Bayern 2 - Das Kalenderblatt


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30. November 1872 Das erste Fußballländerspiel endete 0:0 (Schottland–England)

Der Ball war rund und das Runde musste ins Eckige. Der Rest war Gerangel. Und Freude an der Sache. Beim ersten Fußballländerspiel der Welt schenkten sich Schotten und Engländer nichts, also blieb es 0:0. Autorin: Isabella Arcucci

Stand: 30.11.2018 | Archiv

30 November

Freitag, 30. November 2018

Autor(in): Isabella Arcucci

Sprecher(in): Christian Baumann

Illustration: Tobias Kubald

Redaktion: Susi Weichselbaumer

"Football´s coming home" – "Der Fußball kommt nach Hause"! So der hymnische Refrain eines Songs der britischen Rockband Lightning Seeds, mit dem diese 1996 die  Charts stürmte. Also in dem Jahr, in dem die Fußballeuropameisterschaft in England stattfand – im Mutterland des beliebtesten Volkssports der Welt.

Von der Rüpel-Gaudi zum pädagogischen Volkssport

Dereinst, im 12. Jahrhundert, war das Fußballspielen in englischen Dörfern noch eine riesen Rüpel-Gaudi! Ein medizinballgroßes Geschoss wurde in die tobende Menge geworfen, woraufhin alle quietschvergnügt aufeinander einprügelten. Die einzige Regel: no murder – kein Mord! Was sich in der Praxis sicher nicht immer einhalten ließ… Kein Vergleich zu heutigen Turnieren, wo frisch frisierte südamerikanische Kicker-Stars beim kleinsten Nasenstüber heulend zusammen brechen. Nostalgiker mag es trösten, dass die Tradition des guten, alten Prügelfußballs von zahlreichen Hooligan-Clubs mühevoll hochgehalten wird. Denn im 19. Jahrhundert begannen die Engländer, ihren Fußball zu zähmen, auch weil die Spiele an britischen Eliteinternaten regelmäßig ausarteten. Fußball wurde nun zum pädagogischen Instrument gemacht, das Sportsgeist und Mannschaftstreue lehren sollte, wie sich in den Spielregeln der 1863 gegründeten Football Association widerspiegelt. Am 30. November 1872 kam es dann zum ersten offiziellen Länderspiel der Fußballgeschichte. In der Nähe von Glasgow traten eine englische und eine schottische Mannschaft gegeneinander an. Das Ergebnis: 0:0. Danach gingen beide Teams gemütlich zusammen Essen.

Ganz anders ist die Stimmung heutzutage, wenn England auf seinen Hassgegner Deutschland trifft, wie bei der EM 1996, als der Fußball endlich heim nach England kam. Den Pokal nahmen dann fieser Weise trotzdem die Deutschen mit nach Hause. Und das, obwohl Fußball hier zu Lande lange als "undeutsche Fußlümmelei" galt. Stattdessen war es die Schweiz, welche sich schnell vom englischen Fußballfieber anstecken ließ und den Sport auf dem Kontinent verbreitete. Und heute, Stand Fifa-Weltrangliste 2018, ist die Schweiz im Fußball ziemlich weit vorne mit dabei.

Da stellt sich die Frage: Wer hat`s denn wirklich erfunden? Genau. Die Chinesen!

Bolzen in Seidenkleidern

Denn schon mindestens 1000 Jahre bevor sich englische Dorflümmel mit Medizinbällen die Schädel einschlugen, betrieben die Chinesen einen Sport, der sehr viel mehr dem modernen Fußball glich. Gekickt wurde in Seidenkleidern und nach strengen Regeln, die Poeten in Versform besangen. Zweck des Fußballs war unter anderem die Disziplinierung des  chinesischen Militärs. Und so müsste es nicht"Football´s coming home" heißen, sondern "Rang zuqiu hui jia[i]" – oder so ähnlich… Denn heute kauft China für Millionenbeträge Bolzplatzstars aus aller Welt ein. Darunter sind auch Fehlkäufe. Der Argentinier Carlos Tévez beispielsweise, verteidigte seine maue Performance beim Verein Shanghai Shenhua damit, dass seine Teamkollegen Schuld seien: Chinesen hätten von Natur aus einfach nicht das Zeug zum Fußball.

Tja, hätte Téves mal in ein schlaues Geschichtsbuch gekuckt, wüsste er besser Bescheid und könnte mit den angeblichen Worten von Kollege Lothar Matthäus sagen: "Again what learned! "


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