Bayern 2 - Jazz & Politik


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Fleiß, Faulheit und Verdienst Das Gespenst des Sozialismus

Arme SPD. Ein wilder junger Roter träumt davon, Eigentum und Firmen der Gemeinschaft zurückzugeben, und die Partei der Arbeiter bekommt richtig Arbeit: Beruhigen, Dementieren, Abwiegeln. Die bösen Kapitalisten fürchten sich trotzdem.

Von: Lukas Hammerstein

Stand: 08.05.2019

Kevin Kühnert ist ein furchtloser junger Mann. Hat er oft genug bewiesen. Jetzt macht er seiner Partei das Leben vor den Wahlen schwer. Und wir träumen wieder vom guten alten Sozialismus und der heilenden Kraft des Neides. Nein, wir wollen nur Gerechtigkeit.

Schreck

Das Privileg der Jugend ist es jung zu sein, die Zukunft nicht vor sich zu haben, sondern mitbestimmen zu können. Was auch heißt, dass man der Gegenwart ordentlich einheizen kann. Von Enteignen und Vergemeinschaften reden und alle Besitzer teurer Autos, Villen und Fabriken das Fürchten zu lehren. Und die arme alte SPD dazu - das ist die Ironie dieser Geschichte.

Bürger

Als Bürger darf der Vorsitzende der Jungsozialisten sagen, was er will, solange er damit nicht Recht Dritter verletzt. Als Vorsitzender der Jungsozialisten zum Leidwesen der Mutter SPD aber auch - wer wollte ihm den alten Traum vom neuen Sozialismus verbieten? Thilo Sarrazin? Sigmar Gabriel? Eben!

Bürgerschreck

Der Kapitalismus wurde nur erfunden, damit andere den Sozialismus aushecken konnten. Ohne Kapital nun einmal keine Arbeit, und ohne Ismus auch kein Ismus. Drum haben wir den sogenannten Bürgerschreck - das sind meist gut gebildete Bürgersöhne und -töchter, die ihren Eltern unterm Weihnachtsbaum die Leviten lesen wollen. Und wir hören andächtig zu...

Jazz & Politik, Samstag, 11.05.2019, 17:05 Uhr, Bayern2

  • Kevin, der Bürgerschreck. Von der heilsamen Wirkung politischer Schocks (Christian Schüle)
  • Und was macht Yannis Varoufakis? Ein etwas älteres Schreckgespenst (Tatjana Thamerus)
  • Das Theater der Vergemeinschaftung. Eine Medienselbstkritik (Ingo Lierheimer)
  • Altes vom Vater des linken Populismus. Ein Text von Ernesto Laclau (Sprecher Axel Wostry)
  • Sich eine Synkope drauf machen. Der Jazz als Vergemeinschaftswunder (Sky Nonhoff)
  • Her mit den kleinen Radikalen. Der Gesellschaft an die Wurzel gehen (Tobias Krone)

Redaktion und Moderation: Lukas Hammerstein
Musikauswahl: Roland Spiegel


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