehrt wurden:  Die Holocaust – Gedenkstätte Yad Vashem in Israel zeichnete Paul Mayer und seine Frau Rosa 1969 als "Gerechte unter den Völkern" aus, 1971 folgte in Deutschland das Bundesverdienstkreuz .

Das Versteck am Dachboden der Gendarmeriestation

Die ehemalige Gendarmeriestation in Lenggries

Drei Jahre, von 1942 bis zum Kriegsende versteckten und beherbergten die Mayers die mit ihnen nicht verwandte Jüdin, die vor der Deportation aus dem Sammellager in München/Berg am Laim nach Lenggries geflohen war – in ihrer Wohnung, die sich direkt über der Gendarmeriestation befand.

Bildergalerie - Paul Mayer


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