Bayern 2 - Jazz & Politik


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Alle Macht und Weiblichkeit

Es war knapp in Hamburg - fast hätten die Männer um Merz und Schäuble gewonnen, doch dann war es Peter Altmaier. Ein Scherz. Sie haben wieder eine Frau an die Spitze gewählt, nach 18 Jahren Merkel. Es lebe das Matriarchat!

Von: Lukas Hammerstein

Stand: 13.12.2018

Da sage noch einer, die Männer würden ewig siegen. Keineswegs, wenn auch knapp. Alle, die das Gedöns endlich wieder los haben wollten, weinen jetzt. Die anderen freuen sich mit AKK und denken sich allenfalls insgeheim, dass wir bald eine Männerquote brauchen.

Wieder ein Mädchen

Wer hat sich nicht gefreut, als Friedrich Merz nach seiner müd herablassenden Rede, mit der er alles anders machen wollte, als es unter Merkel war, verlor? Keiner. Wir lieben Sieger und keine Verlierer. Und doch hatte es seine Richtigkeit, dass der Kalte, der von außen kam, unterlag. Schon weil Frauen triumphierten - "es ist wieder ein Mädchen" rief eine für ihre wunderbaren Titel berühmte linke Tageszeitung aus Berlin.

Schiere Wirklichkeit

Gut, nun ist sie gewählt. Und dann? Wird irgendetwas anders? Sind die "Volksverräter" ab jetzt bloß noch Männer mit ekeligen Deutschlandhüten? Waren sie wohl immer, nur nützt es halt nichts. Die nicht so Frauenversteher tun sich wahrscheinlich zusammen, um diese schrecklich neue Welt zu verändern. Und AKK - wie die Kosekurzform einer neuen Vorsitzenden heißt? Fordert noch mehr Respekt, meine Herren!

Unsagbar

Es ist so verdammt schwer, ein Mann zu sein - in einer Welt, in der es so verdammt schwer ist, eine Frau zu sein, die nicht nur hübsch oder begehrenswert oder sonstwas ist, sondern Spitze. An der Spitze, liebe Welt, stehen immer noch die Männer - nur nicht mehr überall. Was das hilft? Vielleicht etwas, nur nicht überall. Oder hat mal wer Marine Le Pen gefragt, was sie von den amtierenden Männern hält?

Macht und Weiblichkeit

Jazz & Politik, Samstag, 15.12.2018, 17:05 Uhr, Bayern2

  • Es ist wieder ein Mädchen. Oder die unheimliche Annegret (Christine Hamel)
  • Immer noch mehr "Frauen an die Macht". Noch einmal Mary Beard (Sprecherin: Katja Schild)
  • Es muss nicht herrlich sympathisch sein - Alice Weidel (Barbara Streidl)
  • Die Penthesilea der Sozialdemokratie - Andrea Nahles' chronische Ohnmacht (Birgit Harprath)
  • Unsagbare Dinge - oder warum Frauen nach der Macht greifen (Text: Laurie Penny / Sprecherin: Katja Schild)
  • AKK - klingt nach Maschinengewehr und ist eine Vorsitzende (Knut Cordsen)

Redaktion und Moderation: Lukas Hammerstein
Musikauswahl: Roland Spiegel


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