Bayern 2 - Jazz & Politik


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Oder wohnt ihr schon? Eigentümlich

Davon träumt jeder Rebell einmal - einen bösen Kapitalisten einfach zu enteignen. Ihm das Geld und die Macht und die Arroganz zu nehmen. Aber ist das auch ein Weg, das gute alte Eigentum wieder aufs Gemeinwohl zu verpflichten?

Von: Lukas Hammerstein

Stand: 04.04.2019

Was könnte man nicht alles mit dem Geld eines Mega-Erben anfangen. Oder mit dem Etat für Verteidigung. Mit dem Gewinn von Facebook. Enteignen wir, holen wir uns die Knete, revolutionieren wir die Welt. Und wohnen endlich standesgemäß - in einer Arbeitervilla.

Eigentum

Arbeiter, die SPD will euch eure Villen im Tessin wegnehmen - nahm Klaus Staeck einst die Konservativen aufs Korn. Immobiliengesellschaften, die Grünen wollen euch die vielen Wohnungen wegnehmen. Aber geht das überhaupt? Dürfen die das? Enteignung - war das nicht ein Folterinstrument der Sozialisten? Und wer gibt Obdachlosen eine Wohnung?

Eigentümlich

Der Artikel 14 Grundgesetz schützt das Eigentum - und sagt, dass es zugleich verpflichtet. Nur worauf? Das Geld nur weiter zu mehren - oder es zu teilen wie der Heilige Martin einst den Mantel? Wer gibt schon freiwillig was von seinem Reichtum her. Drum müssen wir ja auch enteignen. Und entschädigen...

Eigen

Man sagt uns Deutschen nach, dass wir zienlich eigen sind - neidisch und leicht mal böse auf die, denen es besser geht als uns in diesem Moment. So eine Wohnungsgesellschaft - hat nicht nur eine, sondern Tausende Wohnungen. Das geht doch nicht. Da müssen wir was unternehmen. Reden wir drüber, nehmen wir ihnen ihre Argumente weg. Wenigstens. 

Jazz & Politik, Samstag, 13.04.2019, 17:05 Uhr, Bayern2

  • Von Arbeitern und Villen... Und wer spricht von den Wohnungslosen? (Jean-Marie Magro)
  • Enteignung in Zeiten des Vulgärkapitalismus - ein Heidenspaß (Matthias Nöllke)
  • Auswege aus der Wohn-Misere? Bodenwertsteuer & Co (Wolfram Schrag)
  • Good by, Platte - Rückblick auf eine nicht nur bodenlose DDR (Lutz Rathenow)
  • Manifest für den sozialen Kapitalismus - von Paul Collier (Sprecher: Axel Wostry)
  • 'Eigentümlich. Eine erbarumungs- und besitzlose Neidglosse (Peter Jungblut)

Redaktion und Moderation: Lukas Hammerstein
Musikauswahl: Roland Spiegel


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