Bayern 2 - Hörspiel


1

Cut Up The Border Wie aus einem Kultfilm ein Hörspiel wird

Dieser Film hat Musikgeschichte geschrieben: "Step Across the Border" begeisterte 1990 eine ganze Generation für die Improvisationen des Gitarristen Fred Frith. Aus den lange verschollenen Magnetbändern entstand nun ein Hörspiel, für das Frith noch einmal eins Studio gekommen ist.

Stand: 14.02.2019

"Step Across The Border", Dokumentarfilm über Fred Frith, Titelbild | Bild: Nicolas Humbert und Werner Penzel

"Step Across the Border": Zwei Jahre lang begleiteten die Filmemacher Nicolas Humbert und Werner Penzel den Gitarristen Fred Frith und musikalische Wegbegleiter wie Tom Cora, John Zorn und Iva Bittòva durch die Welt, filmten bei Konzerten, Proben, in Hotelzimmern und unter freien Himmel. Dabei improvisierten die Filmemacher genauso virtuos wie die gezeigten Musiker. Die Originaltonaufnahmen lagerten seitdem jahrelang auf Magnetbändern in einer Blechkiste.

Improvisationskunst

Die Original-Tapes von "Step Across the Border": 33 Stunden Tonmaterial, im Film wurden 90 Minuten verwendet.

"Zusammen mit dem Marseiller Tonkünstler Marc Parisotto ist nun aus all diesen Klangspuren, die bislang unveröffentlicht waren, eine neue Komposition entstanden. Und Fred Frith ist noch einmal ins Studio gekommen, um im Abstand dieser 30 Jahre auf neue Weise mit diesem Material und seiner elektrischen Gitarre zu spielen. Eine Stunde aus 31,5 Stunden - "Cut Up The Border".

100 Tonbänder. Aufgenommen von Jean Vapeur mit dem inzwischen legendär gewordenen Tonbandgerät Nagra IV S. Eine Kiste mit den Original-Tapes für unseren Film 'Step Across the Border'. Noch vor dem Zusammenbruch des Sozialismus und der digitalen Übernahme der Welt. Auf jedem Band 20 Minuten. Das sind 33 Stunden Tonmaterial. Im Film waren schließlich nur 90 Minuten davon. Der Rest schlummerte weiter in dieser Blechkiste und wanderte bei jedem Umzug mit, überstand eisige Winter im Container und sogar Überschwemmungen. All dieses Material, das nun nochmals auftaucht. Schichtungen aus Klängen, Originaltonaufnahmen aus den nächtlichen New Yorker Straßen, aus den Spielhallen in Shibuja, von den Möwen aus Yorkshire, Lebensgeschichten, verwehte Spuren. Der wunderbare Tom Cora mit seinem Cello. Viel zu jung gestorben, nur ein paar Jahre nach 'Step Across the Border'. Aber der Klang seines Cellos, der bleibt. Und die Stimme von Robert Frank, dem großen amerikanischen Photographen und Chronisten der Beat-Generation, in der die Cut Up-Montage erfunden wurde, die auch unserer Klangkomposition zugrunde liegt." Nicolas Humbert, November 2018

"Cut Up the Border"

Hörspiel von Nicolas Humbert und Marc Parisotto
Mit Fred Frith, Tom Cora, Iva Bittová, Pavel Fajt, Robert Frank, Jonas Mekas u.a.
Originalaufnahmen: Jean Vapeur
Musik: Fred Frith u.a.
Realisation: Nicolas Humbert/Marc Parisotto
BR/Dlf Kultur 2019

Die Autoren

Nicolas Humbert, geboren 1958 in München, ist Filmemacher und Autor. Zusammenarbeit mit Werner Penzel, Simone Fürbringer und Martin Otter.  „Step Across the Border“ wurde mehrfach ausgezeichnet, u. a. mit dem Europäischen Filmpreis und dem Golden Gate Award.

Marc Parisotto, geboren 1957 in Marseille, ist Komponist und Sounddesigner im Bereich Film. Studium der Elektroakustischen Musik am Konservatorium in Marseille. Zusammenarbeit u. a. mit den Regisseuren Michael Haneke, Hans-Christian Schmidt, Benjamin Heisenberg,  Philip Gröning.

Der Protagonist

Fred Frith, geboren 1949 in England, ist Multiinstrumentalist und Komponist. Er wurde bekannt als Gitarrist in Bands wie Henry Cow, Art Bears, Massacre, Skeleton Crew, Keep the Dog und Cosa Brava. Seit den 1980er Jahren gilt er als stilprägende Figur der internationalen Improvisationsmusik.


1